Ich liebe russische Autoren, wie alle meine Freunde wissen. Aber ich hatte noch nie ein Buch von Turgenjew gelesen.
War es so gut wie die meisten anderen russischen Autoren, die ich gelesen habe? Ja, absolut. Ich fand es hervorragend, über das Leben in Russland Mitte des 19. Jahrhunderts zu lesen, als sich die Zeiten zu ändern begannen, die Bauern mehr Freiheiten erlangten, die Leibeigenschaft langsam abgeschafft und die gesamte Gesellschaftsordnung in Frage gestellt wurde.
Fast alle Arten von Charakteren wurden in diesem Buch beschrieben: verschiedene Altersgruppen, unterschiedlicher sozialer Status, unterschiedliche Bildung, verschiedene Haushalte, Stadt und Land, Studenten und Bauern, Eltern und Kinder, Frauen und Männer (was in solchen Büchern nicht oft vorkommt).
Laut Wikipedia gilt dies als der erste moderne russische Roman. Das kann ich gut nachvollziehen. Der Wandel stand bevor, und dem Autor gelang es, diese Situation zu Papier zu bringen.
Auf jeden Fall kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Und zwar nicht nur allen, die Klassiker und/oder russische Literatur lieben.
Buchbeschreibung:
"Russland im Jahr 1859. Der Zar geht auf gesellschaftliche Änderungen ein und schafft die Leibeigenschaft ab. Doch die junge Generation will weiterreichende Reformen. Iwan Turgenjew zeigt im Roman 'Väter und Söhne' den Kampf um die 'richtige' Gesellschaftsform für Russland anhand eines zeittypischen Generationskonflikts auf.
Der Sohn eines Gutsbesitzers kommt gemeinsam mit einem guten Freund und vielen neuen Ideen von der Universität zurück auf den Gutshof seines Vaters. Der Gutsbesitzer gehört der zwar freiheitlich beeinflussten, im Kern aber traditionsorientierten älteren Generation an. Er ist an der Einhaltung guter Sitten und der Achtung von Autoritäten orientiert. Auch einen Hang zur Romantik teilt er mit vielen Älteren. Die revolutionäre Jugend lehnt Tradition, Wohlverhalten und Romantik kategorisch ab. Es kommt zu heftigen Diskussionen.
Iwan Turgenjew greift in 'Väter und Söhne' mit feiner Beobachtungsgabe jenen Zeitgeist auf, der wenige Jahrzehnte später zur russischen Revolution führen sollte. Die Diskussion um 'Väter und Söhne' verlief schon kurz nach der Veröffentlichung so heftig, dass Iwan Turgenjew Russland verließ."


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