Freitag, 7. März 2025

Backman, Fredrik "Britt-Marie war hier"

Backman, Fredrik "Britt-Marie war hier" (Schwedisch: Britt-Marie var här) - Britt-Marie was here - 2014

Dies war mein zweites Buch von Fredrick Backman. Und mein letztes. Das erste war nicht allzu schlecht, aber dieses hier wollte mir einfach nicht gefallen. Ich mochte die Protagonistin Britt-Marie nicht, weil ich nicht unter zwanghafter Ordnungsliebe leide, obwohl ich Ordnung mag. Ich mag keinen Fußball, also hat mich das auch nicht gereizt. Die Geschichte wird als "lustig und bewegend" beschrieben, ich konnte beides nicht finden.

Dies war ein Lesekreis-Buch, sonst hätte ich es vielleicht nicht zu Ende gelesen.

Wir haben diesen Roman im Februar 2025 in unserem internationalen Online-Lesekreis gelesen.

Buchbeschreibung:

"Wenn das Leben unverhofft ins Rollen kommt! Wie die ordnungsliebende Britt-Marie ausgerechnet in Borg landet, diesem abgehängten Kaff, und wie sie dort aufräumt, bis für alle die Hoffnung zurückkehrt – das erzählt dieser unglaublich berührende und witzige Roman übers Neustarten und Mitspielen. Genau wie 'Ein Mann namens Ove' einfühlsam und mit einzigartigem Humor geschrieben vom schwedischen Nr.1-Bestseller-Autor Fredrik Backman."

Donnerstag, 6. März 2025

Fry, Stephen "Mythos: Was uns die Götter heute sagen"

Fry, Stephen "Mythos: Was uns die Götter heute sagen" (Englisch: Mythos: The Greek Myths Retold) - 2017

Ich war noch nie ein großer Fan dieser ganzen griechischen Götter und ihrer Mythen und dachte immer, das liege daran, dass ich nicht genug über sie wüsste. Als ich dann dieses Buch von Stephen Fry fand, den ich wirklich bewundere, dachte ich, okay, ich versuche es noch einmal.

Weiß ich mehr über die Götter, Titanen und all die anderen Fabelwesen? Nun, ja. Werde ich mich daran erinnern, wer wer ist und in welchen Geschichten sie auftauchen? Mmmmh … wahrscheinlich nicht. Und das hat nichts mit der Genialität zu tun, mit der Stephen Fry diese Mythen erzählt. Nein, er ist so großartig wie eh und je. Aber ich habe beschlossen, dass diese Geschichten nichts für mich sind. Es gibt ein paar Geschichten, die nicht allzu schlecht sind, aber insgesamt interessieren sie mich nicht wirklich. Nicht einmal, wenn sie von jemandem so Fantastischem wie Stephen Fry erzählt werden. Es klingt wahrscheinlich zu sehr nach Fantasy für mich.

Buchbeschreibung:

"Stephen Fry hat sich die griechischen Göttersagen vorgeknöpft: Grandios und umwerfend komisch! Zügellosigkeit, Lebenslust, Mord und Totschlag, Triumph und Tragödie: Die griechischen Göttersagen sind wilder und wüster als das Leben selbst und bieten damit alles, was sich Leser wünschen. Die alten Griechen inspirierten unter anderen Shakespeare, Michelangelo, James Joyce und Walt Disney. In Stephen Frys brillanter Nacherzählung erwachen die alten Sagen zu neuem Leben. Wir verlieben uns mit Zeus, sehen die Geburt der Athene, nehmen mit Kronos und Gaia Rache an Uranos, wir weinen mit König Midas und jagen mit der wunderschönen und furchtlosen Artemis. Meisterhaft und in bester Tradition des britischen Humors zeigt uns Stephen Fry die Bedeutung der griechischen Sagen für die Geburt der Literatur."

Mittwoch, 5. März 2025

Calvino, Italo "Warum Klassiker lesen?"

Calvino, Italo "Warum Klassiker lesen?" (Italienisch: Perché leggere i classici?) - Why Read the Classics? - 1991

Das Buch "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" (Se una notte d’inverno un viaggiatore/If on a Winter’s Night a Traveller) des Autors aus dem Jahr 1979 war eines der seltsamsten Bücher, die ich je gelesen habe, aber es hat mir wirklich gefallen.

