Donnerstag, 8. Januar 2026

Hamill, Pete "Schnee im August"

Hamill, Pete "Schnee im August" (auch: Der Junge und der Rabbi) (Englisch: Snow in August) - 1998

Brooklyn, zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein elfjähriger irisch-katholischer Junge, dessen Vater im Krieg starb und der allein mit seiner Mutter lebt, freundet sich mit einem tschechischen Rabbiner an und lernt etwas über das Judentum und den Holocaust. Gemeinsam begegnen sie Rassismus und Gewalt. Gemeinsam mit Michael lernen wir die jiddische Sprache, jüdische Geschichte, jüdische Literatur, den jüdischen Folklore-Golem kennen - und Baseball.

Die Geschichte ist gut erzählt, wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und steigert die Spannung. Man könnte sie fast an einem Tag lesen, aber man möchte sich nicht zu früh von den Figuren verabschieden, da man sie hoffentlich genauso lieb gewinnt wie ich.

Ich habe dieses Buch wirklich geliebt und würde gerne mehr von diesem Autor lesen.

Buchbeschreibung:

"Winter 1946: Ein Schneesturm fegt durch die Straßen von Brooklyn, aber als Meßdiener muß der zwölfjährige Michael Devlin irgendwie zur Kirche kommen. Als er an der Synagoge des Viertels vorbeieilt, sieht er in der Tür den alten Rabbi, der ihn zu sich winkt. Es ist Sabbat, und Rabbi Hirsch braucht jemanden, der ihm die Heizung anzündet. Mit Herzklopfen betritt Michael die unheimliche Synagoge. Was anfängt wie das Abenteuer eines der von ihm so bewunderten Comic-Helden, wird für Michael bald zum Fenster in die fremde, magisch anziehende Welt von Rabbi Hirsch, der gerade erst dem Grauen Europas entkommen ist. Michael wird sein Schabbes-Goi, hilft ihm, sich in der Neuen Welt zurechtzufinden, erklärt ihm amerikanische Bräuche, Baseballregeln und Grammatik. Umgekehrt beschwört der Rabbi das Leben und die Geschichte von Prag herauf, erzählt von Mozart und der Kabbala und endlich auch von der uralten Legende des Golem. Zum ersten Mal erfährt Michael etwas von jüdischer Weisheit und Tradition. Doch als er davon erzählen will, eckt er bei seinen irisch-katholisch geprägten Schulfreunden schnell an. Michael hat aber noch größere Sorgen. Er hat gesehen, wie Frankie McCarthy und seine Gang den Ladenbesitzer Mr. Greenburger beraubt und geschlagen haben. Frankie schüchtert Michael mit Drohungen ein, und so schweigt er, als die Polizei nach Zeugen sucht. Den ganzen Sommer über terrorisiert Frankies Gang das Viertel: die Rowdys malen Hakenkreuze an die Synagoge, verprügeln Michael als Verräter und belästigen sogar seine Mutter. Als schließlich Rabbi Hirsch brutal zusammengeschlagen wird, sieht die Mutter nur noch einen Ausweg: weg aus der Gegend. Michael aber will nicht aufgeben. In seiner Verzweiflung besinnt er sich auf die Legenden des Rabbis und erkennt: Nur ein Wunder kann die Rettung bringen! Eine einfache Geschichte von Freundschaft und Erwachsenwerden, aber auch ein Konflikt, der wie im Brennglas die großen Fragen aufwirft - nach Mut und Vorurteilen, Anpassung und Widerstand. Poetisch beschwört Pete Hamill die Kraft der Worte und des Glaubens. Mit feinem Ohr für den Tonfall schildert er das irische wie das jüdische Milieu Brooklyns präzise und atmosphärisch dicht. Zwischen Frank McCourt und Isaac Bashevis Singer ist Hamills Roman moderne Fabel und realistisches Porträt zugleich."

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