Freitag, 13. Juni 2025

Sonneborn, Martin "Herr Sonneborn geht nach Brüssel"

Sonneborn, Martin "Herr Sonneborn geht nach Brüssel" [Mr. Sonneborn goes to Brussels] - 2019

"Endlich verstehen, wie in Europa Politik gemacht wird."

Ja, das wäre etwas. Ich glaube allerdings, dass kaum ein Politiker versteht, wie Politik gemacht wird, Europa oder anderswo.

Ich hatte ja schon "99 Ideen zur Wiederbelebung der politischen Utopie. Das kommunistische Manifest" vom gleichen Autoren gelesen, Chefredakteur der Titanic und Vorsitzender der selbstgegründeten Partei "DIE PARTEI".

Humor hat er. Und schreiben kann er auch, das steht außer Frage. Und auch, wenn er damit angibt, im EP nichts zu tun,glaube ich, dass er manchmal mehr geschafft hat als mancher andere, der jahrzehntelang auf einem Posten sitzt.

Da erzählt er z.B. vom monatlichen Umzug des gesamten Parlaments nach Straßburg. Oder von den parlamentarischen Abenden in der Landesvertretung von Baden-Würrtemberg.

Und er bildet ein schönes T-Shirt von seiner Partei ab, bei dem ich überlege, ob ich es mir zulegen sollte. Es geht um den übergeschnappten Präsidenten eines bislang großen Landes, der dieses Land angeblich wieder größer machen möchte, aber Die Partei bietet das Gegenteil an. Siehe hier.

Ich hatte das Glück, vor kurzem das Europäische Parlament zu besuchen. Unser Sohn arbeitet dort für die Volt-Partei und durfte uns herumführen (siehe unten). War schon hochinteressant. Genau wie dieses Buch.

Ich kann es nur empfehlen für jeden, der sich auch nur weitgehen für (Europa-)Politik interessiert. Ob man sich für Martin Sonneborn begeistern kann oder nicht, macht dabei überhaupt keinen Unterschied. Er gibt einen hervorragenden Einblick, wie Europa fluppt oder auch nicht.

Ich bin sehr dafür, dass man so eine Satire-Partei beibehält. Sie zeigt viel auf, was anders und besser gemacht werden könnte. Und weckt vielleicht den ein oder anderen von den etablierten Parteien auf.

Buchbeschreibung:

"Endlich verstehen, wie in Europa Politik gemacht wird.

Das Abenteuer beginnt im Frühjahr 2014. Unerwartet wird der ehemalige Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn ins EU-Parlament gewählt – als einziger Abgeordneter seiner Partei (Die Partei). Und da er schon mal da ist, beschließt er rauszufinden: Wie funktioniert Europa?

Am Anfang ist es wie eine Klassenfahrt für Erwachsene. Europäer mit 24 verschiedenen Muttersprachen treffen aufeinander. Sie kennen sich nicht, sollen aber gemeinsam Politik machen. Und es werden wilde Jahre: Es geht um die Vergrößerung der EU, den Brexit, Datenschutzrichtlinien, die Katalonienkrise und die Beziehungen zu den USA und zu Russland. Politik wird von Menschen gemacht. Von den Fraktionslosen wie dem polnischen Monarchisten, der das Frauenwahlrecht wieder abschaffen will, und Alessandra Mussolini, der Enkelin des Duce, die über Berlusconis legendäre Po-Liste ins Parlament gekommen ist, genauso wie von den Mitgliedern der großen Parteien. Martin Sonneborn begegnet Martin Chulz (bzw. Schulz), Elmar Brocken (Brok), Beatrix von Strolch, Udo Voigt (NPD) und seiner Frau, Manfred Streber (Manfred Weber, CSU, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei) und Herbert Reul (neuerdings Innenminister in NRW und ein bisschen dumm), Bernd Lucke, Nigel Farage und Angela Merkel."

