Mittwoch, 7. Mai 2025

Orwell, George "Farm der Tiere"

Orwell, George "Farm der Tiere" (Englisch: Animal Farm) - 1945

"Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere." Ich glaube, das ist eines der bekanntesten und beliebtesten Zitate aller Zeiten. Und das wahrste.

Jeder kennt "Farm der Tiere". Wer es nicht gelesen hat, hat davon gehört. Wenn nicht, hier eine kurze Zusammenfassung: Die Tiere auf der Manor Farm beginnen eine Revolution, verjagen den Bauern und übernehmen die Kontrolle. Sie beginnen sehr demokratisch und sozialistisch, aber am Ende werden die Schweine den Menschen immer ähnlicher und beuten die anderen Tiere aus.

Orwell war gegen Stalin und seine Politik, daher ist dies ein sehr politisches Buch, getarnt als Märchen. Was soll ich sagen? Ich liebe es!!!

Und es ist heute fast noch aktueller als damals.

Buchbeschreibung:

"Orwells Meisterwerk der politischen Satire mit dem geflügelten Resümee: Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere.

Dem Roman liegt die Überzeugung zugrunde, daß alle Revolutionen letzten Endes nur eine Verschiebung im Kaleidoskop der Macht herbeiführen, daß die Grunstrukturder Gesellschaft aber immer die gleiche bleibe. Dieser Pessimismus zeigt, daß die Farm der Tiere mehr ist als nur eine Satire auf die kommunistische Revolution in Sowjetrußland. Die Satire zielt nicht nur auf den einmaligen historischen Tatbestand, sondern auf jede Revolution überhaupt, deren Ursachen und Antriebe, deren Versagen und endliche Verkehrung ins Gegenteil Orwell an einem animalischen Staatswesen demonstriert."

Ich empfehle auch "1984" (Nineteen Eighty Four).

Dienstag, 6. Mai 2025

Brown, Dan "Sakrileg"

Brown, Dan "Sakrileg" (Englisch: The Da Vinci Code) - 2003

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ein paar Freunde aus der Kirche es gelesen haben. Nicht meine Art von Buch. Ich stehe nicht auf Krimis oder Mystery. Und darum geht es hier, egal wie viele Anspielungen auf die katholische Kirche gemacht werden. Aber ich denke, selbst wenn mir diese Art des Schreibens gefallen würde, ist sein Stil nicht sehr ansprechend und seine Hinweise werden von seinen Charakteren eher zu leicht gefunden. Was für eine Zeitverschwendung. Unnötig zu sagen, dass dies mein erstes und mein letztes Dan Brown-Buch war.

Anscheinend steht der Autor an der Spitze der Oxfam-Liste für die meisten gespendeten Bücher, was meiner Meinung nach alles sagt.

Buchbeschreibung:

"Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte - Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt ..."

Montag, 5. Mai 2025

Sartre, Jean-Paul "Der Ekel"

Sartre, Jean-Paul "Der Ekel" (Französisch: La nausée) - Nausea - 1938

Wir haben dieses Buch in unserem internationalen online Lesekreis im April 2025 besprochen.

Ein interessantes Buch. Ja, es führt uns in den Existentialismus ein. Es gibt uns Denkanstöße für unser Leben. Aber es ist kein richtiger Roman, es passiert nicht viel. Am Anfang war ich ziemlich gelangweilt. Es nimmt etwas Fahrt auf, aber es packt einen nicht.

Ich habe gehört, Sartre werde mit Camus verglichen. Ich liebe Camus. Sartre kommt nicht so gut rüber, die Geschichte ist keine richtige Geschichte. Man weiß nicht, wohin sie führt. Sein Schreibstil hat keinen Fluss.

Am Anfang, als der Protagonist über seine Übelkeit spricht, erinnerte mich das an Depressionen, den großen schwarzen Hund, wie man es auch nennt. Ich dachte, es könnte in diese Richtung gehen. Aber das tat es nicht.

Alles in allem kein spannendes Buch. Ich hätte mehr erwartet. Vielleicht habe ich es zu spät gelesen.

Kommentare anderer Mitglieder:

"Es wurde sehr treffend mit dem lustigen finnischen Wort 'pitkäpiimäinen' beschrieben – wie gummiartige, saure Milch, langatmig, langweilig.

Wir fanden es war eher ein komplettes Philosophielehrbuch wie eine Geschichte.

Es war eine sehr beunruhigende Geschichte über einen depressiven und einsamen Menschen.

Sie erinnerte uns an viele ähnliche Geschichten, die wir im Laufe der Jahre über Einsamkeit und psychische Erkrankungen gelesen haben, zum Beispiel: Der Steppenwolf, Der Fremde und viele weitere, alle mit ihren eigenen Variationen zu diesem Thema."

