Samstag, 29. Juli 2023

Myers, Benjamin "Offene See"

 Myers, Benjamin "Offene See" (Englisch: The Offing) - 2019

Als 2020 das neueste "Lieblingsbuch der Unabhängigen" angekündigt wurde, sah ich es in meiner Buchhandlung und fand es interessant, aber da mein SUB immer größer wurde, hatte ich es nicht gleich gekauft. Dies ist aber auch das einzige Mal, dass ich froh bin, dass ich in meiner neuen Heimatstadt keine englischen Bücher in der Bücherei ausleihen kann, weil ich sie jetzt besitze. Es ist definitiv ein Buch zum Behalten.

Ich bin froh, dass dies den Preis erhalten hat, denn bisher war "Der Gesang der Flusskrebse" (
Where the Crawdads Sing) (das letztes Jahr den Preis erhalten hatte) mein Lieblingsbuch des Jahres. Ich denke, es wurde durch dieses ersetzt.

Robert ist erst sechzehn Jahre alt. Er soll seinem Vater als Bergmann folgen, wie jeder andere kleine Junge in seinem Dorf in Durham im Norden Englands. Der Zweite Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen und Robert möchte ein wenig von der Welt sehen. Das England der Nachkriegszeit ist nicht gerade ein Traum, aber da er stark ist und viele Männer vermisst werden, findet er hier und da Arbeit und zieht dann weiter ins nächste Dorf.

Bis er in Yorkshire das Meer und das Cottage von Dulcie erreicht.
Dulcie ist älter, viel älter als Robert, lebt allein, hatte aber ein interessantes Leben. Sie teilt ihre Erfahrungen mit dem jungen Findling, weckt sein Interesse an Literatur und zeigt ihm, dass es im Leben noch viel mehr gibt als das, was sein Heimatdorf zu bieten hat.

Dies ist ein wunderbares Buch über so viele Dinge: England und Europa, das Meer, Literatur, Poesie, das einfache Leben, die Natur. Er schreibt es als eine Art Memoiren aus seiner Zeit als er selbst alt war.

Es beginnt bereits mit einem tollen Zitat: "Denn niemand gewinnt wirklich einen Krieg: Manche verlieren nur etwas weniger als andere."
Ich begreife nicht, warum es Leute gibt, die das nicht verstehen.


Um seinen brillanten Sprachgebrauch zu zeigen, hier eine seiner Naturbeschreibungen (von mir übersetzt).
"Das Land floss jetzt in einem grasbewachsenen Mosaik aus Feldern voran, die bewirtschaftet und beweidet wurden, und wurde durch staubige Wege und dicht gepackte, mit Bäumen bewachsene Lichtungen geteilt."

Dieses Buch ist einfach wunderschön geschrieben.
Ein fantastisches Beispiel großartiger Literatur.

Der Autor stammt selbst aus Durham.
Er hat bereits viele renommierte Preise erhalten. Ich werde noch mehr seiner Bücher lesen müssen.


Buchbeschreibung:

"Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will."

"Offene See" wurde
2020 von den Deutschen Unabhängigen Buchhandlungen zum "Lieblingsbuch der Unabhängigen" gewählt.

Freitag, 28. Juli 2023

Canetti, Elias "Die Blendung"

Canetti, Elias "Die Blendung" - Auto-da-Fé - 1935

Welch ein Buch! Hat es mir gefallen? Hm, schwer zu sagen. Es wird als grotesk, obskur, seltsam usw. beschrieben. Und seltsam ist es auch.

Das Buch erzählt die Geschichte von Peter Kien, einem Sinologen und Philologen, der mit seinen Büchern sehr zurückgezogen in seiner Wohnung lebt. Er heiratet seine Haushälterin, gerät aber immer mehr in den Wahnsinn.

Peters Bruder Georg ist ein berühmter Psychologe in Paris. Von einem Bekannten Peters alarmiert, kommt er nach Wien, um zu helfen, bleibt aber leider erfolglos.

Dies ist ein sehr komplexes Buch, das unmöglich in ein paar Worten erklärt werden kann. Es ist ein Buch voller Besessenheit und Kritik an der damaligen Gesellschaft, aber auch eine Warnung vor dem, was kommen würde. Schließlich war dies zwei Jahre nach der Machtübernahme der Nazis in Deutschland und viele Menschen, wie der Autor, fürchteten um die Zukunft. Und sie hatten recht, wie sich herausstellte.

Die Bedeutung des englischen Titels wird in Wikipedia erklärt: Autodafé (spanisch auto de fe, portugiesisch auto de fé, von lateinisch actus fidei, "Urteil über den Glauben") bezeichnet die feierliche, meist öffentliche Verkündung der Urteile der Prozesse der Spanischen Inquisition oder der Portugiesischen Inquisition. Die Vollstreckung der Urteile, insbesondere das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen, fand nicht im Verlauf der eigentlichen Autodafés statt, sondern später an einem anderen Ort.