Donnerstag, 12. Juni 2025

Loriot "Die Jodelschule"

Loriot "Die Jodelschule und andere dramatische Werke" [The Yodeling School and other dramatic works] - 1981

Wer kennt sie nicht, die berühmten Sprüche von Loriot. Eigentlich wollte ich ein paar davon hier zitieren, da ich aber weiß, dass die Erben des fantastischen Komikers gerne alle verklagen, die Zitate veröffentlichen, lasse ich es lieber. Dafür gebe ich hier die Titel der Stücke an, die in diesem Buch sind. Die findet man auch anderweitig im Netz, z.B. hier auf der Seite des Reclam-Verlags:

Deutsch für Ausländer
Bundestagsrede
Marzipankartoffeln
Das Beethoventrio
Der Lottogewinner
Filmanalyse
Studiointerview
Schmeckt’s?
Das Frühstücksei
Das Filmmonster
Fernsehabend
Feierabend
Bettenkauf
Eheberatung
Der sprechende Hund
An der Opernkasse
Skat
Inhaltsangabe
Herren im Bad
Mutters Klavier
Parkgebühren
Feuergeben
Kosakenzipfel
Vertreterbesuch
Die Jodelschule

Auf jeden Fall ist dies eine fantastische Sammlung vieler toller Geschichten, wie das Leben sie schrieb … ähm, wie Loriot sie beobachtet und für uns alle aufgeschrieben hat. Ich kann es nur empfehlen.

Buchbeschreibung:

"Das Beste von Loriot

Die Härte eines Frühstückseis, das verschlungene Zitronencreme-Bällchen eines Kosakenzipfels oder der Feierabend ohne Fernsehprogramm – kleine Momente des Alltags können zu großen Dramen werden. Zumindest, wenn sie aus der Feder des wohl beliebtesten deutschen Humoristen stammen. Loriots Sketche sind längst zu Klassikern geworden. Scharfsinnig und mit Wortwitz finden sich in diesem Buch die besten Sketche des großen Komikers.

Eine humorvolle Zeitreise durch die einzigartige Karriere von Loriot. Ein wunderbares Geschenk für alle, die Vicco von Bülow lieben und verehren.

Loriots dramatische Werke: Die besten Sketche des großen deutschen Satirikers Vicco von Bülow

Bekannt und beliebt: Ein Wiedersehen mit den Hoppenstedts, Dr. Klöbner und Herrn Müller-Lüdenscheid

Klassiker zum Sammeln: Ein neuer Loriot-Band in Reclams Universal-Bibliothek

Tolle Geschenkidee für Loriot-Fans"

Mittwoch, 11. Juni 2025

Massaquoi, Hans J. "Neger, Neger, Schornsteinfeger"

Massaquoi, Hans J. "Neger, Neger, Schornsteinfeger! Meine Kindheit in Deutschland" (Englisch: Destined to Witness) - 1999

Sehr interessante Autobiografie eines deutsch-liberianischen Jungen, der im nationalsozialistischen Deutschland aufwuchs. Er beschreibt seine Kindheit und Jugend in Hamburg zu einer Zeit, als jeder blonde Haare und blaue Augen haben musste. Es gab damals nur sehr wenige dunkelhäutige Menschen in Deutschland, doch aus unerfindlichen Gründen verfolgten ihn die Nazis nie offen.

Mit seiner Geschichte hat er uns wahrscheinlich mehr über die Gedanken und Wünsche eines einfachen Deutschen erzählt als jeder andere Bericht über diese Zeit. Obwohl er alles andere als dem Arier-Stereotyp entsprach, wollte er dazugehören, er wollte ein Hitlerjunge sein. Das ist es, was fast jedes Kind (und jeder Erwachsene) will: zur Gesellschaft um sich herum gehören, egal wie sie behandelt wird. Ich fand, er hat das sehr gut beschrieben. Wir bekommen auch einen guten Einblick in die "einfachen" Leute und die verschiedenen Mitglieder der NSDAP. Er spricht sowohl über die Menschen, die ihm halfen, als auch über diejenigen, die es nicht taten. Er gibt einen fantastischen Einblick in das Leben während des Krieges. Dieses Buch zeigt auch, dass die Nazis nicht nur Juden jagten und vernichteten, sondern dass jeder, der nicht so aussah und/oder dachte wie sie, auf ihrer Liste der "Unerwünschten" stand. Sehr gut geschrieben und absolut lesenswert, besonders wenn man sich für diese Zeit interessiert.

Hans J. Massaquoi emigrierte später in die USA, wo er Chefredakteur der Zeitschriften Jet und Ebony wurde.

