Ich habe schon einige Romane von Tracy Chevalier gelesen, und sie waren alle sehr interessant. Sie handelten stets von unterschiedlichen Menschen in verschiedenen Gegenden und zu verschiedenen Zeiten.
Aber dieses Buch war etwas Besonderes. Nach den Beschreibungen dachte ich zunächst, es ähnele den Geschichten von Edward Rutherfurd, der uns durch die Jahrhunderte führt, indem er uns verschiedene Personen aus verschiedenen Familien vorstellt. Nun, dieses Buch war etwas anders. Die Geschichte beginnt 1494. Orsola Rossa, die Protagonistin, lebt mit ihrer Familie, die Glasmacher sind, in Murano. 500 Jahre später ist sie in ihren Sechzigern und hat eine Pestepidemie, mehrere Kriege und viele Veränderungen im Leben der Menschen, insbesondere der Frauen, miterlebt.
Obwohl ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dieser Erzählweise war, habe ich die Menschen in Murano und Venedig sehr ins Herz geschlossen. Nicht alle, aber die meisten. Und die Geschichte der Familie und wie sie all die Umbrüche überstanden hat, war ebenfalls fantastisch.
Man merkt, dass Tracy Chevalier viel Zeit und Mühe in die Recherche investiert hat. Ich fand es besonders spannend, all die Details der Glasherstellung kennenzulernen. Großartig!
Ich werde Venedig wohl nie besuchen, aber das ist ein guter Ersatz.
Buchbeschreibung:
"Venedig, 1468. Auf Murano, Wiege der Glaskunst, fließt die Zeit sanft wie das Wasser in den Kanälen. Doch der tragische Tod des Glasvirtuosen Lorenzo Rosso bringt die Welt zum Stillstand. In ihrer Verzweiflung nimmt Tochter Orsola das Schicksal der Familie in die Hand. Mutig kämpft sie gegen alle Konventionen und erlernt im Verborgenen das Handwerk des Vaters. Ihr gläsernes Geheimnis, zart wie die Perlen, die sie formt, trägt sie durch die Zeiten und das Leben der jungen Frau verschmilzt mit den Geheimnissen der Stadt. Orsolas Geschichte ist die Geschichte einer Frau, für die der Glaube an die Liebe und das Vertrauen auf sich selbst alles überdauern, und zugleich eine Liebeserklärung an eine der romantischsten Städte der Welt."


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