Montag, 25. November 2024

Ruiz Zafón, Carlos "Der Fürst des Nebels"

Ruiz Zafón, Carlos "Der Fürst des Nebels" (Spanish: El príncipe de la niebla) - The Prince of Mist - 1993

Was für eine fantastische Geistergeschichte, sehr mystisch, sehr spannend. Ursprünglich als Jugendbuch geschrieben, wurde es nach den großen Erfolgen des Autors mit "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" (The Angel's Game) neu aufgelegt.

Eine Familie zieht aus der Stadt an den Strand, um dem Krieg zu entfliehen. Sie ziehen in ein altes Haus, dessen Vorbesitzer gestorben ist. Sobald sie ankommen, beginnen seltsame Dinge zu geschehen. Dann trifft der Sohn einen anderen Jungen und seinen Großvater und das Geheimnis beginnt sich aufzulösen.

Eine ziemlich kurze Geschichte, nur 202 Seiten, an einem Tag gelesen. Wunderbar.

Weitere Bücher über diesen großartigen Autor sind hier (in deutsch) und hier (in englisch).

Buchbeschreibung:

"Carlos Ruiz Zafóns legendärer erster Roman - neu übersetzt und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Der erste Schauerroman des spanischen Meistererzählers.

In 'Der Fürst des Nebels' fliehen Max und seine Familie vor dem tobenden Krieg. Ein altes Haus am Meer verheißt Frieden und Sicherheit. Doch schon bald legt sich ein dunkler Schatten über den Zufluchtsort, als Max erfährt, dass der Sohn der ehemaligen Bewohner unter mysteriösen Umständen ertrunken ist. Eine geheimnisvolle Macht bedroht nun auch das Leben seiner Familie.

Als er mit seinem neuen Freund Roland zum Wrack der Orpheus taucht, kann Max förmlich fühlen, wie etwas Schreckliches in der Tiefe lauert. Gibt es eine Verbindung zum finsteren 'Der Fürst des Nebels' , von dem der Leuchtturmwärter erzählt? Und hat der ihnen wirklich alles gesagt?

Als Max erkennt, welch grauenvolle Gefahr wirklich droht, hat sich bereits ein Sturm zusammengebraut: etwas lange Totgeglaubtes erhebt sein Haupt und macht sich auf die Jagd.

Der spanische Bestsellerautor Carlos Ruiz Zafón, der mit '
Der Schatten des Windes' Millionen von Lesern auf der ganzen Welt begeisterte, ist ein Meister des Unheimlichen, ein Meister des Schauerromans. 'Der Fürst des Nebels' ist Zafóns erster fesselnder Gänsehautgarant."

Samstag, 23. November 2024

Hanff, Helene "84 Charing Cross Road" und "Die Herzogin der Bloomsbury Street"

  

Hanff, Helene "84 Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen" (Englisch: 84 Charing Cross Road) - 1970 

und "Die Herzogin der Bloomsbury Street" (Englisch: The Duchess of Bloomsbury Street) - 1973

Obwohl "84 Charing Cross Road" und "The Duchess of Bloomsbury Street" offiziell zwei verschiedene Bücher sind, habe ich sie in einem Bucheinband gekauft, hintereinander gelesen und werde sie hier behandeln, als wären sie eins.

Der erste Teil, "84 Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen", (84 Charing Cross Road) besteht komplett aus Briefen, der zweite Teil, "Die Herzogin der Bloomsbury Street" (The Duchess of Bloomsbury Street), ist in Tagebuchform geschrieben.

Welch ein schönes Buch. Eine Schriftstellerin, die gerne liest, bestellt gebrauchte Bücher bei einem Buchladen auf der anderen Seite des Ozeans, zu einer Zeit, als es nicht so einfach war, etwas "online" zu bestellen. Helene Hanff wohnt in den USA und bestellt Bücher bei diesem kleinen Buchladen, "Marks & Co." in London, und beginnt eine schöne Korrespondenz nicht nur mit einer der Verkäuferinnen, sondern mit fast dem ganzen Laden.

