Mittwoch, 28. Januar 2026

Weiler, Jan "Das Beste"

Weiler, Jan "Das Beste. Mein Leben zwischen Pubertieren" [The Best. My Life Between Puberty Animals] - 2025

Nach "Älternzeit" ist das nun das siebte Pubertier-Buch. Schade, dass die Kinder jetzt erwachsen sind, denn ich glaube kaum, dass Jan Weiler noch ein weiteres Buch darüber schreiben wird. Aber er findet bestimmt auch nocht andere lustige Themen.

Auch wenn einige dieser Stücke schon einmal veröffentlicht wurden, es lohnt sich, sie alle noch einmal zu lesen. Und die neuen sind natürlich genauso lustig und fantastisch wie die alten. 

Buchbeschreibung:

"Die ersten Warnzeichen der Pubertät sind kaum wahrnehmbar und noch leicht zu übersehen. Fast unbemerkt wird der Nachwuchs zunächst muffelig und maulfaul, dann aufmüpfig und liebeskrank. Doch bald ist die Verwandlung zum Pubertier perfekt und es kommt zu glanzvollen Auftritten bei Partys und Popkonzerten, aber auch auf dem heimischen Sofa, von dem sie nicht mehr wegzudenken sind. Doch in dem Moment, wo man glaubt, den Anblick der Pickelcreme im Bad und die Diskussionen über mangelnde Wokeness im Griff zu haben, ziehen die Pubertiere einfach aus und machen die Eltern damit von einem auf den anderen Tag zu Ältern. Und was nu?

In den besten Texten der Pubertier-Ära spannt Jan Weiler einen weiten Bogen und erzählt von Besuchen im Pubertier-Labor, dem Leben zwischen Teenagern und der leisen Verzweiflung ratloser Eltern."

Dienstag, 27. Januar 2026

Larsen, Nella "Seitenwechsel"

Larsen, Nella "Seitenwechsel" (Englisch: Passing) - 1929

Ich hatte den Ausdruck "Passing" in diesem Zusammenhang noch nie gehört. Eine "schwarze" Frau, die hellhäutig genug ist, um als "weiß" wahrgenommen zu werden und als "weiß" "durchzugehen". Ich verstehe zwar vollkommen, dass Frauen (oder Männer) in einer so rassistischen Welt so etwas tun würden, aber ich sehe nicht ein, warum sie es tun müssen. Meiner Meinung nach sollte die Hautfarbe keine Rolle spielen. Aber wenn man zwischen "schwarz" und "weiß" unterscheidet, sollte dann nicht jemand, der hellhäutig aussieht, als "weiß" gelten? Irgendetwas verstehe ich nicht. Oder besser gesagt, ich will es gar nicht verstehen. In was für einer Welt leben wir eigentlich???

Ich bin jedenfalls auf dieses Buch gestoßen, weil es in Britt Bennetts Roman "The Vanishing Half" (Die verschwindende Hälfte) erwähnt wurde, in dem eine ähnliche Situation beschrieben wird.

Wie man in der Buchbeschreibung lesen kann, geht es in dem Roman um zwei hellhäutige Frauen, die beide als "schwarz" gelten. Aber während eine der Frauen offiziell als Schwarze lebt, hat die andere ihrem Mann nicht einmal von ihrer Herkunft erzählt. Er ist extrem rassistisch. Und warum heiratet man so jemanden? Ach ja, manche heiraten eben wegen des Geldes. Und wie die meisten Figuren, die das tun, muss sie irgendwann die Konsequenzen tragen.

Die Autorin hathier wohl viel aus ihrem eigenen Leben verarbeitet.

Diese recht kurze Novelle hätte für meinen Geschmack etwas länger sein können, aber sie regt sehr zum Nachdenken an. Ein großartiges Buch.

Buchbeschreibung:

"Irene Redfield führt mit ihrem Mann und ihren Kindern ein zufriedenes, ruhiges Leben. Bis Clare, ihre Freundin aus Kindertagen, nach New York zieht. Beide Frauen sind trotz ihrer afroamerikanischen Wurzeln hellhäutig. Während Irene im blühenden Harlem der 1920er Jahre in der afroamerikanischen Gemeinde zu Hause ist, hat Clare die Seiten gewechselt. Sie lebt in der Welt der Weißen und ist mit einem reichen Rassisten verheiratet, der nichts von ihrer schwarzen Herkunft ahnt. Zunehmend ist Irene beunruhigt über Clares leichtsinniges Verhalten, zumal die attraktive Freundin eine magische Wirkung auf ihren Ehemann zu haben scheint: Clare, die Wanderin zwischen den Welten, liebt die Gefahr und das Spiel mit dem Feuer."

Montag, 26. Januar 2026

Gowda, Shilpi Somaya "Geheime Tochter"

Gowda, Shilpi Somaya "Geheime Tochter" (Englisch: Secret Daughter) - 2010

Eine der Lesekreis-Lektüren, von der ich von Anfang an wusste, dass sie nicht zu meinen Favoriten gehören würde. Sie hatte schon beim Lesen des Buches, als sie empfohlen wurde, etwas von Frauenliteratur.

Sie warf jedoch einige Fragen auf, die im Kreis diskutiert wurden: Adoption, die Eingliederung in eine andere Kultur, warum Jungen in bestimmten Teilen der Welt begehrter sind als Mädchen. Viele Menschen adoptieren Kinder aus einer anderen Kultur, weil sie keine eigenen haben können oder aus verschiedenen anderen Gründen. Manche schaffen es, diesen Kindern das Gefühl zu geben, zu beiden Kulturen zu gehören, andere nicht.

Die ganze Geschichte ist sehr oberflächlich erzählt – wie dieses kleine indische Mädchen in ihrer amerikanischen Familie aufwächst, ohne dass sich jemand wirklich für die anderen interessiert. Die Charaktere waren nicht besonders gut beschrieben, sie blieben unrealistisch und zweidimensional. Es erinnerte mich fast an einen Bollywood-Film, in dem die Leute jede Minute in ein Lied ausbrechen.

Ich hätte lieber ein Sachbuch zu einem solchen Thema gelesen oder eines, das nicht so schwarz-weiß ist. Ich weiß, dass ich mit meiner Meinung ziemlich allein stehe, da ich normalerweise für unsere Mitglieder die Bücher unseres Lesekreises recherchiere und über diesen Roman hauptsächlich Lob und Begeisterung fand. Vielleicht bin ich zu kritisch.

Einige Kommentare unserer Mitglieder (aufgeschrieben von jemand anderem, da ich dieses Treffen leider verpasst habe):
  • Sehr leicht zu lesen, und die Autorin hat für ihren ersten Roman gute Schreibarbeit geleistet. Wir fanden ihn alle sehr erfrischend! Eine einfache Geschichte, in der alle Teile offensichtlich zusammenpassen, aber ein guter Ausgangspunkt für Diskussionen.
  • Zu den Charakteren: Wir waren uns alle einig, dass Somer eine sehr egoistische, egozentrische und selbstverliebte Person war, und wir alle verabscheuten sie! Kavita war völlig selbstlos und bereit, so viele Opfer für die Liebe zu einem Kind, ihrem Mann und ihrem Sohn zu bringen. Wir waren uns alle einig, dass Chris als Südasiate, der in den USA lebt, von dieser neuen Kultur so fasziniert war, dass er Somer seine eigene Kultur nicht erklären konnte. Chris’ Mutter war die Matriarchin mit Geduld, Vergebung, Verständnis und Liebe für ihre Enkelin und ihren Sohn. Der Unterschied im sozialen Status war für uns so offensichtlich. Entweder man ist reich oder arm, und beide treffen sich nie.
  • Macht ein Kind einen in den Augen der Welt zu einer weiblicheren Person?
  • Wie wichtig ist es, der Norm zu folgen?
  • Macht das Internet einen Unterschied? Die Menschen wissen mehr über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und haben eine ganz andere Denkweise.
  • Für die westliche Kultur ist es schwer zu verstehen, warum die östlichen Kulturen Mädchen als Belastung für die Gesellschaft betrachten. In der indischen Kultur müssen sie an Ernährung, Mitgift, Bildung und Scheidung denken. In diesen Kulturen ist es für sie einfach wirtschaftlich sinnvoller, ein Mann zu sein, weil sie arbeiten und Geld für die Familie verdienen können. Wie sollen wir als "Westler" das verstehen … wir denken einfach nicht so.
Wir haben dieses Buch im März 2013 in unserem internationalen Lesekreis diskutiert.

