Mittwoch, 20. April 2022

Stelter, Bernd "Der Tod hat eine Anhängerkupplung"

Stelter, Bernd "Der Tod hat eine Anhängerkupplung" [Death has a Tow Bar] - 2008

Wer entweder Stelter-, Zeeland-, Camping- oder Krimifan ist (oder alle vier, ich gehöre eigentlich nur zur ersten Gruppe) findet hier ein schönes Buch. Humorvoll im Stelter-Stil, spannend wie ein Agatha Christie-Krimi. Die Beschreibung des zeeländischen Campingplatzes und seiner Eigenheiten kommen auch nicht zu kurz.

Und wer nach der Lektüre nicht Lust auf ein Grimbergen mit Hagelslag-Brot bekommt, ist selbst schuld.

Klappentext:

"Endlich wieder Urlaub! Wer sich auf Dünen, Strand und Ferienluft in Holland gefreut hat, erlebt eine böse Überraschung. Doch auf Camping de Grevelinge ist alles anders: Blaulicht, rot-weißes Absperrband, Polizei!

Der Kantinenwirt des Campingplatzes ist kopfüber in der Porta-Potti-Entsorgungsstation ertrunken aufgefunden worden. Es sieht nicht nach Selbstmord aus. Inspecteur Piet van Houvenkamp, der größte lebende Agatha-Christie-Fan weltweit, stellt bald fest: Der Tod hat eine Anhängerkupplung!

Urlaubsstimmung und mörderische Absichten - ein außergewöhnlicher Genuss für alle Krimifreunde. Lassen Sie sich von Bernd Stelter an den Campingstuhl fesseln!
"

Dienstag, 19. April 2022

Conrad, François "Warum Deutsch bellt und Französisch schnurrt"

Conrad, François "Warum Deutsch bellt und Französisch schnurrt" [Why German Barks and French Purrs] - 2021

Ich habe mich schon immer für Sprachen interessiert, und als ich den Titel dieses Buches sah, habe ich es mir gleich bestellt.

Zuerst war ich etwas enttäuscht. Der Anfang klang recht naiv. Da ist ein junger Mann mit Namen Horst, der nicht begeistert ist, dass seine ausländischen Freunde sich über das Deutsche lustig machen. Wir kennen alle die Memes über die Aussprache von "Krankenwagen" oder "Schmetterling" im Deutschen im Gegensatz zu "Ambulance" und "Farfalle" oder "Papillon".

Also geht Horst mit seinem Hund "Strumpf" auf die Reise durch Europa. Beide Namen sind sicher so gewählt, dass sie in keiner der anderen Sprachen glatt über die Lippen gehen. Ich habe eine Freundin mit Namen Heike, der geht es im Ausland auch so, in allen Ländern.

Horst reist also über Rom, Madrid, Paris, London und Luxemburg wieder zurück nach Berlin, wo er seinem Freund Konrad, seines Zeichens Sprachwissenschaftler (also wohl der Autor) berichtete, dass man die Sprachen mit Tieren vergleicht. Deutsch klingt wie ein Schäferhund, italienisch wie eine Amsel, Spanisch wie ein tänzelnder Hengst, französisch wie eine Katze, Englisch und Luxemburgisch wie ein Eichhörnchen. Da ist schon was dran.

Aber warum das so ist und was der Vorteil unseres "abgehackten" Deutsch ist, das wird Horst bei seinen Reisen immer deutlicher. Er lernt etwas über die Verwandtschaft der Sprachen untereinander und eben, warum Menschen, die mit einer bestimmten Sprache aufgewachsen sind, sich in manchen anderen sehr schwer tun.

Alles in allem ein nettes Buch über den Unterschied von Sprachen.

Buchbeschreibung:

"Warum klingt Deutsch so (schön) hart, Englisch vornehm und Französisch so wahnsinnig charmant? Alle, die gern auf Reisen sind, haben sich diese Fragen bestimmt schon einmal gestellt. Begleiten Sie unsere Protagonisten Horst und Strumpf auf ihrer großen Europareise und entdecken Sie Unterhaltsames zur deutschen Aussprache im europäischen (Sprach-)Vergleich. Woran liegt es, dass 'Banane' leichter auszusprechen ist als 'Schnaps'? Und was hat es mit dem deutschen Knacklaut auf sich? Gehen Sie mit uns auf eine spannende Sprach- und Erkenntnisreise!"