Ich liebte alles an diesem Buch. Es drehte sich nicht nur mehr oder weniger ausschließlich um das Thema Lesen, es empfahl viel interessante Literatur, es war auch wunderschön geschrieben. Es ist sowohl lustig als auch liebevoll und fürsorglich. Die Autorin tauscht nicht nur Briefe aus, sie schickt auch Lebensmittel und andere Notwendigkeiten an ihre neuen Freunde im Nachkriegslondon, die immer noch sehr eingeschränkt leben müssen.

Ich wusste, dass ich das richtige Buch gefunden hatte, als ich auf Seite 3 über ihr erstes P.S. stolperte: "Ich hoffe, 'Madam' bedeutet dort nicht dasselbe wie hier." (I hope 'madam' doesn't mean over there what it does here.) Es war eine Erinnerung an das gute alte Sprichwort "Die Engländer und die Amerikaner sind zwei Völker, die durch eine gemeinsame Sprache getrennt sind." (The English and the Americans are two peoples divided by a common language.) Diese Erfahrung kann sicherlich jeder bestätigen, der gleichzeitig mit Menschen aus beiden Nationen zu tun hatte.

Ich konnte mich mit ihrer "Bildung durch Bücher" identifizieren, besonders als sie anfing zu erzählen, dass sie ihr Literaturstudium Sir Arthur Quiller-Couchs Vorlesungen über englische Literatur verdankte. Sie beschreibt auf Seite 142: "Q hielt Vorlesungen vor jungen Männern, die in Eton und Harrow ausgebildet worden waren. Er nahm daher an, dass seine Studenten – mich eingeschlossen – Paradise Lost [Das verlorene Paradies] ganz selbstverständlich gelesen hatten und seine Analyse der 'Anrufung zum Licht' in Buch 9 verstehen würden. Also sagte ich: 'Warte hier', ging in die Bibliothek und holte Paradise Lost und nahm es mit nach Hause und begann zu lesen und kam bis Seite 3, als ich auf ein Problem stieß:
Milton nahm an, ich hätte die christliche Version von Jesaja und das Neue Testament gelesen und alles über Luzifer und den Krieg im Himmel gelernt, aber da ich im Judentum aufgewachsen war, hatte ich das nicht. Also sagte ich: 'Warte hier' und lieh mir eine christliche Bibel aus …" Ist das nicht die beste Art, etwas zu lernen? Ich habe es immer genossen, eine Enzyklopädie zu "lesen", von einem Eintrag zum nächsten zu hüpfen, und ich kann sie mir mit den Büchern geradezu bildlich vorstellen.

Ein großartiges Beispiel ihrer Beobachtungsgabe findet sich auch auf Seite 172: "Das Hilton hat mehrere Speisesäle, er führte mich in den größten. Er war voll mit eleganten, gepflegten Männern und schön gekleideten Frauen; niemand sah so altbacken aus wie die im Kenilworth. Und die Erdbeeren waren riesig und die Sahne war dick und die Brötchen waren heiß und die Butter war kalt und die Hühnerleber war perfekt zubereitet.
Aber im Kenilworth schickt niemand die Eier zurück. Niemand spricht mit den Kellnern mit der beiläufigen Unhöflichkeit, die sagt: 'Ich bin besser als Sie, weil ich reicher bin.' Und die Kellner antworten nicht mit dieser einstudierten Mischung aus Verachtung und Unterwürfigkeit, und keiner ist unterwürfig – mein Gott, Alvaro könnte es nicht einmal aussprechen. Und niemand an einem Frühstückstisch im Kenilworth sieht verbittert oder unzufrieden aus, keine Männer im Kenilworth trinken launisch ihr Mittagessen, keine Frauen mit hart geschminkten Gesichtern behalten ihre Handtaschen im Auge.
Man sieht die Gesichter im Speisesaal des Hilton und möchte ihnen zuerst eine Ohrfeige verpassen, und dann tut es einem einfach leid, keine Seele im Raum sah glücklich aus."
Das ist lustig und tiefgründig zugleich. Wenn euch dieser Teil gefällt, wird euch der Rest des Buches sicher auch gefallen. Es ist mit seinen 240 Seiten viel zu kurz.