Buchbeschreibung:

"Somers Leben ist genauso, wie sie es sich immer vorgestellt hat. Frisch verheiratet, mit einem neuen Job als Ärztin in San Francisco. Doch dann stellt sie fest, dass sie keine Kinder bekommen kann.Zur gleichen Zeit wird in einem abgelegenen indischen Dorf ein Mädchen geboren. Kavita, die Mutter, erkennt, dass sie das Leben ihrer Tochter nur retten kann, wenn sie sie weggibt. Als Somer und ihr Ehemann ein Foto des Mädchens in einem Waisenhaus in Mumbai sehen, entscheiden sie sich für eine Adoption. Somer ahnt, dass dieser Weg nicht leicht wird. Aber sie hofft, dass Liebe alle Probleme lösen kann."

Samstag, 24. Januar 2026

Bradbury, Ray "Fahrenheit 451"

Bradbury, Ray "Fahrenheit 451" (Englisch: Fahrenheit 451) - 1953

Ich scherze immer, dass diese Geschichte eigentlich "Celsius 232" heißen sollte, weil wir in den meisten Teilen der modernen Welt Temperaturen in Celsius messen. Aber sie wurde in den USA geschrieben, also müssen wir wohl alle umrechnen. Zumindest diesen Titel.

Ich bin ein großer Fan dystopischer Romane und denke immer, dass die Geschichten in diesen Büchern wahrscheinlicher sind als die in den utopischen. Und man erkennt meist an dem Thema, das der Autor zur Behandlung wählt, wann das Buch geschrieben wurde. "1984" (1984) entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, und die totalitäre Idee war noch sehr frisch. "Schöne neue Welt" (Brave New World) entstand kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, und man kann sehen, wie die Ideen der Nazis in diesem Roman Gestalt annehmen.

"Fahrenheit 451" entstand in den 1950er-Jahren in den USA, auf dem Höhepunkt der McCarthy-Ära, als die Angst vor den Kommunisten während des Kalten Krieges zu fast hexenjagdartigen Angriffen auf die Bürger führte.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Gesellschaft in diesem Roman Bücher und Wissen verbannen will, um die Menschen nach ihren Wünschen beeinflussen zu können. Ich denke, wie in allen dystopischen Romanen sieht die Zukunft teilweise so aus, wie der Autor sie beschrieben hat. Besonders wenn man sich ansieht, was Ray Bradbury am Ende seines Romans in "Nachwort" sagte: "Es bleibt nur noch eine Vorhersage zu erwähnen, die mein Feuerwehrchef Beatty 1953, in der Mitte meines Buches, machte. Sie hatte damit zu tun, dass Bücher ohne Streichhölzer oder Feuer verbrannt werden. Denn man muss ja keine Bücher verbrennen, wenn sich die Welt mit Nichtlesern, Nichtlernern und Nichtwissenden füllt, oder?" Etwas zum Nachdenken.

Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat.

Buchbeschreibung:

"Es ist eine Horrorversion des Internet-Zeitalters, die Bradbury vorausgesehen hat: Lesen ist geächtet, Wissen nicht erwünscht, auf Buchbesitz steht Strafe, und die Menschen werden mit Entertainment und Dauerberieselung kleingehalten. Der 'Feuermann' Guy Montag, der an den staatlich angeordneten Bücherverbrennungen beteiligt ist, beginnt sich nach einem traumatischen Einsatz zu widersetzen und riskiert dabei sein Leben."
 
Ray Bradbury erhielt 2007 eine besondere Auszeichnung für sein Lebenswerk mit dem Pulitzer-Preis für "seine herausragende, produktive und einflussreiche Karriere als unübertroffener Autor von Science-Fiction und Fantasy".

Wir haben dieses Buch im Dezember 2020 in unserem internationalen Online-Lesekreis besprochen.

Dies ist einer der Kommentare eines Mitglieds:
"Ich habe Fahrenheit 451 sehr gerne gelesen. Wie beruhigend, eine Bestätigung von Beobachtungen und positiven Werten zu lesen, die der dystopischen Welt des Romans trotzt und auch im Kontrast zur Dystopie gewisser Lebensrealitäten im heutigen Nordamerika steht. Dieses Buch ist der Grund, warum ich es lese. Dabei habe ich es vor langer Zeit gelesen, als ich jung war und der offene Sexismus mich abgestoßen hat. Ha!"

Bradbury, Ray "Die Mars-Chroniken"

Bradbury, Ray "Die Mars-Chroniken" (Englisch: The Martian Chronicles) - 1950

"Die Mars-Chroniken", ein hochinteressanter Roman über die menschliche Invasion auf einem anderen Planeten. Ein dystopischer Roman, der sich nichts Besseres vorstellen könnte. Oder Schlimmeres.

Die ganze Geschichte ist in mehrere Kurzgeschichten unterteilt, die man zwar einzeln lesen könnte, aber erst zusammen ergeben sie ein umfassendes Bild davon, wozu die Menschheit fähig ist. Das heißt aber nicht, dass sie es unbedingt tun sollte.

Ich denke, die Mars-Chroniken sollten, wie jede dystopische Literatur, als Warnung an uns verstanden werden. Der Autor spricht nicht unbedingt darüber, was wir dem Planeten Mars antun könnten, sondern auch darüber, was wir unserem eigenen Planeten antun. Wenn wir nicht aufhören, werden wir wie die Marsianer enden: nicht existent. Wir sollten dieses Buch als Parabel sehen und daraus lernen.

Ich habe Ray Bradburys "Fahrenheit 451" (Fahrenheit 451) geliebt, aber ich glaube, "Die Mars-Chroniken" gefielen mir noch besser. Sein Stil ist angenehm, leicht verständlich und doch voller Anspielungen und Nebenbemerkungen. Wer dieses Genre mag, sollte seine Bücher lesen.

Buchbeschreibung:

"Aus Angst vor dem großen Krieg auf der Erde fliehen die Menschen massenhaft zum Mars und treten dort wie Eroberer auf. Aber die Marsbewohner wissen sich zu wehren: Sie hätten viel zu verlieren, wenn die Menschen auf dem roten Planeten irdische Verhältnisse einführten."

Ray Bradbury erhielt 2007 eine besondere Auszeichnung für sein Lebenswerk mit dem Pulitzer-Preis für "seine herausragende, produktive und einflussreiche Karriere als unübertroffener Autor von Science-Fiction und Fantasy".

Freitag, 23. Januar 2026

LeSieg, Theo (=Dr. Seuss) "Der Kater mit Hut"

LeSieg, Theo (=Dr. Seuss) "Der Kater mit Hut" (Englisch: The Cat in the Hat) - 1957

Ein absoluter Klassiker. Ein Kinderbuch, das Erwachsenen beim Vorlesen genauso viel Freude bereitet wie Erstlesern, die es lesen. Kein Wunder, dass es auch nach über einem halben Jahrhundert noch in keiner Kinderbibliothek fehlen darf. Man merkt, dass sich nichts geändert hat. Kinder hören immer noch gerne Streiche, lernen aber auch gerne daraus. Eine frühe "Vorsicht vor Fremden"-Geschichte, aber mit viel Spaß.

Ob man kleine Kinder hat oder nicht, dieses süße Buch spricht das Kind in uns allen an.

Buchbeschreibung:

"Dr. Seuss Wie spricht man das aus? Man sagt Dr. Suhs. Das reimt sich auf Fuß und das englische News. Und nicht nur auf Mus und den schwärzlichen Ruß, sondern auch noch auf Blues und auf sämtliche Gnus. Ist das nicht abstrus? Kindergrusel oder Blödelei oder blinder Dusel und Köderei? Was auch immer kommt zupaß, Dr. Seuss macht Riesenspaß. Gerhard Seyfried"

Theo LeSieg erhielt den Pulitzerpreis 1984 für sein Gesamtwerk.

Donnerstag, 22. Januar 2026

McCullers, Carson "Das Herz ist ein einsamer Jäger"

McCullers, Carson "Das Herz ist ein einsamer Jäger" (Englisch: The Heart is a Lonely Hunter) - 1940

Dieses Buch stand auf meiner Wunschliste, seit ich den Titel zum ersten Mal gehört habe. Es wirkt bezaubernd. Ein lesenswertes Buch. "Das Herz ist ein einsamer Jäger". Was jagt es? Und warum? Das sind die ersten Gedanken, die einem bei diesem Satz kommen.

Als ich anfing, das Buch zu lesen, erfuhr ich, dass die Autorin erst 23 Jahre alt war, als sie ihr erstes Buch schrieb. Als ich es zu Ende gelesen hatte, dachte ich nur, wie um alles in der Welt jemand so jung ein so tiefes Verständnis für die Welt und die Menschheit haben kann. Was für ein Geschenk muss das sein, aber wahrscheinlich auch eine ziemliche Belastung.