Der englische Titel dieses Buches bedeutet "Zum Zeugnis bestimmt. Das Buch wurde unter demTitel "Neger, Neger, Schornsteinfeger" auch recht erfolgreich verfilmt.

Buchbeschreibung:

"1926 in Hamburg: Als Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters wächst Hans-Jürgen Massaquoi zunächst in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Der Großvater, ehemaliger König der Vai, ist liberianischer Generalkonsul in Hamburg. Die Dienstboten sind Weiße.

Doch dann verläßt die liberianische Familie das Land. Massaquoi und seine Mutter bleiben zurück und ziehen in ein Arbeiterviertel. Aber bald darauf übernehmen die Nazis die Macht, und das Leben verändert scih grundlegend...
"

Dienstag, 10. Juni 2025

Hornby, Gill "Miss Austen"

Hornby, Gill "Miss Austen" (Englisch: Miss Austen) - 2020

Wie bereits erwähnt, hat der Classics Club im Rahmen der Feierlichkeiten zu Jane Austens 250. Geburtstag das #Reading-Austen-Projekt gestartet. Wir lesen jeden zweiten Monat ein Buch von ihr, und ich möchte zwischendurch immer mal wieder etwas Austen-Bezogenes von ihr lesen.

Im April habe ich ein deutsches Buch von Catherine Bell gelesen: "Jane Austen und die Kunst der Worte". Ich war nicht beeindruckt. Wahrscheinlich hatte ich vorher schon zu viel über Jane Austen gelesen, und dieses Buch hätte jeder Jane-Austen-Fan ohne weitere Recherche schreiben können. Schade eigentlich.

Allerdings war "Miss Austen" auch nicht viel besser, nur ein bisschen. Die im Titel erwähnte Miss Austen ist nicht Jane, sondern ihre Schwester Cassandra. Wir erfahren von ihrer letzten selbst gestellten Aufgabe: der Absicht, die Briefe ihrer Schwester zu vernichten, die etwas enthielten, das Cassandra niemanden wissen lassen wollte, da es dem Vermächtnis ihrer Schwester schaden würde. Da diese Briefe jedoch vernichtet wurden, wissen wir nicht, was sie enthielten; die Autorin hat sie einfach erfunden.

Ich mag es nicht, wenn Leute eine Fortsetzung zu einem Buch schreiben, dessen Autor gestorben ist. Ich habe es nie gemocht und bezweifle, dass ich es jemals mögen werde. Daher wird mein nächstes Buch über Jane Austen (im August) wohl wieder ein Sachbuch sein.

Buchbeschreibung:

"Entdecke die fantastische Welt der Austen-Schwestern!

Einfühlsamer historischer Roman über die Austen-Schwestern

Aufwendig gestaltete Extras, die die Regency-Ära zum Leben erwecken

Erstübersetzung des britischen Bestsellers zum 250. Jubiläum von Jane Austen

Vorlage der hochkarätig besetzten BBC-Serie (2025)

'Ihr ganzes Leben lang waren jene Augenblicke, die Cassandra in der Gegenwart herausragender Frauen verbracht hatte, die glücklichsten gewesen.'

England im Jahr 1840. Zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit Cassandra Austen von ihrer geliebten Schwester Jane Abschied nehmen musste, und noch immer vergeht kein Tag, an dem sie sich nicht um das Andenken der berühmten Schriftstellerin sorgt.

Als sie das Haus ihrer gemeinsamen Freundin Eliza Fowle besucht, stößt sie auf einen verborgenen Schatz: Janes Briefe. Um den wachsamen Augen des Dienstmädchens zu entgehen, beginnt Cassandra im Schutz der Nacht die Worte ihrer Schwester zu lesen. Doch in diesen Zeilen schlummern Geheimnisse, die nicht nur Janes Leben in einem neuen Licht erscheinen lassen, sondern auch Cassandras eigene Geschichte enthüllen.

Eine wundervolle Hommage an das Werk der beliebten Autorin

Mit tiefem Einfühlungsvermögen und feinem Witz erzählt Gill Hornby von der besonderen Beziehung zweier Schwestern, der Chance auf die große Liebe und dem Mut, das eigene Vermächtnis zu gestalten.