Ich bin immer wieder auf viele Zitate über das Lesen von Italo Calvino gestoßen, viele davon sollen aus diesem Buch stammen. Also musste ich es einfach lesen.

Ich habe einige der Bücher gelesen, die er erwähnt hat, und ich muss sagen, das waren die Teile des Buches, die mir am besten gefallen haben. Bei einigen anderen hatte ich keine Ahnung, wovon er sprach. Ich habe es trotzdem gern gelesen, weil er einen wunderbaren Schreibstil hat (und der Übersetzer hat auch gute Arbeit geleistet).

Dies ist eine großartige Möglichkeit für alle Klassikliebhaber, eine Liste lesenswerter Bücher zu erhalten und vielleicht einen Einblick zu bekommen, was es sein könnte.

Er beginnt sein Buch auf wunderbare Weise mit einem einführenden Aufsatz "Warum Klassiker lesen?" Viele der Titel der verschiedenen Kapitel sind tolle Zitate zum Thema Lesen.

"1. Klassiker sind die Bücher, von denen wir normalerweise hören, dass die Leute sagen: 'Ich lese sie noch einmal …' und nie 'Ich lese …'"

2. Wir verwenden das Wort "Klassiker" für Bücher, die von denen geschätzt werden, die sie gelesen und geliebt haben; aber sie werden nicht weniger geschätzt von denen, die das Glück haben, sie zum ersten Mal unter den besten Bedingungen zu lesen, um sie zu genießen.

3. Klassiker sind Bücher, die einen besonderen Einfluss ausüben, sowohl wenn sie sich weigern, aus dem Gedächtnis gelöscht zu werden, als auch wenn sie sich in den Falten der Erinnerung verbergen und sich als kollektives oder individuelles Unbewusstes tarnen.

4. Jedes erneute Lesen eines Klassikers ist ebenso eine Entdeckungsreise wie das erste Lesen.

5. Jedes Lesen eines Klassikers ist in der Tat ein erneutes Lesen.

6. Ein Klassiker ist ein Buch, das nie zu Ende gesagt hat, was es zu sagen hat.

7. Klassiker sind die Bücher, die zu uns kommen und die Spuren früherer Lektüren mit sich tragen und die Spuren mit sich bringen, die sie selbst in der Kultur oder den Kulturen hinterlassen haben, die sie durchlaufen haben (oder einfacher gesagt, in Sprache und Bräuchen).

8. Ein Klassiker lehrt uns nicht unbedingt etwas, was wir nicht schon vorher gelernt haben. vorher wussten. In einem Klassiker entdecken wir manchmal etwas, das wir schon immer gewusst haben (oder zu wissen glaubten), ohne jedoch zu wissen, dass dieser Autor es zuerst gesagt hat oder zumindest in besonderer Weise damit verbunden ist. Und auch das ist eine Überraschung, die viel Freude bereitet, wie wir sie immer aus der Entdeckung eines Ursprungs, einer Beziehung, einer Affinität ziehen.

9. Klassiker sind Bücher, die wir beim Lesen noch frischer, unerwarteter und wunderbarer finden, als wir beim Hören davon gedacht hatten.

10. Wir verwenden das Wort "Klassiker" für ein Buch, das die Form eines Äquivalents zum Universum annimmt, auf einer Ebene mit den alten Talismanen. Mit dieser Definition nähern wir uns der Idee des "totalen Buches", wie Mallarmé es konzipierte.

11. Ein klassischer Autor ist derjenige, dem man nicht gleichgültig gegenüberstehen kann, der dabei hilft, sich in Bezug auf ihn zu definieren, selbst im Streit mit ihm.

12. Ein Klassiker ist ein Buch, das vor anderen Klassikern erscheint; aber jeder, der zuerst die anderen gelesen hat und dann dieses hier liest, erkennt sofort seinen Platz im Stammbaum.

13. Ein Klassiker ist etwas, das dazu neigt, die Sorgen des Augenblicks in den Hintergrund zu drängen, aber gleichzeitig ist dieses Hintergrundgeräusch etwas, auf das wir nicht verzichten können.

14. Ein Klassiker ist etwas, das als Hintergrundgeräusch bestehen bleibt, selbst wenn die unvereinbarsten momentanen Sorgen die Situation beherrschen.