Diese Geschichte ist alles andere als glücklich, wie der Titel vermuten lässt. Der Roman enthält viel Verzweiflung. Aber auch viel Hoffnung. Und er lehrt uns, dass trotz des damals vorherrschenden Rassismus die Menschen auf der ganzen Welt gleich sind, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sozialem oder finanziellem Status.

Ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken über die Welt anregt und darüber, ob sie sich in den letzten hundert Jahren verändert hat. Ich glaube nicht, dass das der Fall ist.

Buchbeschreibung:

"Der Roman spielt im Staat Georgia, in einer hässlichen heißen Innenstadt. Es ist die Geschichte eines begabten Mädchens, Mick Kelly, und ihres gewaltsamen Kampfes gegen eine unnachgiebige und harte Umgebung. Carson McCullers' mitleidiges Engagement gilt den einsamen Sonderlingen und Außenseitern, die sich um den taubstummen John Singer scharen, um ihm ihr Herz auszuschütten."

Mittwoch, 21. Januar 2026

Peet, Bill "Der Dingdongdilly"

Peet, Bill "Der Dingdongdilly" (Englisch: The Whingdingdilly) - 1982

Meine Kinder waren begeisterte Leser und liebten jedes Kinderbuch, vom ersten Pappbilderbuch bis hin zu Erwachsenenbüchern. Und es gibt einige, die so wunderbar waren, dass ich sie genauso sehr liebte wie sie.

Eines davon ist "Der Dingdongdilly". Scamp ist ein Hofhund, der sich langweilt. Jedes andere Tier scheint ein besseres und aufregenderes Leben zu haben als er. Er bittet eine Hexe, ihn in ein anderes Tier zu verwandeln. Nur in welches verrät er ihr nicht …

Das Buch ist voller wunderschöner Illustrationen. Es ist eine schöne Geschichte, die man kleinen Kindern vorlesen kann, aber auch von älteren Kindern gern gelesen wird. Sie lehrt uns, mit uns selbst zufrieden zu sein, denn das Gras mag auf der anderen Seite grüner aussehen, aber das muss nicht immer der Fall sein. Eine wunderbare Botschaft und ein fantasievolles Abenteuer.

Buchbeschreibung:

"Der Schöpfer dieser skurrilen Fantasie mit dem Titel The Whingdingdilly, Bill Peet, verbindet konsequent hervorragendes Erzählen mit zeitlosen Illustrationen, was ihn zu einem der beliebtesten Bilderbuchautoren unserer Zeit macht."

Bei der Recherche, wann dieses Buch geschrieben wurde, erfuhr ich, dass der Autor nicht nur ein Illustrator war, der Kinderbücher schrieb, sondern auch ein Disney-Autor, der an etlichen großen Disney-Filmen mitwirkte.

Dienstag, 20. Januar 2026

Jansson, Tove "Die Mumins. Sturm im Mumintal"

Jansson, Tove "Die Mumins. Sturm im Mumintal" (Finnisch: Vaarallinen juhannus) - Moominsummer Madness - 1954

Ich hatte nichts über die "Mumins" gelesen, aber ich hatte von ihnen gehört und ihre Bilder überall gesehen. Sie sind süß. Meine Unkenntnis der Bücher kann ich mir nur damit erklären, dass wir die Kindheit unserer Söhne größtenteils in England verbracht haben, wo sie nicht so verbreitet waren wie anderswo.

Ich habe die "Mumins" also weder als Kind gelesen, noch als meine Kinder klein waren. Ich schätze, meine Perspektive wäre etwas anders gewesen.

Ich habe es mit meinem Online-Lesekreis gelesen, wir alle waren Erwachsene, manche mit kleinen Kindern, andere ohne Kinder oder mit erwachsenen Kindern, wie ich. Und viele finnische Mitglieder, weshalb dieses Buch wohl ausgewählt wurde. Es hat mir ganz gut gefallen, obwohl ich glaube, es hätte mir noch mehr Spaß gemacht, wenn ich es mit einem Kind gelesen hätte. Oder vielleicht, wenn ich zuerst das erste Buch gelesen hätte. Das war Nummer 5, und der Autor ging davon aus, dass wir wissen, wer wer ist und, noch wichtiger, was was ist. Die Mumins gehören also zu den Trollen, dann gibt es noch Mymlas, Hemules, Fillyfjonkas und eine Ratte.

Die Mumins leben in einem Haus im Mumintal. Als ein Vulkan ausbricht, wird das Tal überflutet, und die Mumins müssen anderswo Schutz suchen. Sie finden ein Theater, das sie nicht als solches erkennen, da sie noch nie zuvor eines gesehen oder davon gehört haben. Doch schließlich führen sie sogar ein Stück auf, wenn auch etwas planlos.

Die Geschichte hat jedoch viel Tiefe, die auch Erwachsene genießen können. Die Charaktere mögen exzentrisch sein, aber sie wirken genauso "normal" wie wir Menschen. Gut geschrieben und psychologisch fundiert. Die Geschichte ist leicht verständlich, aber nicht langweilig.

Dies war die Lektüre unseres internationalen Online-Lesekreises im März 2021.

Einige Gedanken der Mitglieder:
  • Ich hatte das Gefühl, das Buch hat meine Stimmung wirklich aufgeheitert, während wir isoliert von Reisen und vielen wilden Abenteuern leben.
  • Ich finde, einige der besonderen Ideale und Charaktereigenschaften der Autorin kamen in der Geschichte auch gut zum Ausdruck.
  • Und das Ende mit dem völlig zerstörten Theater war urkomisch.
  • Ich fand es sehr philosophisch, positiv und skurril.

Buchbeschreibung:

"Als Mumin und das Snorkfräulein das neue Zuhause für kurze Zeit verlassen, wird es in eine ferne Bucht getrieben. Damit die beiden den Weg zurückfinden, planen die Muminfamilie und ihre Freunde eine große Theateraufführung, von der jeder sprechen wird. Und trotz einiger Pannen wird die Überschwemmung bald zu einem lustigen Ereignis."

Montag, 19. Januar 2026

Tucker, Helen "Horch, die Stimmen des Sommers"

Tucker, Helen "Horch, die Stimmen des Sommers" (Englisch: The Sound of Summer Voices) - 1969

Was würdest du denken, wenn du mit elf Jahren herausfändest, dass deine Tante deine Mutter ist und deine Mutter nie existiert hat? Genau vor diesem Problem steht Patrick, doch niemand will ihm die Wahrheit sagen. Also muss er seine ganze Familie ausspionieren, um mehr Details herauszufinden.

Eine sehr interessante Geschichte über das Erwachsenwerden und die Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, an der man nicht beteiligt war. Ich habe diesen Roman vor Jahren gelesen, würde ihn aber gerne noch einmal lesen, wenn ich nur ein Exemplar hätte …

Buchbeschreibung:

"Über das Aufwachsen eines von den Großeltern streng erzogenen Jungen in den Südstaaten der USA der beginnt, die Aussagen und Lügen der Erwachsenen nicht mehr zu glauben und sich auf dei Suche nach Wahrheiten macht."

Samstag, 17. Januar 2026

Hannah, Kristin "Ein Garten im Winter"

Hannah, Kristin "Ein Garten im Winter" (Englisch: Winter Garden)  - 2010

Die Beschreibung des Buches klang für mich etwas zu sehr nach "Frauenliteratur", als dass ich es unbedingt hätte lesen wollen, aber es war ein Lesekreisbuch, also habe ich es als gewissenhaftes Mitglied gelesen.

Es war sicherlich nicht schlecht geschrieben, aber für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Ich konnte dieses Mal das Buch nach dem Einband beurteilen. Zugegeben, die Geschichte von Anya, der Mutter zweier erwachsener Mädchen, ist interessant, und die Tatsache, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens nicht darüber gesprochen hat, macht sie etwas mysteriös.

Die beiden Schwestern, nun ja, sie haben beide ihre eigenen Probleme, aber ich bezweifle, dass sie daher rühren, dass ihre Mutter ihre Geschichte verschwiegen hat und nicht über ihre Vergangenheit sprechen wollte. Die meisten Kinder, deren Eltern im Krieg aufgewachsen sind, müssen damit leben. Und wie Anya denken viele von ihnen, dass das, was ihren Lieben passiert ist, ihre Schuld ist. Nein, der Krieg ist schuld, jede Einzelne versucht, auf ihre eigene Art damit umzugehen, versucht Entscheidungen zu treffen, die sie später vielleicht bereut, aber sie muss eine Entscheidung treffen. Wer weiß, welche Entscheidung wir unter denselben Umständen treffen würden.

