Samstag, 7. Februar 2026

Saramago, José "Kain"

Saramago, José "Kain" (Portugiesisch: Caim) - Cain - 2009

Ich liebe die Romane unserer Nobelpreisträger und konnte daher nicht widerstehen, dieses hier zu lesen. Ich habe gelesen, dass dies das letzte Buch dieses Atheisten über die Bibel ist. Hmm, das klang interessant.

Und das war es auch. Die Geschichte beginnt mit Adam und Eva und ihrer Vertreibung aus dem Paradies ... nun ja, wir alle kennen diese Geschichte. Oder etwa nicht? José Saramago findet eine einzigartige und satirische Art, diese Geschichte zu erzählen, die so alt ist wie die Menschheit. Wir sehen dann den ersten Mord, Kain tötet seinen Bruder Abel, und dann sehen wir, wie Kain weiterlebt und alle biblischen Berühmtheiten wie Abraham, Moses, Noah, Lilith und Hiob trifft und alle wichtigen Orte besucht, zum Beispiel in Lot, Babel, Jericho, Sodom und Gomorra, zu den wichtigsten Zeiten – kurz gesagt, er ist allgegenwärtig.

Was mich am meisten beeindruckt hat: Die Charaktere waren sehr realistisch, sehr real. Der Hintergrund wurde gut erklärt, und viele Geschichten ergaben Sinn. Wir erfahren hier, was mit Adam und Eva geschah, nachdem sie das Paradies verlassen hatten, und wohin sie gingen.

Ob man nun an die Bibel glaubt oder nicht, dies ist ein hochinteressantes Buch, ein sehr guter Ausgangspunkt für tiefgründige Diskussionen. Es hilft auch, viele der Geschichten zu verstehen, auch wenn es nur eine Sichtweise darstellt. Aber genau dieser Teil wird im Religionsunterricht normalerweise nicht behandelt. Ich möchte nicht behaupten, dass irgendetwas in diesem Buch wahr ist, denn das ist es nicht. Es ist die Interpretation eines Atheisten. Es trägt dennoch zu einem besseren Verständnis bei. Es ist manchmal sogar lustig.

Der Autor wurde für diesen Roman und "Das Evangelium nach Jesus Christus" (O Evangelho Segundo Jesus Cristo/The Gospel According to Jesus Christ) vielfach kritisiert, insbesondere von der katholischen Kirche. Ich denke, ich muss hier einen anderen Nobelpreisträger zitieren, Sir Winston Churchill, der sagte: "Sie haben Feinde? Gut. Das bedeutet, dass Sie irgendwann in Ihrem Leben für etwas eingetreten sind."

Ich bin sehr froh, dies gelesen zu haben.

Buchbeschreibung:

"Jesus als "Mensch unter Menschen" - lebenshungrig und voller Neugierde, sinnenfroh und genießerisch, manchmal aber auch ängstlich und unsicher. José Saramago gibt in seiner bisweilen skandalösen, stets aber glaubwürdigen "Heilandsgeschichte" den bekannten Ereignissen immer wieder überraschende, phantasievolle neue Wendungen. Er rüttelt an den Fundamenten unserer Kultur und stellt mit beeindruckender Radikalität Geschichte, Religion und Legende in Frage."

José Saramago "der mit Gleichnissen, getragen von Phantasie, Mitgefühl und Ironie, ständig aufs Neue eine entfliehende Wirklichkeit greifbar machterhielt den Nobelpreis für Literatur 1998.

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

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