Diese prachtvolle Schmuckausgabe mit Goldfolienveredelung ist ein Muss für jeden Jane-Austen-Fan! Dank zehn zwischen die Seiten gelegten Extras wie Briefen, Postkarten und einem zeitgenössischen Stadtplan von Kintbury bietet dieses Buch ein einmaliges Leseerlebnis und lässt die Leserinnen und Leser tief in die Zeit des Romans eintauchen."

Alcott, Louisa May "Eine glückliche Zeit" oder "Betty und ihre Schwestern"

Alcott, Louisa May "Betty und ihre Schwestern"
Englisch: "Little Women" - 1868
Alcott, Louisa May "Good Wives"  - 1869
Alcott, Louisa May "Little Men" - 1871
Alcott, Louisa May "Jo's Boys" - 1886

Dieses Buch wurde in Englisch in mehreren Bänden verfasst. In England gibt es vier Bücher (siehe oben), in den Vereinigten Staaten nur zwei. Die Geschichten wurden im Doppelband herausgegeben. Ich lasse die Beschreibung der Bücher, wie ich sie im Englischen beschrieben habe.

Alcott, Louisa May "Little Women" - 1868

Dies war eines der ersten Bücher, die ich auf Englisch gelesen habe. Ich habe es geliebt. Ich liebe Klassiker, und dieses Buch versetzt uns direkt in diese Zeit zurück.

Die Beschreibung der March-Mädchen und ihres Lebens ist einfach fabelhaft. Man hat das Gefühl, fast mit ihnen dort gewesen zu sein, ihre Probleme und Träume mit ihnen geteilt zu haben.

Zugegeben, heute wären die Charaktere ganz anders, aber das ist das Schöne daran, etwas aus vergangenen Tagen zu lesen. Die Beziehungen nicht nur zwischen den Schwestern und ihren Freunden und Verwandten, sondern insbesondere zu ihren Eltern waren ganz anders, da andere Dinge von ihnen erwartet wurden. Die Familie March war wahrscheinlich eine Ausnahme von der Regel, da die Mädchen ermutigt wurden, zu tun, was sie wollten. Und die Eltern hatten damals eine ganz andere Meinung über Bildung, sogar sehr modern im Vergleich zu vielen heutigen Systemen. Ein weiterer Grund, dieses Buch zu lieben.

Buchbeschreibung (auch übersetzt):

"Little Women ist die bezaubernde Geschichte der vier March-Mädchen und ihrer Annäherung an das Frausein.

Meg, die Älteste und Schönste, lässt Eitelkeit und gesellschaftliche Ambitionen hinter sich und findet Erfüllung in der romantischen Liebe. Die jungenhafte Jo hingegen, die alles Lieben verachtet, sucht ungestüm Trost im Schreiben. Die sanfte Beth lehnt weltliche Interessen ab und widmet ihr Leben lieber ihrer Familie, der Freude an der Musik und der zaghaften Hilfe für alle, die im Leben leiden. Amy, die Jüngste und Unvollkommenste der March-Mädchen, versucht ständig, ihren Egoismus und ihre mädchenhaften Ansprüche zu überwinden, obwohl sie eine schwere Aufgabe zu meistern hat.

Der Weg dieser vier 'kleinen Frauen' wird nach dem Vorbild von Bunyans Pilgerfahrt erzählt, und wir erfahren, wie jede von ihnen – durch Schwierigkeiten und wichtige Lektionen auf dem Weg – ihre eigene Himmlische Stadt erreicht."

Alcott, Louisa May "Good Wives" - 1869

In den USA erscheint es mittlerweile als zweiter Teil von "Little Women", aber Louisa May Alcott hat es als separates Buch geschrieben, daher werde ich es separat kommentieren.

Ich fand diese Fortsetzung genauso großartig wie den ersten Teil. Die Mädchen werden erwachsen, haben andere Probleme als zuvor, verlieben sich und gehen den Weg ihrer Eltern weiter. Sie müssen mit vielen Härten fertig werden: Tod, Trennung, Missverständnisse. Man möchte einfach für sie da sein.

Louisa May Alcotts fesselnde Geschichte beginnt mit den freudigen, geschäftigen Vorbereitungen für eine Familienhochzeit.

"Louisa May Alcotts fesselnde Geschichte beginnt mit den freudigen, geschäftigen Vorbereitungen für eine Familienhochzeit.