Mir gefiel das Ende nicht, es war zu sehr durch eine rosarote Brille betrachtet. Insgesamt war das nicht mein Buch, zu oberflächlich.

Hinzu kommt, dass wir im November 2011 bereits ein Buch über die Leningrader Belagerung gelesen hatten, "Die tausend Tage der Anna Michailowna" (The Siege) von Helen Dunmore.

Der Lesekreis war in der Diskussion etwas anderer Meinung, wenn auch nur geringfügig besser.
Die meisten waren sich einig, dass "Winter Garden" schnell zu lesen sei, fast wie eine "Strandlektüre" (nur ein anderes "netteres" Wort für Chick Lit). Die erste Hälfte des Buches war im Vergleich zum Ende etwas langsamer. Es schien, als gäbe es zwei Geschichten zu erzählen: die eine war offensichtlich die Mutter-Tochter-Beziehung und die andere die Belagerung Leningrads, erzählt durch Anyas Märchen. Wir hatten das Gefühl, dass die Autorin sich manchmal zu sehr bemühte, die Geschichten zu verbinden, was zu vielen überflüssigen Details und einem längeren Buch als nötig führte. Das Ende des Buches war enttäuschend. Wir alle fanden es etwas seltsam, wie plötzlich Anya, Meredith und Nina auf einem Kreuzfahrtschiff nach Alaska ankamen, anfingen, Wodka zu trinken und beste Freundinnen wurden. Das unerwartete Wiedersehen zwischen Anya und ihrer lange verschollenen russischen Tochter in Alaska war zu weit hergeholt.

Die Diskussion über Russland und Stalin brachte ein weiteres interessantes Thema zur Sprache. Eines der Mitglieder erzählte von einer Dokumentation, die sie kürzlich gesehen hatte (Hitler's Children/Hitlers Kinder) über die Kinder von Diktatoren/Unterdrückern und wie sie mit der unglücklichen Vergangenheit ihrer Eltern umgegangen sind.

Buchbeschreibung:

"Als ihr Vater stirbt, verlieren die ungleichen Schwestern Meredith und Nina Whitson ihren größten Rückhalt. Auf dem Totenbett hat er ihnen das Versprechen abgenommen, sich um die Mutter zu kümmern, die ihr Leben lang kalt und abweisend zu ihren Töchtern war. Als es ihr immer schlechter geht, rückt die Familie enger zusammen. Die ungewohnte Nähe ist eine große Herausforderung für alle. Doch ein dramatischer Zwischenfall lässt die Vergangenheit in neuem Licht erscheinen."

Wir haben dieses Buch im Mai 2013 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Hannah, Kristin "Wenn Engel schweigen"

Hannah, Kristin "Wenn Engel schweigen" (Englisch: Angel Falls) - 2000

Die Geschichte einer Frau im Koma und die ihres Mannes, der versucht, das Familienleben weiterzuführen. Nur durch den Kontakt zu ihrem ersten Mann kann er sie wieder zu Bewusstsein bringen, hat aber Angst, sie dadurch für immer zu verlieren.

Eine Liebesgeschichte mit einigen Komplikationen, typische "Frauenliteratur". Dennoch ist sie wunderschön erzählt, eine Geschichte über Hingabe und Treue. Keine schlechte Lektüre.

Buchbeschreibung:

"Seit vier Wochen liegt Mikaela Campbell im Koma – und keiner der Ärzte rechnet damit, dass die passionierte Reiterin nach dem Sturz vom Pferd jemals wieder aufwachen wird. Nur ihr Ehemann Liam glaubt fest daran, dass seine Liebe dort helfen kann, wo die Medizin versagt. Jede freie Minute verbringt er im Krankenhaus an ihrer Seite – doch Mikaelas Zustand ändert sich nicht. Nur mit Mühe gelingt es Liam, in die Realität zurückzukehren und sich um die beiden zutiefst verängstigten Kinder, den neunjährigen Bret und die sechzehnjährige Jacey, zu kümmern. Durch Zufall stößt Liam ausgerechnet jetzt auf das langgehütete Geheimnis seiner Frau. Sie war in erster Ehe mit Julian True, einem der berühmtesten Filmstars der Welt, verheiratet. Und: Sie hat die Trennung nie überwunden. Liam steht vor einer schweren Entscheidung. Soll er Kontakt zu dem begehrten Hollywood-Schauspieler aufnehmen? Julian scheint der Einzige zu sein, der Mikaela retten kann …"

Freitag, 16. Januar 2026

Sturluson, Snorri "Egils Saga"

Sturluson, Snorri "Egils Saga" (Isländisch: Egils saga Skallagrímssonar) - Egil's Saga - 1240 

Dies ist sicherlich eines der ältesten Bücher, die ich je gelesen habe (mit Ausnahme von "Die Odyssee/Odyssey"). Und es hat mir viel Freude bereitet. Ich habe viel über die Wikinger und über Geschichte gelernt. Ich bin mir nicht sicher, wie genau die historischen Ereignisse wiedergegeben sind, aber einige kamen mir bekannt vor.

Es ist erstaunlich, wie lange eine solche Geschichte überlebt hat. Sie wurde vor fast 900 Jahren geschrieben und kann immer noch gelesen werden. Dies ist ein authentischer historischer Bericht darüber, was die Menschen damals taten und was sie darüber dachten. Sie zeigt uns unsere Vergangenheit, aber ich denke, sie zeigt uns auch unsere Zukunft. Denn wenn wir eines aus der Geschichte lernen, dann ist es, dass die Menschen nichts daraus lernen. Sie kämpfen immer noch um Ruhm und Ehre, selbst wenn sie behaupten, andere Gründe zu haben.

Egil war ein großer Dichter, aber auch ein großer Krieger, ein Mann, der sehr schnell wütend wurde, und seine Gegner kamen meist nicht lebend aus ihren Auseinandersetzungen mit ihm heraus. Eine ausgezeichnete, einzigartige Geschichte.

Buchbeschreibung:

"Im Mittelpunkt dieser berühmten Saga steht der Skalde Egil Skalla-Grimson, der im 10. Jahrhundert gelebt hat. Wie kaum eine andere Figur der mittelalterlichen Literatur ist er voller Widersprüchlichkeit, ein unberechenbarer Wikinger mit berserkerhaften Zügen, jedoch ein großer Runenkundiger und Dichter. Die gegen Anfang des 13. Jahrhunderts aufgezeichnete Saga vereint Abenteuergeschichte und Historie, sujektive Charakterzeichnung und objektive Darstellung."

Donnerstag, 15. Januar 2026

Baum, L. Frank "Der Zauberer von Oz"

Baum, L. Frank "Der Zauberer von Oz" (Englisch: The Wizard of Oz) - 1900

Ich weiß, jeder liebt "Der Zauberer von Oz", aber meine Lieblingsgeschichte war es nie. Ich mag die Musik im Film, einige der Lieder sind wunderschön, aber die Geschichte selbst hat mich nie berührt.

Ich glaube, ich habe dieses Buch in einem der Tauschbücherregale gefunden, und dahin ist es auch wieder gewandert.

Ich hatte zwar keine Lust, es zu lesen, aber ich hatte es auf meine Klassiker-Liste gesetzt, und seine Nummer wurde ausgewählt.

Bei manchen Filmen ist das Buch so viel besser, und man fragt sich, warum man so lange gewartet hat. Bei diesem nicht. Ich konnte mich einfach nicht für die Geschichte begeistern. Sie hat mich nicht gefesselt. Hätte ich das Buch als Kind gemocht, wenn ich es nicht vorher als Film gesehen hätte? Ich bezweifle es. Tut mir leid, Herr L. Frank Baum, aber Ihr Schreibstil ist nichts für mich. Und ich hoffe wirklich, dass es "keinen Ort wie Oz" gibt.

Buchbeschreibung:

"Ein Wirbelsturm hat Dorothy ins geheimnisvolle Land Oz verschlagen. Nur der mächtige Zauberer, der über das Land herrscht, kann ihr helfen zurückzufinden. Auf der Suche nach ihm trifft Dorothy die Vogelscheuche, den Blech-Holzfäller und den feigen Löwen, die sich ihr anschließen. Doch als die vier nach einer abenteuerlichen Reise den Zauberer von Oz endlich zu Gesicht bekommen, erwartet sie eine große Überraschung."