Donnerstag, 14. April 2022

MacDonald, Ann-Marie "Wohin die Krähen fliegen"


MacDonald, Ann-Marie "Wohin die Krähen fliegen" (Englisch: The Way the Crow Flies) - 2003

Der zweite Roman der kanadischen Autorin. Den ersten "Fall on Your Knees" (Vernimm mein Flehen) haben wir 2002 gelesen.

Genau wie ihr erstes Buch basiert dieser Roman auf einer Familiengeschichte, in diesem Fall auch auf einer Tragödie aus dem wirklichen Leben in der Nachbarschaft.


Kein unbeschwerter, schöner Roman, viel Tragik.
Auch in diesem Buch hat die Autorin eine großartige Art, die Menschen zu beschreiben, und es hat mir genauso gut gefallen wie ihr erstes.


Wir haben dieses Buch in unserem internationalen Lesekreis im October 2004 besprochen.

Buchbeschreibung:

"'Nach dem Krieg kam die Sonne heraus, und unsere Welt wurde technicolorbunt. Alle hatten den gleichen Gedanken. Wir heiraten. Wir kriegen Kinder. Wir werden alles richtig machen.' Auch Jack McCarthy ist davon überzeugt. Bis zu dem schicksalhaften Tag, an dem für seine Tochter Madeleine Falsch und Richtig nur sehr schwer zu unterscheiden sind. Mit einem tragischen Mord nimmt das Leben der ganzen Familie McCarthy eine endgültige Wendung."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Mittwoch, 13. April 2022

Fontane, Theodor "Effi Briest"

 
Fontane, Theodor "Effi Briest" - Effi Briest - 1894

Ich habe dieses Buch vor kurzem wieder gelesen, da ich sehr gerne Klassiker lese und es schon eine Weile her war.

Die Beschreibung der Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist Fontane hervorragend gelungen (nicht, dass ich das aus eigener Erfahrung weiß 😉), man muss einfach froh sein, heute zu leben. Aber ist es heute so viel einfacher als damals? Manche Dinge haben sich geändert, leichter ist das Leben dadurch nicht.

Die ganze Situation Effi - Instetten - Krampas - ist natürlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. Obwohl Instetten zwischendurch Zweifel hat, das Richtige zu tun, fühlt er sich verpflichtet, den Schein zu wahren.

Gut gefallen hat mir der Satz der Geheimrätin Zwicker: Wozu gibt es Öfen und Kamine? Tja, dann wäre es nie zu dieser Geschichte gekommen. Und das wäre doch sehr schade gewesen.

Fontane ist einer der besten deutschen Schriftsteller dieser Zeit. Er gibt uns einen guten Einblick in eine Gesellschaft, die uns fremd erscheint und von der wir doch nie genug bekommen können.

Wir haben dieses Buch im April 2009 in unserem deutschen Lesekreis besprochen.

Buchbeschreibung:
 
"Der Roman 'Effi Briest' wurde als Zweiteiler 1894/95 in der 'Deutschen Rundschau' veröffentlicht. Als Vorbild für die Handlung, griff Fontane eine Ehetragödie auf, die in den 1880er-Jahren für großes Aufsehen sorgte, und verwebt die realen Persönlichkeiten mit seinen fiktiven Charakteren. Am Anfang der Geschichte steht die Verlobung zwischen Baron von Innstetten, einem Freund der Familie von Briest, und deren Tochter Effi. Diese folgt dem mehr als zwanzig Jahre Älteren nach Kessin, obwohl sie Innstetten nicht liebt, und beginnt, von ihrem Mann oft allein gelassen, sich zu langweilen. Trotz eines gemeinsamen Kindes verfestigt sich die Beziehung zwischen den Eheleuten nicht und Effi beginnt eine Liebesbeziehung mit dem Bezirkskommandanten Crampas. Das Verhältnis bleibt ohne Leidenschaft und so kann Effi es leicht beenden, als sie mit ihrem Mann nach Berlin ziehen soll. Dort verlebt sie ruhige und harmonische Jahre, bis Innstetten Briefe findet, die das Verhältnis zwischen Effi und Crampas enthüllen. Nach einem Duell mit dem Nebenbuhler, aus dem Innstetten als Sieger hervorgeht, lässt er sich von Effi scheiden und behält das Kind bei sich. Als Effi die inzwischen Zehnjährige zufällig trifft und bemerkt, dass sie sich völlig entfremdet haben, erleidet sie einen Zusammenbruch und stirbt bei ihren Eltern. Der Roman wird von Thomas Mann als 'modernstes Werk, das am deutlichsten über die bürgerlich realistische Epoche hinaus in die Zukunft weist', beschrieben. Er wurde mehrmals verfilmt, zuletzt 2009 mit Julia Jentsch in der Hauptrolle."