Italo Calvino, "Warum Klassiker lesen?" (Auszug)

Besonders gut gefiel mir das Zitat am Ende des Aufsatzes "Warum Klassiker lesen?":
"Und wenn jemand einwendet, dass sie all diese Mühe nicht wert sind, zitiere ich Cioran (kein Klassiker, zumindest noch nicht, aber ein zeitgenössischer Denker): 'Während der Schierling vorbereitet wurde, lernte Sokrates eine Melodie auf der Flöte. "Was nützt dir das?", wurde er gefragt. "Wenigstens werde ich mir diese Melodie verdienen, bevor ich sterbe."'

Das Buch hat mich also ermutigt, noch mehr Klassiker zu lesen als bisher und auch mehr Werke von Italo Calvino auf meine Wunschliste zu setzen.

Wenn ich die Originalsprache nicht spreche, lese ich oft die Übersetzung ins Deutsche, nicht unbedingt, weil es meine Muttersprache ist, sondern hauptsächlich, weil so viel mehr Bücher ins Deutsche als ins Englische übersetzt wurden, dass ich das Gefühl habe, diese Übersetzungen seien besser. Wie auch immer, dieses Buch habe ich auf Englisch gelesen, weil die meisten Bücher die er beschreibt, ebenfalls auf Englisch verfasst sind.

Dies ist eine Liste der Bücher, über die der Autor ausführlich spricht. Er erwähnt noch viele weitere:
Ariosto, Ludovico "Orlando Furioso
Balzac, Honoré de "Ferragus"
Borges, Jorge Luis "The Library of Babel"
Conrad, Joseph "Lord Jim"
Bergerac, Cyrano de "The Other World, or the States and Empires of the Moon"
Defoe, Daniel "Robinson Crusoe" - Robinson Crusoe
Dickens, Charles "Our Mutual Friend"
Diderot, Denis "Jacques, the Fatalist and his Master"
Flaubert, Gustave "Three Tales"
Gadda, Carlo Emilio "Quer pasticciaccio brutto de via Merulana" (That Awful Mess on Via Merulana)
Galilei, Galileo "Dialogue Concerning the Two Chief World systems"
Cardano, Geralomo "De Consolatione"
Hemingway, Ernest "The Old Man and the Sea" - Der alte Mann und das Meer
- "A Farewell to Arms"
Homer "The Odyssey" - Die Odyssee 
James, Henry "Daisy Miller" - Daisy Miller
Martorell, Joanot "Tiranto lo Blanc"
Montale, Eugenio "Forse un mattino andando" (Perhaps one Morning Walking in an Air of Glass"
Nezami, Ganjavi "The Seven Princesses"
Ortes, Giammaria "A Calculation of the Pleasures and Pains of Human Life"
Ovid "Metamorphoses"
Pasternak, Boris "Doctor Zhivago" - Doktor Schiwago
Pavese, Cesare "The Moon and the Bonfires"
Plini the Elder "Natural History"
Pongye, Francis "The Voice of Things"
Queneau, Raymond "Cent mille milliards de poèmes" (One Hundred Million Million Poems)
Stendhal Marie-Henri Beyle) "The Charterhouse of Parma"
- "The Red and the Black" - Rot und Schwarz
Stevenson, Robert Louis "The Pavilion on the Links"
Tolstoy, Leo "Two Hussars"
- "War and Peace" - Krieg und Frieden 
Twain, Mark "The Man That Corrupted Hadleyburg"
Voltaire "Candide, ou l'Optimisme" (Candide, or Optimism) - Candide oder der Optimismus
Xenophon "Anabasis"
Wenn ich das Buch gelesen habe, erwähne ich auch den deutschen Titel mit einem Link, sofern ich es auch auf Deutsch beschreiben habe.

Buchbeschreibung:

"Italo Calvino will niemandem einen 'Kanon' aufzwingen. Seine Aufsätze über Manzoni, Stendhal, Balzac, Charles Dickens, Mark Twain, Pasternak, Tolstoi und viele andere sind das Produkt einer leidenschaftlichen Lektüre und regen an zu Entdeckungen und Wiederentdeckungen. Es ist ein Buch, das von persönlichen Erfahrungen mit Büchern erzählt, die Italo Calvino ein Leben lang begleitet haben.

'Klassiker sind Bücher, die man vom Hörensagen zu kennen glaubt und umso neuer, unerwarteter und unbekannter findet, wenn man sie zum ersten Mal richtig liest.Italo Calvino"

Anmerkung: Ich habe die englische Übersetzung des Buches gelesen und musste daher die Zitate übersetzen.