Buchbeschreibung:

"Durch Zufall stößt die amerikanische Bühnenschriftstellerin Helene Hanff Ende der 40er Jahre auf die Adresse eines kleinen Antiquariats in London. Eine neue Quelle für schwer aufzutreibende Bücher? Die Autorin greift zur Feder, ohne zu ahnen, dass diese ersten Zeilen den Beginn einer jahrzehntelangen Brieffreundschaft markieren.

Mit
84, Charing Cross Road hat Hanff dieser außergewöhnlichen Freundschaft ein Denkmal gesetzt und der Nachwelt gleichzeitig ein einzigartiges Zeitdokument der 50er und 60er Jahre hinterlassen.'"

Buchbeschreibung 2:

"'Pure Wonne' bereitete die New Yorkerin Helene Hanff laut Tagesspiegel ihren Lesern mit '84, Charing Cross Road', dem lebendigen Briefwechsel mit einem Londoner Buchhändler. Hanffs Aufzeichnungen über ihre erste London-Reise Anfang der 70er Jahre, sind genauso charmant, skurril und liebenswert. Die verschrobene Amerikanerin ist begeistert von der Stadt, macht sich mit allen und jedem bekannt, leidet unter den Tücken des englischen Alltags, zum Beispiel einer wild gewordenen Dusche oder dem täglichen Regen. Sie tritt in allerlei Fettnäpfe, bekommt herausgeholfen und zeigt London einmal von einer ganz anderen Seite."

Einige der Bücher, die sie erwähnte: Stolz und Vorurteil (Pride & Prejudice ) (Jane Austen), Tristram Shandy (Laurence Sterne), Common Reader (Virginia Woolf), Canterbury Tales (Geoffrey Chaucer)

Freitag, 22. November 2024

Levy, Marc "Wenn wir zusammen sind"

Levy, Marc "Wenn wir zusammen sind" (Französisch: Mes amis mes amours) - London Mon Amour - 2006

Mathias und Antoine sind beide geschieden und ziehen zusammen, um sich die Verantwortung für ihre Kinder zu teilen. Ihre einzige Regel ist, dass keine Frauen im Haus sind. Natürlich wird diese Regel gebrochen, sobald sie ihre neue Wohnung betreten ...

Dieses Buch wurde verfilmt und ich kann mir vorstellen, dass es ein ziemlich guter Chick Flick ist, besonders da einer meiner Lieblingsschauspieler, Vincent Lindon, die Hauptrolle spielt. Was den Roman angeht, habe ich ihn nur deshalb weitergelesen, weil ich ihn auf Französisch gelesen habe. Das hat mir etwas zum Üben gegeben. Ich halte nicht viel von leichter Lektüre und das hier war zu seicht für mich. Trotzdem, wer seichte Frauenliteratur (Chick Lit) mag, für den ist es kein schlechtes Buch.

Buchbeschreibung:

"Mathias und Antoine, beide in den Dreißigern, beide allein-erziehende Väter, beschließen, gemeinsam in einem Haus in London zu wohnen und ihre Kinder zusammen zu erziehen. Zwei Spielregeln stellen sie sich auf: keine Babysitter – und keine Frau im Haus …

Fortan soll das Wohl ihrer Kinder, des kleinen Louis und der reizenden Emily, im Mittelpunkt stehen.
Doch wie das so ist mit den selbst auferlegten Regeln: Sie sind schnell aufgestellt, aber ebenso schnell gebrochen! Eines Tages nämlich tritt die Journalistin Audrey in Mathias’ Leben. Mathias ist sofort fasziniert von dieser Frau. Doch wie soll er seinem Hausgenossen Antoine, der streng auf die Einhaltung der Regeln pocht, klarmachen, dass er sich verliebt hat? Aber auch auf Antoine wartet bereits das Glück – in Gestalt der zauberhaften Floristin Sophie …"