Buchbeschreibung:

"Für Antoine Roquentin, Einzelgänger und Außenseiter in einer Provinzstadt, verliert das Leben plötzlich seine Selbstverständlichkeit. Unnachsichtig um Selbsterforschung bemüht, versucht er seinem immer stärkeren Ekel vor Dingen und Menschen auf den Grund zu gehen. Die Erfahrungen, Empfindungen und Visionen des Helden dieses ersten und bedeutendsten Romans des Existentialismus gaben Anstöße zu einer neuen Lebensphilosophie, die bis heute nichts von ihrer Brisanz eingebüßt hat."

Jean-Paul Sartre erhielt den Nobelpreis für Literatur 1964 "in Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluss auf unser Zeitalter ausgeübt hat". Der Preis wurde ihm verliehen, obwohl er ihn abgelehnt hat.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 3. Mai 2025

Schmitt, Éric-Emmanuel "Oscar und die Dame in Rosa"

Schmitt, Éric-Emmanuel "Oscar und die Dame in Rosa" (Französisch: Oscar et la dame rose) - Oscar and the Lady in Pink - 2002

Wie schon in "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" (Monsieur Ibrahim and the Flowers of the Koran/Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran) führt Éric-Emmanuel Schmitt seine Leser durch die Augen eines Kindes in eine Religion ein. Diesmal spricht er über das Christentum. Oscar ist ein zehnjähriger Junge, der an Krebs leidet. Die Dame in Pink ist eine der Krankenschwestern in einer rosa Uniform, die ihn jeden Tag besucht. Sie schlägt ihm vor, Briefe an Gott zu schreiben. Es ist interessant, Oscars Gedanken während seiner Krankheit zu verfolgen, vielleicht während seiner letzten Tage auf Erden. Ich habe irgendwo gelesen, dass dies eine Geschichte über Akzeptanz ist. Stimmt.

Mein Lieblingszitat aus dem Buch: "Meine Krankheit ist ein Teil von mir. Sie sollten sich nicht anders verhalten, weil ich krank bin. Oder können sie mich nur lieben, wenn es mir gut geht?" Gute Frage, Oscar.

Buchbeschreibung:

"Der zehnjährige Oskar hat Leukämie und weiß, dass er nicht mehr lange leben wird. Die ehemalige Catcherin Madame Rosa bringt ihn auf die Idee, über alles nachzudenken, was ihn bewegt – in 13 Briefen an den lieben Gott. Unsentimental und unerschrocken erzählen Oscars Briefe von Liebe, Schmerz, Freude und Verlust. In nur wenigen Tagen erlebt er auf wundersame Weise ein ganzes Menschenleben.."

Wir haben dies in unserem internationalen Lesekreis im Mai 2016 besprochen.

Schmitt, Éric-Emmanuel "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran"

Schmitt, Éric-Emmanuel "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" (Französisch: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran) - Monsieur Ibrahim and the Flowers of the Koran - 1999

Welch wunderbare Geschichte. Ein junger jüdischer Junge in Paris trifft einen muslimischen Lebensmittelhändler. Die beiden gehen eine Vater-Sohn-Beziehung ein. Eine einfache Geschichte, die sich auch recht leicht lesen lässt. Und doch steckt so viel dahinter. Wunderbare Sprache, viel Weisheit aus beiden Religionen. Éric-Emmanuel Schmitt schafft es, all das zusammenzubringen und eine sehr mitfühlende Geschichte zu erschaffen.

Ich habe dieses Buch im französischen Original gelesen, aber ich habe gehört, dass die Übersetzung auch ziemlich gut ist.

Wir haben dies im Mai 2016 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"Die hinreißende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser nichts merkt. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur 'der Araber an der Ecke' ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt - auch die des Glücks und des Lächelns."

Ich habe auch "Oscar und die Dame in Rosa" (Oscar et la dame rose/Oscar and the Lady in Pink) und das gefiel mir genauso gut.

Freitag, 2. Mai 2025

Hansen, Dörte "Zur See"

Hansen, Dörte "Zur See" [At Sea] - 2022

Unsere Lesekreisbuch im April 2025. Nachdem wir alle schon die zwei ersten Bücher von Dörte Hansen gelesen hatten, beschlossen wir, dieses als nächstes zu besprochen. Einige hatten es schon gelesen und warnten uns, es sei nicht das Gleiche.