Mittwoch, 14. Januar 2026

Faulks, Sebastian "Gesang vom großen Feuer"

Faulks, Sebastian "Gesang vom großen Feuer" (Englisch: Birdsong. A Novel of Love and War) - 1993

Der Roman beginnt mit einem Zitat: Rabindranath Tagore sagt in "Gitanjali": "Wenn ich von hier gehe, soll dies mein Abschiedswort sein: Was ich gesehen habe, ist unübertrefflich."

Dem Autor ist es gelungen, etwas Unübertreffliches zu beschreiben, etwas so erstaunlich Unvorstellbares, dass ich mir zwei Fragen stelle: Warum habe ich es nicht früher gelesen? Und warum ist dieses Buch nicht bekannter? Es sollte Pflichtlektüre für jeden Teenager sein, der darüber nachdenkt, zur Armee zu gehen, und für jeden Politiker, der auch nur im Entferntesten daran denkt, einen Krieg zu beginnen.

Heute werden Kriege anders geführt. Zumindest will man uns das glauben machen. Doch wer "Birdsong" liest, wird erkennen, dass die Tragödie des Verlusts von Freunden und Angehörigen im Krieg nicht zu ändern ist. Sie bleibt dieselbe, egal wie sie getötet werden.

Es gibt nur wenige Kriegsbücher, die die Gefühle der Soldaten im Kampf so gut beschreiben wie dieses. Ein absolutes MUSS.

Buchbeschreibung:

"Der Roman schildert das Schicksal des Engländers Stephen Wraysford während des Ersten Weltkriegs. Er ist Leutnant und liegt mit seiner Einheit in Frankreich an der Somme, wo er eine der größten Schlachten dieses Krieges miterlebt. Unvermutet wechselt dann der Schauplatz der Handlung von den Schlachtfeldern Flanderns in das England des Jahres 1978. Aus Anlaß des 60. Jahrestags des Waffenstillstands beginnt eine junge Frau, Nachforschungen über ihren Großvater Stephen anzustellen, der an dem schrecklichen Kriegsgeschehen beteiligt war."

Dienstag, 13. Januar 2026

Mann, Thomas "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"

Mann, Thomas "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" - Confessions of Felix Krull - 1954

Thomas Mann, einer meiner Lieblingsschriftsteller, wurde 150, und da ich das Jahr nicht beenden wollte, ohne wenigstens einen neuen Roman von ihm zu lesen, ging ich auf die Suche. Ich hatte dieses Buch auf meinem SUB, also war die Entscheidung klar.

Ich muss gestehen, ich hatte keine Ahnung, dass dieses Buch unvollendet ist. Inzwischen weiß ich, dass Mann lange an diesem Buch gearbeitet hat und sicher immer wieder Notizen über die Handlung machte, aber nur den ersten Teil vollendete und dann vor der Erstellung des zweiten starb.

Schade, der Anfang ist schon mal gut. Der zweite Teil wäre bestimmt genauso hervorragend gewesen, wie alles von Thomas Mann.

Auf jeden Fall enthält das Buch viel Augenzwinkern. Und wenn auch Felix Krull es schafft, viele Menschen auszutricksen, kann man ihn nur ob seiner List bewundern.

Das Buch liest sich sehr gut, ich habe es wirklich genossen.

Buchbeschreibung:

"Thomas Manns charmanter Hochstapler hat die Leser im Sturm erobert: Felix Krull, der eine Schwäche für Luxus und Eleganz hat. In rasanter Geschwindigkeit steigt er in einem Pariser Grandhotel vom Liftboy zum Oberkellner auf und erobert vor allem die Herzen der weiblichen Gäste. Als er eines Tages den unglücklich verliebten Marquis de Venosta trifft und mit ihm die Rollen tauscht, scheint seinem Glück nichts mehr im Wege zu stehen. Er begibt sich auf eine Weltreise und beweist mehr als einmal, dass ihm in Sachen Schwindeleien und Irreführung, niemand so schnell das Wasser reichen kann … Eine humorvolle Hommage an den schönen Schein!"

Thomas Mann erhielt den Nobelpreis für Literatur 1929 "vornehmlich für seinen großen Roman 'Buddenbrooks', der im Laufe der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössischen Literatur gewonnen hat".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Montag, 12. Januar 2026

Mo, Yan "Das rote Kornfeld"

Mo, Yan "Das rote Kornfeld" (Chinesisch: 红高粱家族 Hóng gāoliang jiāzú) - Red Sorghum. A Novel of China - 1987

Jedes Jahr warte ich gespannt auf die Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers. Ich habe die brillantesten Schriftsteller unter ihnen entdeckt und entscheide mich immer für einen ihrer Romane. Bisher wurde ich nicht enttäuscht, und 2012 war keine Ausnahme.

Ich hatte noch nie von dem chinesischen Autor Mo Yan gehört und war überrascht, dass er die chinesische Antwort auf Franz Kafka oder Joseph Heller sei.

Die Geschichte spielt während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges zwischen 1937 und 1945, also ungefähr zu der Zeit, als sich die ganze Welt im Krieg befand. Der Erzähler berichtet die Geschichte seiner Vorfahren, hauptsächlich die seines Vaters, der damals ein Teenager war, sowie seines Großvaters und seiner Großmutter. Wie in den meisten Kriegsgeschichten ist das Buch von großer Brutalität geprägt, und der Autor beschreibt die Gräueltaten beider Seiten sehr anschaulich. Aber er spricht nicht nur über den Krieg, wir erfahren auch, wie die Menschen damals im Osten Chinas lebten.

"Rotes Sorghum", der Originaltitel des Buches, bedeutet den Chinesen so viel. Es ist nicht nur ein Nahrungsmittel, es repräsentiert ihr Land.

Ich habe dieses Buch mit großem Vergnügen gelesen. Der Schreibstil ist zwar stellenweise etwas verwirrend, aber dennoch sehr fesselnd; der Autor beschreibt die Welt mit seinen eigenen Worten. Ich habe mich schon immer sehr für China interessiert, angefangen mit den Büchern einer anderen Nobelpreisträgerin, Pearl S. Buck, die viel über China geschrieben hat. Mo Yan berichtet aus einer anderen Perspektive und aus einer anderen Zeit. Absolut lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Die endlosen Felder sind der Glanz und der Reichtum des chinesischen Dorfes Gaomi. In mächtigen roten Wellen erstrecken sie sich bis zum Horizont. Rot sind auch die Vorhänge der Sänfte, in der die schöne Dai Fenglian zu ihrem zukünftigen Ehemann Shan getragen wird. Aber als der Sänftenträger Yu Zhan'ao und Dai Fenglian sich sehen, entbrennen sie in Liebe zueinander.

Als opulente Familiensaga zeichnet der Roman das Schicksal eines Dorfes vor dem Hintergrund des chinesisch-japanischen Krieges nach. Vierzig Jahre später erinnert sich der Enkel an den süßen Duft des frisch gebrannten Schnapses und an die vielen Geschichten und losen Scherze. Die Geister seiner Vorfahren fordern ihn auf, die Tradition des Dorfes und seiner Familie fortzuführen, Vergangenheit und Gegenwart zu versöhnen."

Mo Yan erhielt den Nobelpreis für Literatur 2012 "weil er mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Samstag, 10. Januar 2026

Vergil "Aeneis"

Vergil "Aeneis" (Latin: Aeneis) - The Aeneid - 29-19 BC 

Ich bin kein großer Freund von Gedichten, und dies ist ein besonders bedeutendes Beispiel dafür, eines der frühesten. Ich fand es schwer verständlich, da ich lieber flüssige Geschichten in Prosa lese.

Dennoch verstehe ich, warum so viele Geschichten daraus zu erfolgreichen Filmen verarbeitet wurden. Es sind die Geschichten vom Beginn des Römischen Reiches, vom Beginn unseres heutigen Lebens. Viele von uns haben in der Schule die Geschichte Trojas und viele der anderen Geschichten, die in diesem Gedicht erzählt werden, gelernt.

Wie gesagt, keine leichte Lektüre, aber ich bin sehr froh, dass ich mich durchgekämpft habe, und es wird mir immer in Erinnerung bleiben, genau wie die "Die Odyssee" (Odyssey), ein weiteres Epos.

Buchbeschreibung:

"Vergils sagenhaftes Epos über die Flucht des Aeneas aus seiner brennenden Vaterstadt Troja, seine abenteuerlichen Irrfahrten, seinen Abstieg in die Unterwelt und seine Ankunft in der neuen Heimat Italien gehört seit über zweitausend Jahren zu den wichtigsten und einflussreichsten Werken der Weltliteratur."