Donnerstag, 21. November 2024

Faulkner, William "Licht im August"

Faulkner, William "Licht im August" (Englisch: Light in August) - 1932

Was für ein Buch. Das könnte siebzig Jahre später eine Fortsetzung von "Vom Winde verweht" (Gone With the Wind) sein. Ein Buch über den tiefen Süden, über das Landleben, Familien, harte Arbeit, Rassismus, Kriminalität, Religion, Moral, alles, was eine Geschichte über diese Region und Zeit haben sollte.

Faulkner hat eine brillante Art zu schreiben, ich mag seinen Stil, auch wenn er von Zeit zu Zeit hin und her springt, folgt er immer noch seinem Weg und man kann ihm gut folgen, ohne dass es zu Verwirrungen kommt. Es gibt ein paar Hauptgeschichten mit mehreren Nebenhandlungen, aber William Faulkner schafft es, sie alle auf eine Weise zu erzählen, dass es nicht schwer ist, ihnen zu folgen. Eine zugängliche Geschichte mit sowohl sympathischen als auch unsympathischen Charakteren.

Es überrascht mich nicht, dass er den Pulitzer-Preis für zwei seiner Werke erhielt, "Eine Legende" (A Fable) und "Die Spitzbuben" (The Reivers), die beide auf meiner Wunschliste stehen.

Buchbeschreibung:

"Mit sinnlicher Leidenschaft entrollt Faulkner in diesem Klassiker der Literatur des 20. Jahrhunderts drei Lebenswege in der weiten Landschaft des Mississippi: Lena Grove, eine junge Schwangere auf einer fremden Landstraße, sucht ihren Geliebten. Am Ende hat sich ihr Schicksal in der Begegnung mit einem anderen Mann erfüllt, aber das Chaos sündhafter Verstrickung entlässt sie wieder fast unberührt. Joe Christmas, ein Wanderarbeiter, der sich seiner Rassenzugehörigkeit nicht sicher ist, findet hingegen keinen anderen Ausweg aus seinem Dilemma, als selbst zum Mörder zu werden. Der Geistliche Gail Hightower durchschaut das Gewebe aus religiösem und rassischem Fanatismus, kann sich aber nicht aus seiner Verklärung der 'glorreichen' Südstaatenvergangenheit befreien ...

Faulkners zwingende Modernität, sein multiperspektivischer, psychologischer Stil machten '
Licht im August', 1932 geschrieben, bereits 1935 bei Rowohlt veröffentlicht, zu einem der wirkungsmächtigsten Romane des 20. Jahrhunderts - hierzulande vor allem nach dem Krieg, als er in einer rororo-Zeitungsausgabe einem breiten Publikum zugänglich wurde."

William Faulkner erhielt den Nobelpreis für Literatur 1949 "für seine kraftvolle und künstlerisch selbständige Leistung in Amerikas Romanliteratur."

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels, und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Mittwoch, 20. November 2024

Gao, Xingjian "Der Berg der Seele"

Gao, Xingjian "Der Berg der Seele" (Chinesisch: 灵山, língshān) - Soul Mountain - 1989

Ein außergewöhnliches Buch. Eine Biografie, eine Suche nach der Seele eines Menschen in einer Welt, in der das Individuum nichts bedeutet. Eine Sammlung von Geschichten aus der Gegenwart und der Vergangenheit, die hin und her springen, aber nach einer Weile hat man den Dreh raus. Eine Einführung in die Charaktere, die "ich" und "du", "er" und "sie" sind, aber sie scheinen sich alle zu vermischen. Eine Geschichte über einen Reisenden, der sein eigenes Land entdeckt und dabei sich selbst entdeckt. Und nebenbei führt er den Leser in viel chinesische Kultur, Religion, Politik und Geschichte sowie in seine eigene Geschichte ein, die Geschichte seines Vaters, seiner Vorfahren.