Stimmt. Der Anfang war etwas holprig, ich wusste zum Teil nicht, von wem jetzt geredet wurde und wie diese Menschen zueinander standen. Aber es wurde mit der Zeit besser. Nach etwas einem Drittel kennt man die ganze Kapitänsfamilie Sander, Hanne und Jens, und die erwachsenen Kinder, Ryckmer, Eske und Hendrik, die auf einer ungenannten Nordseeinsel wohnen. Viele der Bewohner leben vom Tourismus, da der Fischfang nichts mehr hergibt. Man sieht die Welt einmal durch die Augen der Vermieter und der Inselbewohner, die im Sommer all die Touristen über sich ergehen lassen müssen.

Aber auch der Inselpfarrer hat seine Probleme mit dem Leben dort. Das Meer ist so wunderschön, aber nicht unbedingt für diejenigen, die dort leben. Dörte Hansen hat diesen Menschen ein Denkmal gesetzt. Und ihrer Heimat.

Besonders gefallen hat mir Eske, die als Altenpflegerin arbeitet. Sie passt auch nicht so ganz in die Gemeinschaft, aber sie lebt ihr eigenes Leben. Und das ist gut so.

Unter anderem interessiert sie sich für untergehende oder bereits gestorbene Sprachen aus dem Norden Europas. Gàidhlig (schottisch-gälisch), Ingwäonisch (nordseegermanisch), Norn (nordgermanisch). Und genauso für Stätten, die im Meer versunken sind. Atlantis, Rungholt, Doggerland, Vineta. Zu letzterem habe ich ein interessantes Buch gelesen:

"Vineta. Die Wiederentdeckung einer versunkenen Stadt" von Klaus Goldmann und Günter Wermusch.

Dies passt natürlich wieder zum Thema.

Auch mein Lesekreis war ganz begeistert von dieser Geschichte. Jemand sagte, sie hat es geschafft, uns die unterschiedelichen Charaktere so nahezubringen. Und auch das Verschwinden der Natur und Kultur wurde sehr gut dargestellt.

Wir waren uns alle einig, dass wir auch ein viertes Buch der Autorin wieder lesen würden und hoffen, dass sie bald eines schreibt.

Buchbeschreibung:

"Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.

Klug und mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Wandel einer Inselwelt, von alten Gesetzen, die ihre Gültigkeit verlieren, und von Aufbruch und Befreiung."

Donnerstag, 1. Mai 2025

Bell, Catherine "Jane Austen und die Kunst der Worte"

Bell, Catherine "Jane Austen und die Kunst der Worte" [Jane Austen and the Art of Words] - 2021

Na gut. Vielleicht habe ich schon zuviel über Jane Austen gelesen und es gibt weder etwas Neues, das noch nicht erwähnt wurde oder es wurde schon einmal so dargestellt. Ich fand dieses Buch vor eingier Zeit auf einem gebrauchten Bücherverkauf, und da ich mich ja sehr für Jane Austen interessiere, nahm ich es mit, Dies ist das Jane-Austen-Jahr ist (sie wäre 250 geworden), und ich beschloss, es zwischen den Romanen in unserem #Reading-Austen-Projekt zu lesen.

Eigentlich hätte ich schon nach einem Viertel aufhören können. Es war weder etwas Interessantes für mich drin, noch machte das Lesen Spaß. Ich hatte gedacht, dass durchdie Erwähnung der Schwester eine andere Sichtweise geboten wird, das ist leider auch nicht so.

Nichtssagend und, wie gesagt, nichts Neues. Dieses Buch könnte jeder Jane-Austen-Fan schreiben, ohne irgend etwas recherchieren zu müssen. Schade.

Das Titelbild ist schön und erinnert an die Regency-Zeit.

Buchbeschreibung:

"'Mein Mut wächst mit jedem Versuch, mich einzuschüchtern.' Jane Austen.

Steventon, 1795. Die aufgeweckte Pfarrerstochter Jane möchte nur eines: schreiben. Mit tintenverschmierten Händen durchwacht sie die Nächte und begibt sich in die Welt ihrer Heldinnen. Doch ihre Schwester Cass ist verlobt, und Jane schwant, dass ihre Mutter ganz ähnliche Pläne für ihre Zukunft schmiedet. Nur sind Jane die jungen Kerle aus dem Ort alle einerlei, bestenfalls geben sie akzeptable Tanzpartner auf den von ihr heiß geliebten Bällen ab – bis der belesene Wirbelwind Tom Lefroy aufkreuzt. Janes Herz aber muss immer wieder Enttäuschungen ertragen. Umso unermüdlicher kämpft sie für ihren größten Traum: einen Roman zu veröffentlichen.

Pfarrerstochter, Schriftstellerin, Ausnahmetalent – Der Roman über das Leben von Jane Austen"