Homer "Die Odyssee"

Homer "Die Odyssee" (Altgriechisch: Ομήρου Οδύσσεια, Odýsseia) - Odyssey - 800-600 BC

Dies ist eine epische Geschichte. Jeder kennt die "Odyssee", und ich liebe Klassiker, deshalb wollte ich sie schon immer lesen.

Ich bin kein großer Lyriker, aber man kann dies fast wie einen Roman lesen. Die Sprache ist sehr flüssig, eine Zeile folgt der nächsten ohne die üblichen Unterbrechungen. Manche Sätze können allerdings ziemlich lang werden.

Trotzdem ist es interessant, Odysseus auf seiner Reise durch diese und die nächste Welt zu begleiten, um zu seiner Frau und seinem Sohn nach Hause zu gelangen. Er begegnet Göttern und Helden, Hexen, Feinden und schwierigen, lebensbedrohlichen Situationen, aber er überlebt sie alle. Selbst als er nach Hause kommt, sind die Probleme noch nicht vorbei.

Diese Geschichte ist über 2.000 Jahre alt und fesselt uns noch heute. Absolut lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Odysseus – göttlicher Dulder, listenreicher Trojabezwinger, Abenteurer und treuer Ehemann, zugleich Freund schöner Frauen – ist durch Homers Dichtung unsterblich. Wolfgang Schadewaldt schmiegt seine Prosaübersetzung mit solcher Genauigkeit und Erfindungskraft in den Rhythmus der griechischen Redefiguren und Sprachbilder der griechischen Verserzählung, dass moderne Leser dem Zauber epischer Spannung ebenso erliegen wie die alten Hellenen dem Gesang ihres Rhapsoden vor 3000 Jahren."

Freitag, 9. Januar 2026

Hargreaves, Roger "Unsere kleinen Damen und Herren"

Hargreaves, Roger "Unsere kleinen Damen und Herren" (Englisch: Mr. Men) - 1971ff.

Roger Hargreaves hat 48 Mr. Men-Bücher geschrieben und 33 Little Miss. Bücher über alle möglichen Charaktereigenschaften, die ein Mensch haben kann, immer konzentriert in einer Person. Da ist Herr Schussel/Mister Aua (Mr. Bump), der immer gegen alles stößt, einer der Lieblingscharaktere meiner Jungs. Dann gibt es Unser Herr Eilig (Mr. Rush), der immer irgendwohin eilt. Mister Glücklich (Mr. Happy) ist glücklich, Unser Herr Komisch (Mr. Silly) ist albern, Unser Herr Herr Winzig (Mr. Small) ist klein und Unser Herr Riesig (Mr. Tall) ist groß. Tja, so geht es immer weiter. Meine Kinder mochten auch Unser Herr Griesgram (Mr. Grumpy), weil er Grimassen schnitt. Der absolute Liebling in unserer Familie war Unser Herr Killekille (Mr. Tickle). Seine Arme waren so lang, dass sie von überall her kommen und einen kitzeln konnten. Alle Kinder mögen das. Leider wurden nicht alle Bücher ins Deutsche übersetzt, vor allem gibt es nicht diese schöne Sammlung, auf deren Seite "Mr. Men" steht.

Jeder einzelne Mr. Men ist liebevoll illustriert, Kinder erkennen ihn sofort.

Ob man nur ein paar oder alle kleinen Geschichten liest, es sind schöne Gutenachtgeschichten für kleine Kinder und gute Bücher für Leseanfänger.




Hier ist eine Liste aller Kleine Damen und Kleine Herren Bücher:

Unser Herr Angsthase - 1984: auch Mister Schlotter - 2010 (Mister Jelly)
Unsere Dora Däumling - 1983 (Little Miss Tiny)
Unser Herr Durcheinander - 1984 (Mister Dizzy)
Unser Herr Dussel - 1983 (Mister Muddle)
Unsere Emma Eigensinn - 1983 (Little Miss Bossy)
Unsere Eva Ehrgeiz - 1986 (Little Miss Star)
Unser Herr Eilig - 1987 (Mister Rush)
Unser Herr Falsch - 1989 (Mister Wrong)
Unser Herr Faulpelz - 1983 (Mister Lazy)
Unsere Frieda Frech - 1984 (Little Miss Trouble)
Unser Herr Frostig - 1988 (Mister Snow)
Unser Herr Geizig - 1984 (Mister Mean)
Unsere Gerda Gegenteil - 1986 36 (Little Miss Contrary 1984)
Unser Herr Glücklich; auch Mister Glücklich - 1982 (Mister Happy)
Unser Herr Griesgram - 1990 (Mister Grumpy)
Unser Herr Hatschi - 1982 (Mister Sneeze)
Unsere Hille Hilfsbereit - 1983 (Little Miss Helpful)
Unser Herr Hochnase - 1981 (Mister Uppity)
Unsere Hollie Hokuspokus 1984; auch Miss Hokuspokus - 2010 (Little Miss Magic) 3- 88727- 050- 9 - 32 ).
Unser Herr Hupf - 1984 (Mister Bounce)
Unsere Inge Immerfroh - 1985 (Little Miss Giggles)
Unser Herr Killekille - 1982 (Mister Tickle)
Unser Herr Komisch - 1981 (Mister Silly)
Unser Herr Kuddelmuddel - 1981; auch Mister Umgekehrt - 2010 (Mister Topsy- Turvy)
Unser Herr Langsam - 1988 (Mister Slow)
Unser Herr Laut - 1987 (Mister Noisy)
Unser Herr Leise - 1987 (Mister Quiet)
Unser Herr Lustig - 1982 (Mister Funny)
Unser Herr Neugierig - 1982 (Mister Nosey)
Unser Herr Nimmersatt - 1982 (Mister Greedy)
Unser Herr Ordentlich - 1982 (Mister Fussy)
Unsere Polly Plaudertasche - 1985 (Little Miss Chatterbox)
Unsere Paula Prächtig - 1983; auch Miss Glanz - 2010 (Little Miss Splendid)
Unser Herr Quassel - 1987 (Mister Chatterbox)
Unser Herr Riesig - 1986 (Mister Tall)
Unsere Rosi Rundlich - 1983 (Little Miss Plump)
Unsere Sofie Säuberlich - 1983 (Little Miss Neat)
Unser Herr Schlampig - 1981 (Mister Messy)
Unser Herr Schlaumeier - 1987 (Mister Clever)
Unser Herr Schnell - 1990 (Mister Busy)
Unsere Susi Schüchtern - 1983 (Little Miss Shy)
Unser Herr Schussel - 1982 (Mister Bump)
Unsere Sonja Sonnenschein - 1983 (Little Miss Sunshine)
Unsere Sissi Sorgenfrei - 1986 (Little Miss Lucky)
Unser Herr Sorgenvoll - 1988 (Mister Worry)
Unser Herr Stark - 1986 (Mister Strong)
Unser Herr Tolpatsch 1989 (Mister Clumsy)
Unser Herr Träumerisch - 1982 (Mister Daydream)
Unsere Ute Unentschieden - 1985 (Little Miss Fickle)
Unsere Ulla Ungezogen - 1986 (Little Miss Naughty)
Unser Herr Unmöglich - 1982 (Mister Impossible)
Unsere Uschi Unpünktlich - 1983 (Little Miss Late)
Unser Herr Vergesslich - 1982 (Mister Forgetful)
Unser Herr Winzig - 1982 (Mister Small)
Unsere Wendi Wirrwarr - 1983 (Little Miss Scatterbrain)
Unsere Winnie Wunderlich - 1988 (Little Miss Dotty)
Unsere kleinen Zwillingsdamen - 1987 (Little Miss Twins)

Außerdem erschienen:
Unsere Hille Hilfsbereit gibt eine Party - 1984 (Little Miss Helpful plans a pop- up party)
Unsere Sonja Sonnenschein spielt bei Regen - 1984 (Little Miss Sunshine's rainy day pop- up fun)
Unser Herr Lustig macht einen Film - 1984 (Mister Funny and the pop- up T.V. show)
Unser Herr Glücklich geht zum Essen - 1984 (Mister Happy goes to a pop- up dinner)
Unser Herr Glücklich und seine Freunde. Die lustigen Geschichten von Inge Immerfroh Herrn Killekille Polly Plaudertasche und vielen anderen kleinen Damen und Herren - 1986
Neues von unserem Herrn Glücklich und seinen Freunden. Lustige Geschichten von Rosi Rundlich, Herrn Komisch, Susi Schüchtern und vielen anderen kleinen Damen und Herren - 1990

Wer die komplette Sammlung besitzt, kann Sie auf dem Buchrücken tatsächlich "My Mr. Men Library" in der Mr. Men-Schrift lesen. Sieht im Bücherregal gut aus, aber wir haben es nie geschafft, alle zu bekommen.

