Freitag, 20. Februar 2026

MacLaverty, Bernard "Cal"

MacLaverty, Bernard "Cal" (Englisch: Cal) - 1983

Ein schwer zu lesendes Buch. Nicht, weil es seltsam geschrieben ist oder schwierige Wörter enthält. Es liegt einfach am Thema. Die Probleme in Nordirland. Katholiken gegen Protestanten. Bruder gegen Bruder. Vater gegen Sohn. Jeder kann dein Feind sein.

Was für eine traurige Geschichte, was für eine traurige Vergangenheit. Gibt es eine Lösung? Selbst wenn sie jemals gefunden wird, gibt es in diesem Buch nichts, was uns Hoffnung gibt. Und selbst wenn, wäre es nicht so authentisch.

Der Autor vermittelt einem das Gefühl, dass die Figuren in ihrem Leben, ihrem Umfeld, ihrer Rolle in der Gesellschaft gefangen sind. Für einen Jungen in Belfast gibt es keine Hoffnung, er bekommt keine vernünftige Ausbildung und selbst mit einer vernünftigen Ausbildung keine Arbeit.

Cal versucht sein Bestes, um da rauszukommen. Er arbeitet sogar als Landarbeiter, obwohl er keine Erfahrung mit der Arbeit auf einem Bauernhof hat, wahrscheinlich war er noch nie auf einem Bauernhof, bevor er eingestellt wurde. Und dann ist da noch seine Liebe zu einer jungen Witwe. Kein einfaches Leben. Aber was tun, wenn man keine andere Wahl hat?

Wenn ihr gerne über unterschiedliche Geschichtsthemen lest und verstehen möchtet, was Menschen durchmachen, ist dieses Buch genau das Richtige. Es wurde vor etwa vierzig Jahren geschrieben, wirkt aber immer noch so authentisch wie damals. Bernard MacLaverty gelingt es, den gesamten Konflikt in diesem recht kurzen (160 Seiten) Buch zu fassen.

Wir sind inzwischen in Belfast gewesen, und es ist eine wirklich interessante und schöne Stadt, aber man merkt immer noch, wie die "Troubles" nachwirken.

Buchbeschreibung:

"Der junge katholische Arbeitersohn Cal McClasky wohnt in einer protestantischen Wohnsiedlung in Nordirland. Die Konflikte beginnen, als er sich in Marcella verliebt, die Witwe des Polizisten, bei dessen Ermordung durch die IRA er geholfen hat."

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