Dienstag, 4. März 2025

Yousafzai, Malala; Lamb, Christina "Ich bin Malala"

Yousafzai, Malala; Lamb, Christina "Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft" (Englisch: I am Malala. The Girl Who Stood Up for Education and Was Shot by the Taliban) - 2013

Alle reden ständig über Freiheit. Bildungsfreiheit, Redefreiheit, Religionsfreiheit. Wir alle wissen von den Taliban und was sie den Menschen in den von ihnen besetzten Ländern antun, vor allem den Frauen.

Und hier ist ein junges Mädchen, das sich immer für die Freiheit ausgesprochen hat, das sein ganzes Leben lang für Bildung gekämpft hat, ohne Rücksicht auf alle Drohungen, die sie erhalten hat, ohne Rücksicht auf alles, was uns in unserer westlichen Welt sofort auffallen würde, wenn wir so leben müssten. Wir halten so viele Dinge für selbstverständlich. Wir schicken unsere Kinder zur Schule und denken nicht einmal daran, dass dieses Recht irgendwann einmal erkämpft werden musste.

Dieses junge Mädchen ging zur Schule, obwohl es in ihrem Land gegen das Gesetz war, und wurde von einigen Verrückten angeschossen, einigen Extremisten, die glauben, dass man die Menschen etwas länger beherrschen kann, wenn man sie dumm hält. Sie haben recht, aber man muss keine Bildung haben, um klug zu sein, manche Menschen sind nicht so dumm, selbst wenn man ihnen die Bildung verweigert. Malala ist ein großartiges Beispiel für sie. Als "Belohnung" für ihre Bemühungen wurde sie angeschossen und hätte sterben können, wenn nicht einige entschlossene Ärzte ihr Leben gerettet hätten.

In diesem Buch beschreibt Malala ihr Leben vor und nach der Schießerei, ihr Leben und das ihrer Schwestern in Pakistan.

Malala Yousafzai ist eine mutige und tapfere Frau, die es in dieser Welt weit bringen wird. Ich weiß, dass sie weiterhin für das Recht aller Mädchen auf eine anständige Ausbildung kämpfen wird. Ich hoffe, wir können sie alle auf unsere Weise unterstützen.

Ich fand es auch toll, dass eine Sachbuchautorin, die ich sehr bewundere und die viel über diesen Teil der Welt weiß, Malala geholfen hat, ihre Geschichte niederzuschreiben. Ich habe "Goldene Nadel-Nähschule" (The Sewing Circles of Herat) und "The Africa House" von Christina Lamb gelesen und fand beide ausgezeichnet.

Buchbeschreibung:

"Am 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg überfallen und niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Wie durch ein Wunder kommt Malala mit dem Leben davon. Als im Herbst 2013 ihr Buch "Ich bin Malala" erscheint, ist die Resonanz enorm: Weltweit wird über ihr Schicksal berichtet. Im Juli 2013 hält sie eine beeindruckende Rede vor den Vereinten Nationen. Barack Obama empfängt sie im Weißen Haus, und im Dezember erhält sie den Sacharow-Preis für geistige Freiheit, verliehen vom Europäischen Parlament. Malala Yousafzai lebt heute mit ihrer Familie in England, wo sie wieder zur Schule geht."

Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi erhielten 2014 den Friedensnobelpreis "für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Bildung".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Montag, 3. März 2025

Byatt, A.S. "Besessen"

Byatt, A.S. "Besessen" (Englisch: Possession) - 1990

Besessen/Possession ist ein großartiges Buch. Ich liebe es. Es spielen sich zwei Geschichten gleichzeitig ab. Roland Mitchell, ein amerikanischer Forscher an einer Londoner Universität, versucht, Informationen über den fiktiven viktorianischen Dichter Randolph Henry Ash zu finden. Dies führt ihn zu Maud Bailey, einer Professorin an der Lincoln University, die eine Expertin für eine andere fiktive viktorianische Dichterin, Christabel LaMotte, ist. Während sie eine gemeinsame Vergangenheit der beiden Dichter entdecken und ein Geheimnis lüften, beginnen ihre Leben eine parallele Wendung zu nehmen zu dem der beiden Dichter.