Drei Jahre nach
Little Women sind die vier March-Mädchen zu jungen Erwachsenen herangewachsen und blicken in die Zukunft. Meg startet mit dem unbeschwerten Optimismus einer frisch vermählten Braut ins Eheleben, doch nicht alles läuft glatt. Unterstützt von der strengen, aber sanften Führung ihrer Mutter und den harten Lektionen, die die Erfahrung mit sich bringt, strebt Meg nach einer glücklichen Ehe und Mutterschaft. Währenddessen schlüpft ihre Schwester Jo in ihre Schreiberkleidung und versucht erneut, als Schriftstellerin erfolgreich zu sein, doch die junge 'Mylady' Amy entdeckt auf ihren Reisen ins Ausland größere Talente als die Kunst. Nur die sanftmütige kleine Beth hat keine Ambitionen jenseits ihrer häuslichen Annehmlichkeiten, und obwohl ihre Last am schwersten ist, findet auch sie endlich Frieden.

Abwechselnd ergreifend und komisch, ist Good Wives der passende, wenn auch unerwartete Abschluss der Karrieren der fröhlichen Little Women."

Alcott, Louisa May "Little Men" - 1871
 
Der dritte der vier "Little Women"-Bände. Die Mädchen sind alle erwachsen und haben eigene Kinder. Jo eröffnet zusammen mit ihrem Mann Friedrich Bhaer ihre Schule in Plumfield. Neue Charaktere kommen hinzu, alte verschwinden, und Jo und Friedrich müssen immer wieder um ihre Söhne kämpfen. Aber sie meistern all das mit der Anmut, die man von den March-Mädchen erwartet. Sehr schöne Lektüre.

"In Plumfield, einer experimentellen Jungenschule, können die kleinen Schüler so ziemlich alles tun, was sie wollen, sogar Treppengeländer hinunterrutschen. Denn genau das wünschte sich die Schriftstellerin Jo Bhaer, einst Jo March aus Little Women, schon immer: ein Haus, 'in dem es von Jungen wimmelt … in allen Stadien der … Lebensfreude'. Am Ende von Good Wives erbte Jo das Anwesen in Plumfield von Tante March, einen ungeschliffenen Diamanten. Nun bieten sie und ihr Mann, Professor Bhaer, ihren unbändigen Schützlingen eine ganz andere Art der Bildung – und viel Liebe. Tatsächlich, gesteht Jo, weiß sie kaum, 'was mir besser gefällt: Schreiben oder Jungen'. Hier ist die Geschichte des zerlumpten Waisenkinds Nat, des verwöhnten Stuffy, des wilden Dan und all der anderen lebhaften Bewohner von Plumfield, deren Abenteuer Generationen von Lesern in ihren Bann gezogen haben."

Alcott, Louisa May "Jo's Boys” - 1886

Der letzte "Little Women"-Roman.

Die Jungs sind mittlerweile erwachsen. Die meisten Figuren aus "Little Men" haben die Schule verlassen, kehren aber immer wieder nach Plumfield zurück und bringen viel Aufruhr und Aufregung mit sich.

Es ist erstaunlich, wie faszinierend Louisa May Alcotts Romane auch mehr als 120 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch sind.

"Louisa May Alcott, bekannt für ihre Romane Little Women und Little Men, brachte die Geschichte ihrer temperamentvollen Protagonistin Jo und die Abenteuer und Missgeschicke der Familie March in Jo’s Boys zu einem unterhaltsamen, überraschenden und bittersüßen Abschluss. Zehn Jahre nach Little Men spielt Jo’s Boys erneut in Plumfield, der Schule in Neuengland, die noch immer von Jo und ihrem Ehemann Professor Bhaer geleitet wird. Jo bleibt im Mittelpunkt der Geschichte, umgeben von ihren Söhnen – darunter der rebellische Dan, der Seemann Emil und der vielversprechende Musiker Nat –, während sie Schiffbruch und Sturm, Enttäuschung und sogar Mord erleben.