Das Buch wurde erstmals in englischer Sprache unter dem Titel "The Tower of Babel" veröffentlicht.
Der Aussage in der deutschen Buchbeschreibung: "... 'Die Blendung' [ist] eine kraftvolle Metapher für die Konfrontation des einsamen, nachdenklichen Geistes mit der Realität" kann ich nur zustimmen.

Buchbeschreibung:

"Kien, ein bedeutender Sinologe, führt in seiner 25.000 Bände umfassenden Bibliothek ein groteskes Höhlenleben. Seine Welt ist im Kopf, aber sein Kopf ist ohne Sinn für die Welt. Als er, von seiner Haushälterin zur Ehe verführt, mit dem ganz 'normalen' Leben konfrontiert wird, kann er sich nur noch in den Wahnsinn 'retten'. Dieser Roman, 1935 in Wien zum ersten Mal veröffentlicht, nimmt in der Literatur des 20. Jahrhunderts einen zentralen Platz ein. Wie Joyces 'Ulysses' ist 'Die Blendung' eine mächtige Metapher für die Auseinandersetzung des einsam reflektierenden Geistes mit der Wirklichkeit."

Elias Canetti erhielt den Nobelpreis für Literatur 1981 "für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft".

Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.

Mittwoch, 26. Juli 2023

Ekert-Rotholz, Alice M. "Strafende Sonne, Lockender Mond"

Ekert-Rotholz, Alice M. "Strafende Sonne, Lockender Mond" [Punishing Sun, Tempting Moon] - 1959

Indonesien, Kolonialismus, Ich glaube, dies war eine meiner ersten Bücher über die Kolonialzeit. Die Autorin hat selbst einige Jahre in Asien verbracht und wohl so einiges aus ihren eigenen Beobachtungen verarbeitet.

Ich würde diesen Roman eher als etwas kitschig bschreiben, aber man kann auch einiges über das Leben in Indonesien zur Zeit des zweiten Weltkrieges erfahren.

Man darf dabei aber nicht vergessen, zu welcher Zeit das Buch geschrieben wurde und dass die Autorin den Geist der damaligen Zeit darstellt.

Buchbeschreibung:

"Im Auf und Ab der Schicksale von Kolonialgewaltigen unterm Tropenmond folgen wir den Abenteuern der leidenschaftlichen jungen Ärztin Jo van Swanenburgh. Allen bitteren Enttäuschungen zum Trotz treibt sie einem fremden Mann in die Arme. Die dramatische Geschichte dieser Frau ist verwoben in die bewegten Lebensläufe von Familien, die in dem chaotischen Wandel der Zeit vielfältigen Prüfungen ausgesetzt sind. Zuckerkönige auf Java, Reeder, Tabak- und Kautschukmagnaten verlieren im Zweiten Weltkrieg auf den fernöstlichen Besitzungen der Holländer Tradition und Besitz. In diesem fesselnden Roman der Erfolgsautorin Alice Ekert-Rotholz erleben wir ein Stück Überseegeschichte und das Ende eines feudalen Lebensstils."

und

"Indonesien, das verlorene Kolonialreich der Holländer mit seinem bunten Rassengemisch aus Chinesen, Javanern, Amerikanern und Europäern, ist der Schauplatz, auf dem sich im Gefolge weltpolitischer Umwälzungen die Auflösung der patriarchalischen Kolonialgesellschaft vollzieht. Ahnungslos treiben die großbürgerlichen Familien der Swanenburghs, der Polders, der Bloemendaals, der Meesters, die ihre Monopolstellungen im Zucker-, Tabak- und Kautschukhandel für unerschütterlich halten, in die Katastrophe hinein."

Montag, 24. Juli 2023

Fermor, Patrick Leigh "Zwischen Wäldern und Wasser"

Fermor, Patrick Leigh "Zwischen Wäldern und Wasser: Zu Fuß nach Konstantinopel: Von der Donau zum Eisernen Tor" (Englisch: Between the Woods and the Water: On Foot to Constantinople from the Hook of Holland) - 1986


Dieses Reisebuch wurde mir von einem Mitglied unseres Lesekreises Buchclubs empfohlen, sie war begeistert und da wir oft die gleichen Bücher mögen, war ich bereit, es zu lesen. Dies ist der zweite Teil einer Trilogie, der erste heißt "Die Zeit der Gaben: Zu Fuß nach Konstantinopel: Von Hoek van Holland an die mittlere Donau" (A Time of Gifts: On Foot to Constantinople: from the Hook of Holland to the Middle Danube), der letzte "Die unterbrochene Reise: Vom Eisernen Tor zum Berg Athos" (The Broken Road: From the Iron Gates to Mount Athos). Vielleicht hätte ich zuerst das erste Buch lesen sollen, da dieses die besseren Rezensionen hat, aber dies ist das Buch, das mir ausgeliehen wurde, mit dem Hinweis, dass es keine Rolle spielt, in welcher Reihenfolge man sie liest.