Eine Übersicht über alle deutschen Bücher und wie man sie bestellen kann, findet ihr beim Susanna Rieder Verlag.

Buchbeschreibung:

"Unser Herr Glücklich ist sehr, sehr glücklich, weil ihn und seine Freunde Millionen Kinder auf der ganzen Welt mögen. Sie lachen mit Sonja Sonnenschein, kichern, wenn Herr Killekille auftaucht, schütteln den Kopf über Herrn Vergeßlich und wundern sich, was Polly Plaudertasche so alles in einer Minute sagen kann... Dieser Sammelband der erfolgreichen Kinderbuchserie Unsere kleinen Damen und Herren ist ein köstliches Buch: prallvoll gefüllt mit Geschichten, die auf witzig-liebevolle Weise von menschlichen Stärken und Schwächen erzählen, und mit unzähligen bunten, fröhlichen Bildern geschmückt! Ihren großen und kleinen Freunden (und allen, die es noch werden wollen) wünschen nun viel Spaß.

Unsere kleinen Damen und Herren ist eine britische Kinderbuchserie von Roger Hargreaves. In Fantasiewelten leben smileyartige Wesen, bei denen jeweils ein Temperament, Charakter- oder Körpermerkmal besonders ausgeprägt ist. Ihr Merkmal tragen die Figuren im Namen.

In den Geschichten geht es um die gesellschaftlichen Konflikte und persönlichen Probleme, die sich aus der jeweiligen Eigenschaft ergeben.
"

Donnerstag, 8. Januar 2026

Hamill, Pete "Schnee im August"

Hamill, Pete "Schnee im August" (auch: Der Junge und der Rabbi) (Englisch: Snow in August) - 1998

Brooklyn, zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein elfjähriger irisch-katholischer Junge, dessen Vater im Krieg starb und der allein mit seiner Mutter lebt, freundet sich mit einem tschechischen Rabbiner an und lernt etwas über das Judentum und den Holocaust. Gemeinsam begegnen sie Rassismus und Gewalt. Gemeinsam mit Michael lernen wir die jiddische Sprache, jüdische Geschichte, jüdische Literatur, den jüdischen Folklore-Golem kennen - und Baseball.

Die Geschichte ist gut erzählt, wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und steigert die Spannung. Man könnte sie fast an einem Tag lesen, aber man möchte sich nicht zu früh von den Figuren verabschieden, da man sie hoffentlich genauso lieb gewinnt wie ich.

Ich habe dieses Buch wirklich geliebt und würde gerne mehr von diesem Autor lesen.

Buchbeschreibung:

"Winter 1946: Ein Schneesturm fegt durch die Straßen von Brooklyn, aber als Meßdiener muß der zwölfjährige Michael Devlin irgendwie zur Kirche kommen. Als er an der Synagoge des Viertels vorbeieilt, sieht er in der Tür den alten Rabbi, der ihn zu sich winkt. Es ist Sabbat, und Rabbi Hirsch braucht jemanden, der ihm die Heizung anzündet. Mit Herzklopfen betritt Michael die unheimliche Synagoge. Was anfängt wie das Abenteuer eines der von ihm so bewunderten Comic-Helden, wird für Michael bald zum Fenster in die fremde, magisch anziehende Welt von Rabbi Hirsch, der gerade erst dem Grauen Europas entkommen ist. Michael wird sein Schabbes-Goi, hilft ihm, sich in der Neuen Welt zurechtzufinden, erklärt ihm amerikanische Bräuche, Baseballregeln und Grammatik. Umgekehrt beschwört der Rabbi das Leben und die Geschichte von Prag herauf, erzählt von Mozart und der Kabbala und endlich auch von der uralten Legende des Golem. Zum ersten Mal erfährt Michael etwas von jüdischer Weisheit und Tradition. Doch als er davon erzählen will, eckt er bei seinen irisch-katholisch geprägten Schulfreunden schnell an. Michael hat aber noch größere Sorgen. Er hat gesehen, wie Frankie McCarthy und seine Gang den Ladenbesitzer Mr. Greenburger beraubt und geschlagen haben. Frankie schüchtert Michael mit Drohungen ein, und so schweigt er, als die Polizei nach Zeugen sucht. Den ganzen Sommer über terrorisiert Frankies Gang das Viertel: die Rowdys malen Hakenkreuze an die Synagoge, verprügeln Michael als Verräter und belästigen sogar seine Mutter. Als schließlich Rabbi Hirsch brutal zusammengeschlagen wird, sieht die Mutter nur noch einen Ausweg: weg aus der Gegend. Michael aber will nicht aufgeben. In seiner Verzweiflung besinnt er sich auf die Legenden des Rabbis und erkennt: Nur ein Wunder kann die Rettung bringen! Eine einfache Geschichte von Freundschaft und Erwachsenwerden, aber auch ein Konflikt, der wie im Brennglas die großen Fragen aufwirft - nach Mut und Vorurteilen, Anpassung und Widerstand. Poetisch beschwört Pete Hamill die Kraft der Worte und des Glaubens. Mit feinem Ohr für den Tonfall schildert er das irische wie das jüdische Milieu Brooklyns präzise und atmosphärisch dicht. Zwischen Frank McCourt und Isaac Bashevis Singer ist Hamills Roman moderne Fabel und realistisches Porträt zugleich."

Mittwoch, 7. Januar 2026

Liao, Yiwu "Für ein Lied und hundert Lieder"

Liao, Yiwu/Lao Wei "Für ein Lied und hundert Lieder: Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen" (Chinesisch: 證詞/Zheng-Ci) - Testimonials or: For a Song and a Hundred Songs: A Poet's Journey Through a Chinese Prison - 2000 

Ich habe die erweiterte deutsche Übersetzung des chinesischen Buches gelesen. Er hat gerade den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Das Buch beschreibt die grausame Behandlung von Liao Yiwu und anderen politischen Gefangenen in einem Gefängnis in Chongqing, die nach der Razzia am 4. Juni 1989 verhaftet wurden.

Es ist erschreckend zu lesen, was Menschen in chinesischen Gefängnissen durchmachen müssen. Dieses Buch ist lesenswert, aber es zeigt auch schreckliche Bilder dessen, was sie einander antun. Es ist kaum zu glauben, dass Menschen so sein können.

Was für ein tragischer Bericht über so viele verlorene und vergeudete Leben. Manchmal dachte ich: "Will ich das wirklich alles wissen?" Aber dann machte ich weiter, denn wenn Menschen diese Folter ertragen können, sollten wir uns zumindest bemühen, darüber Bescheid zu wissen. Wie viel kann ein Mensch ertragen?

Da Yiwu Liao ein Dichter ist, enthält das Buch auch viel Poesie, sowie viel chinesische Geschichte und Literatur und Informationen über das chinesische Leben und Denken. Mein Lieblingszitat lautet: "Wasser in der Ferne wird deinen jetzigen Durst nicht stillen."

Buchbeschreibung:

"Ein großes literarisches Zeugnis über das Menschsein in widrigsten Umständen

Bis zum Vorabend des 4. Juni 1989 führt Liao Yiwu das Leben eines so unbekannten wie unpolitischen Hippie-Poeten. Doch mit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist schlagartig alles anders. Nachdem Liao ein kritisches Gedicht verfasst hat, wird er zu vier Jahren Haft im Gefängnis und in einem Arbeitslager verurteilt.

In seinem großen Buch schildert Liao auf literarisch höchst eindringliche Weise die brutale Realität seiner Inhaftierung. Dabei ist er schonungslos, auch sich selbst gegenüber: Er beschreibt, wie er und seine Mithäftlinge zu Halbmenschen degradiert werden und dabei manchmal selbst vergessen, was es bedeutet, Mensch und Mitmensch zu sein.

Liao Yiwu zeigt sich in diesem eindrucksvollen Buch abermals als einer der ganz großen Autoren Chinas, als einer der sprach- und bildmächtigsten Schriftsteller unserer Zeit.
"

Yiwu Liao hat 2012 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten.