Mir gefiel auch seine Einsicht in viele Probleme, die nicht die seinen sind, man könnte meinen, er hätte andere eigene Probleme, über die er nachdenken muss, aber nein, er liefert Zitate wie "... wenn Menschen die Natur angreifen, rächt sich die Natur unweigerlich." oder "... nicht die Natur ist furchteinflößend, es sind die Menschen, die furchteinflößend sind!"

Eine meiner Lieblingspassagen: "Ich suche ständig nach Sinn, aber was ist Sinn eigentlich? Kann ich die Menschen davon abhalten, diesen großen Damm als Grabinschrift für die Vernichtung ihres Selbst zu bauen? Ich kann nur nach dem Selbst des Ich suchen, das klein und unbedeutend ist wie ein Sandkorn. Ich könnte genauso gut ein Buch über das menschliche Selbst schreiben, ohne mir Gedanken darüber zu machen, ob es veröffentlicht wird. Aber welche Konsequenzen hat es dann, ob ein Buch mehr oder ein Buch weniger geschrieben wird? Ist nicht schon genug Kultur zerstört worden? Braucht die Menschheit so viel Kultur? Und außerdem, was ist Kultur?"

Und dann liebe ich es, als Esperanto-Sprecherin, wenn ich meine Sprache in einem Buch finde: "Er hatte eine tiefe Stimme und konnte Die Internationale auf Esperanto singen."

Dies ist auf jeden Fall keine leichte Lektüre, nichts, was man nebenbei liest, um eine "nette Geschichte" zu hören. Der Autor fordert uns auf, seine Lebensweise und die Lebensweise seiner Kultur zu verstehen. Und indem wir ihn auf seiner Suche nach dem Berg der Seele an der Quelle des Jangtse begleiten, können wirauch viel über uns selbst erfahren.

Buchbeschreibung:

"Der Berg der Seele ist der große autobiographische Roman des Nobelpreisträgers Gao Xingjian. Den Fluss Yangtze hinab von der Quelle bis ans Meer führt ihn eine epische Reise in das Herz eines unbekannten China. 1983 diagnostiziert ein Arzt bei Gao Lungenkrebs und gibt ihm nur noch wenige Monate. Dies stellt sich bald als falsch heraus und mit dem Gefühl, dem Tod durch Finger geschlüpft zu sein, beschließt er, der sich abzeichnenden politischen Repression in der Hauptstadt zu entgehen. Lingshan, der von Legenden umwobene Berg der Seele, wird zum Fluchtpunkt einer Reise, auf der er die leuchtenden Farben einer vom offiziellen Peking an den Rand gedrängten Welt entdeckt. Unterwegs wie Bruce Chatwin in Australien ist er auf der Spur einer anderen, einer sinnlichen Geschichte, begegnet er weisen Frauen, skurilen Helden und den letzten Schamanen."

Xingjian Gao erhielt den Nobelpreis für Literatur in 2000 "für sein Werk von universaler Güte, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum".

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Dienstag, 19. November 2024

Wharton, Edith "Ethan Frome"

Wharton, Edith "Ethan Frome" oder "Winter" (Englisch: Ethan Frome) - 1911

Das Einstiegsbuch für eines meiner Projekte auf meinem englischen Blog ("Six Degrees of Separation") war "Ethan Frome". Oft habe ich das Einstiegsbuch nicht gelesen oder auch nur davon gehört. Aber ich habe "Das Haus der Freude" (The House of Mirth) gelesen und mochte es, also beschloss ich, dieses hier zu lesen, besonders, da es nur eine Novelle ist, und so konnte ich es zwischendurch lesen.

Eine gute Geschichte über das Leben unter harten Umständen vor etwa einem Jahrhundert. Ich bin sicher, das hätte auch eine gute, dicke Geschichte sein können, aber die Autorin hat sich entschieden, sie kurz zu halten. Und ausnahmsweise hat es mich nicht einmal so sehr gestört.

