Montag, 12. Januar 2026

Mo, Yan "Das rote Kornfeld"

Mo, Yan "Das rote Kornfeld" (Chinesisch: 红高粱家族 Hóng gāoliang jiāzú) - Red Sorghum. A Novel of China - 1987

Jedes Jahr warte ich gespannt auf die Bekanntgabe des Literaturnobelpreisträgers. Ich habe die brillantesten Schriftsteller unter ihnen entdeckt und entscheide mich immer für einen ihrer Romane. Bisher wurde ich nicht enttäuscht, und dieses Jahr war keine Ausnahme.

Ich hatte noch nie von dem chinesischen Autor Mo Yan gehört und war überrascht, dass er die chinesische Antwort auf Franz Kafka oder Joseph Heller sei.

Die Geschichte spielt während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges zwischen 1937 und 1945, also ungefähr zu der Zeit, als sich die ganze Welt im Krieg befand. Der Erzähler berichtet die Geschichte seiner Vorfahren, hauptsächlich die seines Vaters, der damals ein Teenager war, sowie seines Großvaters und seiner Großmutter. Wie in den meisten Kriegsgeschichten ist das Buch von großer Brutalität geprägt, und der Autor beschreibt die Gräueltaten beider Seiten sehr anschaulich. Aber er spricht nicht nur über den Krieg, wir erfahren auch, wie die Menschen damals im Osten Chinas lebten.

"Rotes Sorghum", der Titel des Buches, bedeutet den Chinesen so viel. Es ist nicht nur ein Nahrungsmittel, es repräsentiert ihr Land.

Ich habe dieses Buch mit großem Vergnügen gelesen. Der Schreibstil ist zwar stellenweise etwas verwirrend, aber dennoch sehr fesselnd; der Autor beschreibt die Welt mit seinen eigenen Worten. Ich habe mich schon immer sehr für China interessiert, angefangen mit den Büchern einer anderen Nobelpreisträgerin, Pearl S. Buck, die viel über China geschrieben hat. Mo Yan berichtet aus einer anderen Perspektive und aus einer anderen Zeit. Absolut lesenswert.

Buchbeschreibung:

"Die endlosen Felder sind der Glanz und der Reichtum des chinesischen Dorfes Gaomi. In mächtigen roten Wellen erstrecken sie sich bis zum Horizont. Rot sind auch die Vorhänge der Sänfte, in der die schöne Dai Fenglian zu ihrem zukünftigen Ehemann Shan getragen wird. Aber als der Sänftenträger Yu Zhan'ao und Dai Fenglian sich sehen, entbrennen sie in Liebe zueinander.

Als opulente Familiensaga zeichnet der Roman das Schicksal eines Dorfes vor dem Hintergrund des chinesisch-japanischen Krieges nach. Vierzig Jahre später erinnert sich der Enkel an den süßen Duft des frisch gebrannten Schnapses und an die vielen Geschichten und losen Scherze. Die Geister seiner Vorfahren fordern ihn auf, die Tradition des Dorfes und seiner Familie fortzuführen, Vergangenheit und Gegenwart zu versöhnen."

Mo Yan erhielt den Nobelpreis für Literatur 2012 "weil er mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

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