Die verschiedenen Kapitel beginnen immer mit einem Gedicht, das von einem der beiden Dichter geschrieben wurde. Als ich das Buch zum ersten Mal las, ließ ich sie einfach weg, ich bin kein großer Lyrikliebhaber. Als ich es jedoch erneut las, konzentrierte ich mich auf sie, weil sie viel zur Geschichte beitragen.

Ich liebe klassische Romane und obwohl dies keiner ist, liest er sich wie einer. Außerdem ist da die Zeit, in der die beiden Dichter lebten, die einem das Gefühl gibt, in einem klassischen Buch zu sein. Habe ich schon gesagt, dass ich es liebe?

Es gibt auch einen Film mit Gwyneth Paltrow und Aaron Eckhart als zeitgenössische und Jennifer Ehle und Jeremy Northam als viktorianische Charaktere (siehe hier). Ich bin oft enttäuscht über Filme, die auf der Grundlage meiner Lieblingsbücher gedreht werden, aber dieser ist genauso interessant wie der Roman.

Ich habe dieses Buch ungefähr ein halbes Dutzend Mal gelesen und mein Taschenbuch fällt auseinander. Also habe ich beschlossen, dass ich ein weiteres Exemplar brauche – etwas, was bei mir äußerst selten der Fall ist.

A.S. Byatt gewann 1990 den Booker Prize für "Possession".

Buchbeschreibung:

"Ein großer Roman, dicht und voller intellektueller Spannung. 'Mit höchstem, bewundernswertem Kunstverstand entworfen; der Roman läßt sich auf vielen Ebenen lesen, und auf jeder Ebene hält er seine ästhetischen Belohnungen bereit. Mehr kann man von einem heutigen Buch wohl kaum verlangen', schrieb Sigrid Löffler nach Erscheinen der Originalausgabe. Der junge Literaturwissenschaftler Roland Michell gerät in den Besitz eines bislang unbekannten Dokuments: den Entwurf eines Briefes, den der berühmte viktorianische Dichter Randolph Henry Ash an eine Dame zu schreiben beabsichtigte. Roland beginnt Nachforschungen anzustellen. Es gelingt ihm, herauszufinden, wer die geheimnisvolle Adressatin war, nämlich die Lyrikerin Christabel LaMotte, und so sieht er sich gezwungen, die Wissenschaftlerin Maud Bailey, die deren Nachlaß betreut, in sein Geheimnis einzuweihen. Gemeinsam machen sie eine aufsehenerregende Entdeckung: Im Sterbezimmer der Chris tabel LaMotte finden sie ein Bündel Liebesbriefe - Briefe, die beweisen, daß R. H. Ash, der weltgewandte Literat und vorbildliche Ehemann, und die exzentrische Dichterin, die als alte Jungfer starb, eine leidenschaftliche Beziehung unterhalten haben, aber nicht nur das ..."

Ich habe auch "Ragnarök. Das Schicksalder Götter" (Ragnarok. The End of the Gods) von A.S. Byatt gelesen. Das hat mir allerdings nicht so gut gefallen wie dieses hier.

Byatt, A.S. "Ragnarök. Das Schicksal der Götter"

Byatt, A.S. "Ragnarök. Das Schicksal der Götter" (Englisch: Ragnarok. The End of the Gods) - 2011

Eine Nacherzählung der nordischen Mythologie. Ich stehe nicht wirklich auf Fantasy, aber dieses Buch hat mich aus zwei Gründen interessiert: Ich dachte, nordische Mythen könnten interessant sein, und ich mag A.S. Byatt.

War das ein ausreichender Grund, das Buch in die Hand zu nehmen? Nicht wirklich, die Geschichten waren für mich nicht interessant genug, um wirklich fesselnd zu sein.

Das Beste an dem Buch waren die "Gedanken der Autorin zum Mythos" am Ende der Geschichten, in denen sie erklärt, woher bestimmte Wörter kommen und warum sie etwas neu geschrieben hat, das schon hundertmal geschrieben wurde.