Ich liebe Reisebücher und diese Reise von Ungarn über Rumänien bis zur bulgarischen Grenze erschien mir interessant.
Es wurde vor der Machtübernahme der Faschisten in Europa geschrieben und war auch ein interessanter Zeitrahmen.


Der Schreibstil hat mir allerdings nicht besonders gefallen. Es wirkte eher wie das Tagebuch eines Teenagers, das er für sich selbst geschrieben hatte, und das war es wahrscheinlich auch, denn der Autor war erst 18 Jahre alt, als er diese Reise unternahm.

Mir gefielen die historischen Teile, die er wahrscheinlich später hinzufügte, aber als Reisebuch war es viel zu langweilig. Er erwähnt zwar die Menschen, die er trifft, und erzählt ein paar Geschichten, aber man hat nicht das Gefühl, dort zu sind, dass wir mit ihm reisen.

Er mag sich in späteren Jahren verbessert haben, da er sogar zum Ritter geschlagen wurde, aber ich bezweifle, dass ich eines seiner Bücher bald wieder in die Hand nehmen werde.


Buchbeschreibung:

"Im zweiten Teil seines Reiseberichts nimmt Patrick Leigh Fermor den Leser erneut mit in eine fremde, faszinierende und heute verschwundene Welt. Wir treffen ihn wieder 1934 in Budapest, wo er Bälle und Kaffeehäuser besucht. Auf einem geliehenen Pferd durchquert er die ungarische Tiefebene mit ihren Hirten und Ziehbrunnen, verweilt auf Landgütern, in denen die Zeit aufhört zu existieren, um dann weiterzuziehen bis in die siebenbürgischen Karpaten und zum Eisernen Tor, dem Ende Mitteleuropas."

Samstag, 22. Juli 2023

Schrobsdorff, Angelika "Du bist nicht so wie andre Mütter"

  

Schrobsdorff, Angelika "Du bist nicht so wie andre Mütter" - You Are Not Like Other Mothers - 1992

Das Leben einer jüdischen Mutter zu Beginn des letzten Jahrhunderts. In diesem Buch geht es um die Mutter der Autorin, Else, die nicht das war, was man von "netten" jüdischen Mädchen erwartete. Sie war eine sehr frühe Feministin, und das alles vor dem Hintergrund des zunehmenden Antisemitismus und des Beginns des Zweiten Weltkriegs, bei dem die meisten ihrer Familienmitglieder getötet wurden.

Else zog mit ihren Kindern nach Bulgarien, nur um sich dort verstecken zu müssen, außerdem rückten die Nazis überall näher.


Eine hochinteressante Geschichte über eine Zeit, die uns so viele Bücher bescherte, dass es oft schwer fällt, sich für ein Buch zu entscheiden.
Aber dieses ist es auf jeden Fall wert.


Buchbeschreibung:

"'Sie war so kompliziert wie ein Puzzle, das aus Tausenden Stücken zusammengesetzt ist - und ich mußte diese Teile finden und ineinanderfügen', schreibt Angelika Schrobsdorff über ihre Mutter. Die Teile, die sie benutzt, sind Briefe, Fotoalben, Erinnerungen von Freunden und für die spätere Zeit gemeinsam gelebtes Leben. Begonnen hat alles voller Harmonie in einem begüterten jüdischen Geschäftshaus im Berlin des Jahrhundertbeginns. Else Kirschner, sprühend vor Charme, mit dunklen Locken und leuchtenden Augen, liebte die rührend um sie besorgten Eltern, und sie liebte das Leben, das ihr Jahre des Wohlstands bescherte, angefüllt mit Theater und Konzerten, Ferien im Sommerhaus am See und großen Leidenschaften. Doch die Nazis setzen dem ein jähes Ende. Else, inzwischen mit dem preußischen Junker Erich Schrobsdorff verheiratet, flieht mit ihren beiden Töchtern nach Bulgarien ... Voller Leidenschaft, aber ohne Pathos, voller Mitgefühl und Bewunderung und dennoch mit kritischem Blick erzählt Angelika Schrobsdorff von den beiden Leben ihrer Mutter."

Freitag, 21. Juli 2023

Bennett, Alan "Die Souveräne Leserin"

 

Bennett, Alan "Die Souveräne Leserin" (Englisch: The Uncommon Reader) - 2007

Der Fahrer einer mobilen Bibliothek lernt Königin Elizabeth II. kennen, die ihre Leidenschaft für Bücher zur Obsession findet, fast eine Besessenheit, ständig liest und ihre Pflichten als Monarchin vernachlässigt.