Ich sollte wahrscheinlich mehr von Edith Wharton lesen. Irgendwelche Vorschläge?

Buchbeschreibung:

"In dem freudlosen, abgeschiedenen Ort Starkfield in Neuengland, der die meiste Zeit des Jahres im Schnee versinkt, sind auch die Gefühle der Menschen zu Eis erstarrt. Die Pulitzerpreisträgerin Edith Wharton erzählt von einer untergegangenen Welt, die in den Figuren ihres berührenden Romans erschreckend lebendig wird. Den Farmer Ethan Frome verbindet eine Dreiecksbeziehung mit seiner Frau und deren jüngerer Cousine Mattie. Ihr Leben ist geprägt von Liebe und Einsamkeit, von sexueller Frustration und moralischer Verzweiflung. Eine archetypische Geschichte von leidenschaftlichem Aufbegehren und tragischer Passivität, von Sprachlosigkeit und der Unfähigkeit, dem Schicksal zu entrinnen. Ein kompositorisches Meisterwerk, pure Erzählmagie!"

Montag, 18. November 2024

Towles, Amor "Eine Frage der Höflichkeit"

Towles, Amor "Eine Frage der Höflichkeit" (Englisch: Rules of Civility) - 2011

Nachdem ich "Ein Gentleman in Moskau" (A Gentleman in Moscow)  gelesen hatte, wollte ich unbedingt mehr von diesem Autor lesen, und als mir eine meiner Lesekreismitglieder anbot, mir ihr Exemplar von diesem Buch zu leihen, sagte ich gerne zu.

Es ist nicht dasselbe wie der oben erwähnte Roman, aber auch sehr gut. Ein völlig anderes Gebiet, eine andere Situation, aber man hat ein ähnliches Gefühl. Dieser spielt in New York und dreht sich um das Leben eines jungen Mädchens, das nach New York kommt.

Wir erfahren nicht viel über die aus Russland eingewanderten Eltern, aber es ist ihre Herkunft, die ihr ihre Jobs verschafft, da sie Russisch sprechen kann.

Wir lernen ihre Freunde kennen, die Kreise, in denen sie sich bewegt. Ein gut geschriebener Bericht über das Leben in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Amor Towles ist sicherlich ein Autor, der weiß, wie man ein Publikum fesselt.

Im Nachwort finden wir eine der wahrscheinlich wichtigsten Zeilen des ganzen Buches (übersetzt von mir):

"Die Sache ist die: 1939 mag in Europa den Beginn des Krieges gebracht haben, in Amerika jedoch das Ende der Depression. Während sie annektierten und beschwichtigten, heizten wir die Stahlwerke an, bauten die Fließbänder wieder auf und bereiteten uns darauf vor, die weltweite Nachfrage nach Waffen und Munition zu befriedigen. Im Dezember 1940, als Frankreich bereits gefallen war und die Luftwaffe London bombardierte, beobachtete Irving Berlin in Amerika, wie die Baumwipfel glitzerten und Kinder den Schlittenglocken im Schnee lauschten. So weit waren wir vom Zweiten Weltkrieg entfernt."

Der Titel basiert auf George Washingtons "Regeln der Höflichkeit" und die finden wir hier.

Buchbeschreibung:

"New York, Neujahr 1937: Die beiden Freundinnen Kate und Eve – zwei Provinzschönheiten, die die Welt erobern wollen – gabeln in einer Jazzkneipe den charmanten Tinker Grey auf. Er trägt Kaschmir und scheint Single zu sein – ein Sechser im Lotto. Eine turbulente Freundschaft à trois beginnt. Die beiden jungen Frauen weisen Tinker in die geheime Kunst des Schnorrens ein, und Tinker revanchiert sich, indem er sie in die feinsten Clubs der City ausführt . Erst als das beschwingte Dauerabenteuer jäh durch einen Unfall beendet wird, stellt sich für Kate die Frage, wer eigentlich in wen verliebt ist – und was das Leben wirklich ausmacht."