Trotzdem hat die Autorin eine großartige Art, jede Geschichte zu erzählen, denke ich. Deshalb hat es mir trotzdem Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

Buchbeschreibung:

"Ragnarök ist der große nordische Mythos vom Untergang der Welt, der auch Richard Wagner zu seiner Oper 'Götterdämmerung' inspirierte. Ein kleines, phantasiebegabtes Mädchen hält eine Nacherzählung der germanischen Göttersagen in den Händen, und die nordische Sage von Ragnarök, dem Ende der Götter, wird bald zu ihrer Lieblingsgeschichte. Doch fragt es sich, wer diese Germanen sein mögen und was sie von jenen unterscheidet, die den Tod aus nächtlichem Himmel schicken und vor deren Bomben sie mit ihrer Mutter aufs Land hat fliehen müssen. Odin, Freyr und Thor sterben in einem letzten Kampf gegen die naturgewaltigen Riesen; die Sonne und der Mond werden vom Fenriswolf verschluckt, die Midgardschlange steigt aus dem Wasser empor, zerquetscht und überflutet die Erde und vergiftet das Meer; das Leben erlischt. Aber es ist dieses Inferno, das einen Ausgleich von Chaos und Ordnung schafft und damit einen Neuanfang der Welt denkbar macht."

Ich habe von A.S. Byatt auch "Besessen" (Possession) gelesen. Es ist eines meiner Lieblingsbücher.

Samstag, 1. März 2025

Abdolah, Kader "Die geheime Schrift"

Abdolah, Kader (Hossein Sadjadi Ghaemmaghami Farahani) "Die geheime Schrift: Die Notizen des Agha Akbar" (Niederländisch: Spijkerschrift) - My Father’s Notebook - 2000

2010 haben wir "Das Haus an der Moschee" (The House of the Mosque) in unserem internationalen Lesekreis gelesen. Es war vom selben Autor und ich wollte dieses Buch seitdem immer lesen. Nun, ich habe es endlich getan und bin nicht enttäuscht. Genau wie in seinem anderen Buch gelingt es dem Autor, uns in das Land seiner Geburt zu versetzen, nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich. Er erzählt uns von den Veränderungen während der Jahrzehnte, die er dort lebte.

Dieser Roman ist noch persönlicher, er ist fast eine Autobiografie. Ishmael, der Protagonist dieser Geschichte, hat einen taubstummen Vater, der als Teppich-Gastronom arbeitet, genau wie Kader Abdolah, dessen Name das Pseudonym von Hossein Sadjadi Ghaemmaghami Farahani ist. Der Name ist eine Hommage an zwei Freunde, die im Iran hingerichtet wurden, einer während des Regimes des Schahs, der andere unter den Ayatollahs.

Ishmael landet als Schriftsteller in den Niederlanden, seine Frau folgt ihm später ... nun, ich denke, ich belasse es dabei, es gibt noch mehr Ähnlichkeiten zwischen dem Autor und seinem Protagonisten.

Zurück zum Buch: Es geht ein bisschen hin und her, von der Jugend von Ismails Vater Aga Akbar bis heute, dann zurück zu Aga Akbars Jugend, dann Ishmaels Jugend, seinem Studium ... Aber es ist keineswegs verwirrend. Ein guter Bericht über die Geschichte der Situation im Iran.

Mir gefiel auch das Thema des niederländischen Originaltitels: "Spijkerschrift" bedeutet Keilschrift, das allererste bekannte Schriftsystem. Sein Vater schreibt so, da er weder hören noch sprechen kann, entwickelt er seine eigene Rechtschreibung. Ziemlich interessant, wenn man sich für solche Themen interessiert.

Dieser Roman ist sowohl politisch als auch historisch. Eine faszinierende Lektüre.

Buchbeschreibung:

"Die Geschichte Persiens, gespiegelt in einem kleinen Dorf in den Bergen

Esmail hat ein Manuskript mit ins Exil genommen. Geschrieben hat es sein taubstummer Vater, in einer seltsamen, kaum lesbaren Schrift. So, wie er früher seinen Vater verstehen wollte, versucht Esmail nun, das Geschriebene zu entziffern. Es schildert das Leben in einem kleinen Dorf an der Grenze: »Südlich der Grenze lag der Iran, und nördlich, dort, wo immer tiefer Schnee lag, Russland.«

Dieser fast märchenhafte Roman, der einen Bogen spannt zwischen Amsterdam und Persien, erzählt von Vater und Sohn, von Analphabetismus und der Leidenschaft für Geschichten, von Armut, Abhängigkeit und erwachendem politischen Mut. Esmail schließt sich dem studentischen Kampf gegen den Schah an, später der Regime-Kritik gegen Chomeini. Er flieht – und aus dem Sohn eines Teppichknüpfers wird ein westlicher Intellektueller, der seiner Herkunft jedoch alles verdankt.
"

Ich habe dieses Buch im niederländischen Original gelesen.