Ein wenig satirisch, ein wenig lustig, insgesamt ein angenehmes Buch.
Mir gefielen die Verweise auf verschiedene andere Autoren und Romane sehr.

Und es geht nicht nur um die Königin, sondern auch um die Frage: Wie egoistisch ist ein Leser? Schließen wir die reale Welt aus, indem wir uns in die Literatur wagen?

Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren gelesen und dann noch einmal  mit meinem neuen örtlichen Lesekreis. Wir hatten einen wunderbaren Abend. So viel und so lange haben wir noch nie über ein Buch geredet. Es gab ja auch viel zu besprechen, das englische Königshaus und vor allem die Queen, die ganzen Berater und sonstiges Gefolge, Lesen überhaupt, wie selbstsüchtig ist man? Wir haben viele lustige Stellen noch einmal gelesen und uns köstlich amüsiert.


Buchbeschreibung:

"Zum 60. Thronjubiläum der Queen: einmalige limitierte Sonderausgabe in royaler Ausstattung; blaue Seide, Silberprägung, farbiges Vorsatzpapier und Fadenheftung! Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. 'Maam' ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie sich fortan über ihre Lektüren unterhält. 'Not amused' ist hingegen der Privatsekretär der Queen, Sir Kevin, der nichts unversucht lässt, 'Her Majesty' dem schädlichen Einfluss Normans zu entziehen. Denn die Queen beginnt, ihre Pflichten zu vernachlässigen, liest nun lieber in ihrer Kutsche, statt der Menge zuzuwinken. Ein Bennett 'at his best-very British', wie immer, und von so umwerfender Komik, dass Ihnen der 'Bowlerhat' hochgeht!"

Mittwoch, 19. Juli 2023

Owens, Delia "Der Gesang der Flusskrebse"

Owens, Delia "Der Gesang der Flusskrebse" (Englisch: Where the Crawdads Sing) - 2018

Dieses Buch wurde mir von so vielen Freunden empfohlen, und obwohl mein SUB ständig wächst, musste ich es einfach in die Hand nehmen, als ich es in einem örtlichen Buchladen entdeckte. Die Auswahl an englischen Büchern ist dort nicht immer groß, das sagt also schon viel. Normalerweise bin ich sehr skeptisch gegenüber Büchern, die jeder lobt, weil ich sie oft nicht mag, aber das war hier anders.

Ich denke, die Bewertung dieses Buches gehört zu den schwierigsten, die ich je machen musste.
Ich möchte es niemandem verraten, aber es ist nicht einfach, darüber zu schreiben, nachdem man alles gelesen hat. Ich hätte meine Rezension schreiben sollen, bevor ich das letzte Kapitel gelesen habe.


Wie auch immer, eine großartige Geschichte über Kya, ein Mädchen, das von ihrer Familie ganz allein gelassen wird, einer nach dem anderen geht, und im Alter von neun Jahren ist sie ganz auf sich allein gestellt. Die Dorfbewohner sehen sie, gelinde gesagt, "nicht wohlwollend" an.

In gewisser Weise gibt es zwei Geschichten, eine, in der Kya ein Kind ist, und eine, in der Kya 19 ist und ein Mord passiert ist. Unnötig zu erwähnen, dass es nicht lange dauert, bis sie die Hauptverdächtige ist. Die beiden Geschichten werden abwechselnd erzählt, bis sie schließlich miteinander verschmelzen. Ich liebe diese Art des Geschichtenerzählens.

Wir lernen Kya nicht nur als eine sehr einfallsreiche und bodenständige Person kennen, sondern auch als eine wunderbare Künstlerin, die am Ende ihre gebührende Anerkennung erhält.

Ich werde jetzt im Spoiler-Bereich weiter über den Rest des Buches sprechen. Wer das Buch noch nicht gelesen haben, auf keinen Fall öffnen.


Spoiler:

Wer auf der Suche nach einem fesselnden Buch ist, das man nicht aus der Hand legen kann, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Ich hoffe, dass Delia Owens weitere Bücher schreiben wird. Vielleicht versuche ich es mit einer ihrer Memoiren, "Cry of the Kalahari" (Der Schrei der Kalahari), "The Eye of the Elephant" (Das Auge des Elefanten), or "Secrets of the Savanna" (Geheimnisse der Savanne).

Buchbeschreibung:

"Die berührende Geschichte von Kya, dem Marschmädchen, von der Zerbrechlichkeit der Kindheit und der Schönheit der Natur

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.
."

"Der Gesang der Flusskrebse" wurde 2019 von den Deutschen Unabhängigen Buchhandlungen zum "Lieblingsbuch der Unabhängigen" gewählt.