Dienstag, 12. April 2022

Nichols, Peter "Allein auf hoher See"

Nichols, Peter "Allein auf hoher See. Abenteuer einer Weltumseglung" (Englisch: A Voyage for Madmen) - 2002

Der Originaltitel dieses Buches ist fantastisch. "Eine Reise für Verrückte". Die Jungs, die diese Reise unternommen haben, waren wirklich verrückt, und wenn es sich vorher nicht gezeigt hat, dann sicherlich danach. Ich bin kein großer Sportfan, aber dieses Buch war wirklich fesselnd. Wir mussten einfach mit den Matrosen und ihren Familien und Freunden fürchten. Ich habe dieses Buch geliebt - und die anderen Mitglieder meines Lesekreises auch.

Es ist einfach erstaunlich, was die Leute bereit sind, für ihre fünf Minuten Ruhm oder sogar für das Gefühl, es getan zu haben, zu opfern. Ich kann den Eifer, zu gewinnen, verstehen, aber nicht um jeden Preis. Und trotzdem habe ich diese Jungs irgendwie verstanden.

Wir haben dieses Buch
im Januar 2005 in unserem internationalen Lesekreis diskutiert.

Beschreibung:

"London 1968: Die Sunday Times setzt einen Preis für die erste und schnellste Nonstop-Weltumsegelung aus. Neun Männer machen sich in ihren Ein-Mann-Segelbooten auf, Kap Horn, Kap Leeuwin und das Kap der Guten Hoffnung zu umrunden. Nur mit einem Sextanten und dem Blick nach den Sternen suchen sie sich ihren Weg durch schäumende Wellen und brüllende Stürme. Ganz auf sich gestellt erfährt jeder von ihnen seine eigene Hölle, in der alle außer einem Mann verzweifeln, aufgeben oder untergehen ..."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.

Montag, 11. April 2022

Hagena, Katharina "Der Geschmack von Apfelkernen"

Hagena, Katharina "Der Geschmack von Apfelkernen" - Taste of Apple Seeds - 2008

Ein wunderschöner Roman über drei Generationen Frauen. Ruhig und langsam läßt sich die Erzählung lesen und genießen. Erzählt wird die Geschichte von der Enkelin, die nach dem Tod der Großmutter das Haus erbt, in dem sie immer ihre Sommerferien verbracht hat. Sie erinnert sich an die vielen schönen Tage als Kind aber auch an die Probleme, die in der Familie herrschten und die Tragödien, die sie heimsuchten.

Eine wirklich schöne Geschichte über Familien, Frauen und Erinnerungen.

Klappentext:

"Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter."

Donnerstag, 7. April 2022

Hardy, Thomas "Tess von den d’Urbervilles"

Hardy, Thomas "Tess von den d’Urbervilles: Eine reine Frau" (Englisch: Tess of the d'Urbervilles) - 1891

Tess Durbeyfield ist ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das unverschuldet in eine schwierige Situation gerät. Dies wird ihr späteres, nicht gerade glückliches Leben bestimmen.

Dieser Roman gehört sicherlich zu den tragischen. Eine Freundin von mir sagte, es sei das schrecklichste Buch, das sie je gelesen habe. Aber normalerweise sind wir uns über Bücher sowieso nicht einig. So wie dieses Mal tun. Ich habe diesen Roman geliebt. Natürlich hat mir nicht alles gefallen, was Tess oder den anderen Mädchen in der Geschichte passiert ist, aber die Art und Weise, wie Hardy das Leben der einfachen Leute und die Landschaft beschreibt, ist einfach großartig. Ich habe es wirklich genossen, dieses Buch zu lesen.


Buchrücken:
 
"Durch Zufall erfährt die in ärmlichen Verhältnissen lebende Tess Durbeyfield, dass ihre Familie einem alten normannischen Adelsgeschlecht entstammt. Ihr Entschluss, vermeintliche Verwandte zu besuchen, hat fatale Folgen für die junge Frau: Sie trifft auf die zwei Männer, die den Gang ihres Schicksals unheilvoll lenken."

Ich habe das englische Original gelesen und hoffe, die Übersetzung ist genauso gut.