Alcotts Serie ist seit über einem Jahrhundert beliebt und begeistert mit ihrer kraftvollen und liebevollen Darstellung von Familie bis heute alle. Sie ist der Zufluchtsort, an den der verlorene Sohn immer zurückkehren kann, an dem Widrigkeiten geteilt werden und an dem unsere Träume, trotz unserer Fehler geliebt zu werden, wahr werden. In dieser Ausgabe von Jo’s Boys erleben die Leser erneut einen geschätzten Klassiker einer der beliebtesten amerikanischen Schriftstellerinnen."

Wenn ihr mehr über Mr. March, den Vater der "Little Women", erfahren möchten, lest "Auf freiem Feld" (March) von Geraldine Brooks.

Alcott, Louisa May "Die Tantenburg"

Alcott, Louisa May "Die Tantenburg" oder "Sieben Vettern und eine Base" (Englisch: "Eight Cousins" oder "The Aunt-Hill") - 1876

Wie schon in "Betty und ihre Schwestern" (Little Women) beschreibt Louisa May Alcott eine unkonventionelle Familie, die versucht, ihre Kinder freier zu erziehen, als es die Konventionen ihrer Zeit vorschrieben. In diesem Fall ist es die Waise Rose, die zunächst von einigen Tanten und dann von der Familie ihres Vormunds aufgenommen wird. Charmante Menschen, eine nette Lektüre. Die moralische Seite wird deutlich betont, dennoch ist es ein gutes Buch über Kinder, die in einer anderen Zeit aufwachsen als wir und verdient daher sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gleichermaßen gelesen zu werden. Wenn euch "Betty und ihre Schwestern" gefallen hat, solltet ihr diesen Roman unbedingt lesen.

Buchbeschreibung:

"Rose, eine schüchterne Waise, blüht in der Gesellschaft ihrer temperamentvollen Verwandten auf, als sie in die Tantenburg einzieht. Dieser fesselnde Roman der Autorin von Little Women bietet Lesern aller Altersgruppen liebenswerte, inspirierende Geschichten über das Erwachsenwerden, das Finden von Freundschaften und wie man dem Leben mit Freundlichkeit und Mut begegnet."

Montag, 9. Juni 2025

Abe, Kōbō "Die vierte Zwischeneiszeit"

Abe, Kōbō (安部 公房 Abe Kōbō) "Die vierte Zwischeneiszeit" (Japanisch: 第四間氷期 Dai yon kan pyouki) - Inter Ice Age 4 - 1959

Dies war unser internationales Online-Lesekreis-Buch für Februar 2022.

Bevor ich über das Buch spreche, muss ich sagen, dass ich Science-Fiction nie mochte. Dystopische Literatur stört mich nicht, solange so etwas tatsächlich passieren könnte oder passiert wäre, wenn ein bestimmtes Ereignis nicht stattgefunden oder geglückt wäre.

Nichts davon ist hier der Fall. Es ist eher die Fantasie von jemandem, der es gerne hätte, wenn die Wissenschaft Dinge tut, die unmöglich sind. Vielleicht werden sie es in Zukunft sein. Aber oft würden wir uns das gar nicht wünschen.

Manchmal hat ein Science-Fiction-Roman interessante Charaktere oder eine gute Handlung. Dieser hier hatte weder das eine noch das andere. Ich konnte mich mit keiner der Figuren anfreunden, man lernte sie kaum kennen. Und die Handlung, nun ja, dieser Roman war sehr vorhersehbar; man konnte vorhersagen, was passieren würde, und es geschah genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Seltsam und merkwürdig sind wohl die positivsten Bemerkungen, die ich hier machen könnte.

Ich bezweifle, dass ich jemals wieder ein Buch von diesem Autor lesen werde.

Kommentar eines anderen Lesers:

"Die Lektüre fiel mir im Moment nicht ganz leicht. Sie erinnerte mich an den Kalten Krieg, als ich in den Nachrichten einen echten Krieg sah … deshalb habe ich die Lektüre einige Tage zu spät beendet. Der Autor war mir völlig neu, aber was mir das Buch wirklich näherbrachte, war das Nachwort, in dem er über seine Absicht schrieb, die Menschen zum Nachdenken anzuregen."

Buchbeschreibung:

"Die vierte Zwischeneiszeit, ein realistischer Science-fiction-Roman, der erzählt, wie schnell wissenschaftliche Macht in Ohnmacht umschlägt in einer Zukunft der unbegrenzten Manipulierbarkeit der biologischen Erbmasse."