Dienstag, 6. Januar 2026

Stowe, Harriet Beecher "Onkel Toms Hütte"

Stowe, Harriet Beecher "Onkel Toms Hütte" (Englisch: Uncle Tom’s Cabin) - 1852

Dies ist eine der tragischsten Geschichten, die ich je gelesen habe, und ich glaube, ich habe schon so einige Tragödien gelesen. Ich habe Bücher über Kriege, Konzentrationslager und Sklaverei gelesen, um nur einige zu nennen. Wie bei anderen klassischen Geschichten hatte ich vom Inhalt gehört, ich wusste, was mit Onkel Tom geschehen würde, ich wusste, was mit Sklaven geschah, wie sie verkauft und gefoltert wurden, wie man ihre Ehepartner und Kinder von ihren Familien weg verkaufte. Aber es ist jedes Mal aufs Neue tragisch, besonders wenn man den beteiligten Personen Namen gibt, wenn sie so beschrieben werden, dass sie auf dem Papier lebendig werden.

Harriet Beecher Stowe ist genau das gelungen: Sie erweckt all die armen Menschen zum Leben, die keinerlei Rechte hatten und keine Hoffnung, dass sich ihr Leben jemals verbessern würde, dass sie und ihre Lieben einem Schicksal entgehen würden, das schlimmer wäre als der Tod.

Da ist Onkel Tom, ein treuer Diener eines guten "Herrn", der ihn niemals verkaufen würde. Oder doch? Mehrere andere Figuren im Roman erfahren, dass mit Geld alles möglich ist, egal ob der Besitzer seinen "Besitz" verkaufen will oder nicht. Dann ist da seine Familie, die sich von ihrem Mann und Vater verabschieden muss, wohl wissend, dass sie ihn nie wiedersehen werden. Und dann sind da noch all die anderen armen Seelen, die alle ein Kreuz zu tragen haben; eine Geschichte scheint unerträglicher als die andere. Erstaunlich, wie sie trotzdem weitermachen und sogar Mitgefühl zeigen können. Aber sie tun es.

Ich habe gelesen, dass "Onkel Toms Hütte" wegen der damals herrschenden rassistischen Vorurteile, die die Autorin mehrfach wiederholt, nicht mehr in der Schule gelesen wird. Ich glaube nicht, dass das ein Grund ist, es nicht mehr zu lesen, im Gegenteil. Das wäre dasselbe, als würde man nichts mehr über Konzentrationslager und die Nazis lesen. Nein, ich denke, solange wir diese Geschichten lesen und uns der damaligen Vorurteile bewusst sind, können wir die noch bestehenden bekämpfen. Je mehr wir darüber erfahren, desto lächerlicher erscheinen sie und desto eher werden sie beseitigt.

Ich habe es total genossen, diese Geschichte zu lesen, obwohl mir diese Art, eine Geschichte mit diesem Inhalt zu beschreiben, nie gefallen hat.

Buchbeschreibung:

"Dieser zeitlose historische Romanklassiker mit christlicher Botschaft verdient es, immer wieder gelesen zu werden. Die bewegende Geschichte über das Schicksal der Sklaven in Nordamerika: Als Onkel Tom von seinem gütigen Herrn verkauft werden muss, beginnt für ihn eine Odyssee, die seinen Glauben auf eine harte Probe stellt. Wird er jemals die langersehnte Freiheit erlangen?"

Montag, 5. Januar 2026

Brijs, Stefan "Der Engelmacher"

Brijs, Stefan "Der Engelmacher" (Niederländisch/Flämisch: De engelenmaker) - The Angel Maker - 2005

Die Geschichte handelt von einem Arzt, der Klontechnik betreibt und mit seinen Kindern ein sehr privates Leben in einem abgelegenen Dorf im deutschsprachigen Teil Belgiens führt. Im Laufe der Geschichte erfahren wir sein Geheimnis.

Wir hatten das Buch ausgewählt, weil es nur wenige niederländische Bücher gibt, die ins Englische übersetzt wurden. Die Geschichte hat uns unterschiedlich berührt. Sie war fesselnd, spannend und regte zum Nachdenken an.

Wir erfuhren etwas über das Asperger-Syndrom, Autismus und die frühere Behandlung von Anstaltsinsassen. Und über das Klonen.

Es war interessant, den Kontrast zwischen moderner Wissenschaft und Engstirnigkeit zu erleben. Das Buch war leicht zu lesen, hatte aber so viele Ebenen. Es gab viel Symbolik, die Dreifaltigkeit tauchte immer wieder auf.

Der Autor hat hervorragend recherchiert, viele Informationen und Fakten schienen richtig.

Manche fanden das Buch sehr gut, andere fanden es verstörend und deprimierend, ja sogar schrecklich, abstoßend und brachte manche von uns weit über ihre Komfortzone hinaus. Es hat einen sehr gotischen Touch.

Die Kleinstadtmentalität war verstörend. Wir fanden, dass sie überall gleich sind.

Es gab im ganzen Roman niemanden, mit dem wir uns identifizieren konnten. Selbst die Kinder wurden so unmenschlich dargestellt, dass wir nur Mitgefühl für die Lehrerin empfinden konnten.

Wir sagen gerne, dass "Wissenschaft wertfrei ist", dass es keine Grenzen geben kann, es ist Entdeckung um der Entdeckung willen. Was machen wir mit den Entdeckungen? Jemand, der keine Hemmungen hat, wird sie nutzen. Das Zitat "Die Medizin hat uns erlaubt, langsamer zu sterben" wurde erwähnt.

Man weiß schon vom ersten Satz an, dass das nicht gut ausgehen wird. Der Autor lässt viele Fragen offen.

Der Titel gefiel mir nicht besonders. Im Deutschen ist ein Engelmacher jemand, der eine unsichere, illegale Abtreibung durchführt. Aber als Thema war dies genauso schlimm. Ich hatte mich nicht auf das Buch gefreut und es hat mir nicht besonders gefallen. Auch das (ursprüngliche) Coverbild und das des Künstlers gefielen mir nicht. Ersteres erinnerte mich an ein verdorbenes Spiegelei, Letzteres ließ mich denken, der Autor schreibe über sich selbst.

Trotzdem hatten wir eine sehr interessante Diskussion über ein sensibles Thema.

Wir haben das Thema im November 2012 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:

"'Gott gibt und Gott nimmt, Victor. Aber nicht immer. Manchmal müssen wir es selbst tun!'

Wolfheim, gelegen im Dreiländereck, ganz in der Nähe von Aachen: Nach zwanzig Jahren Abwesenheit kehrt Dr. Victor Hoppe in seinen Geburtsort zurück. Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Dorfbewohner wundern sich vor allem über die drei Babys, die er dabei hat: Es sind offensichtlich Drillinge, die Jungen gleichen sich wie ein Ei dem anderen, und alle sind von einer Hasenscharte entstellt – eine Fehlbildung, die bereits Victor von seinem Vater geerbt hatte und die ihm seinerzeit das Leben schwer machte. Denn die Einheimischen sind abergläubisch. Auch jetzt machen Gerüchte die Runde. Und tatsächlich drängen sich Fragen auf: Wo ist die Mutter? Was will Victor nach all den Jahren in Wolfheim? Warum versteckt er die Kinder? Doch als der Doktor einem Jungen aus dem Dorf das Leben rettet, ändert sich die Lage dramatisch und seine Popularität steigt. Man beginnt sich mit ihm zu arrangieren, auch wenn er nach wie vor wunderlich erscheint. Man fasst sogar Zutrauen zu ihm. Bis die Kinderfrau der Drillinge, eine ehemalige Lehrerin aus dem Dorf, eines plötzlichen Todes stirbt …
"

Samstag, 3. Januar 2026

Robinson, Barbara "Hilfe, die Herdmanns kommen"

Robinson, Barbara "Hilfe, die Herdmanns kommen" (Englisch: The Best Christmas Pageant Ever) (oder "The Worst Kids in the World") - 1972

Ich habe dieses Buch kennengelernt, als mein Sohn in einem Schultheaterstück Charlie Bradley spielte. Da wir eine große Bücherfamilie sind, kauften wir uns das Buch zum Lesen. Es war genauso fantastisch. Ich finde, jedes Kind sollte diese Geschichte lesen.

In diesem Stück erfährt man, worum es an Weihnachten geht und was es wirklich bedeutet. Nicht darum, wer den höchsten Weihnachtsbaum und die meisten Geschenke hat, wer die besten Noten und das größte Haus hat. Sondern darum, dass vor über 2.000 Jahren ein kleines Kind geboren wurde und die Leute immer noch darüber reden.

Die Geschichte ist ungewöhnlich, ja unkonventionell und gleichzeitig urkomisch. Eine schöne Handlung mit Happy End. Eine schöne Weihnachtsgeschichte.

Buchbeschreibung:

"Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren (auch die Mädchen), bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer halb wilden Katze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Jetzt haben sie es sogar geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten..."