Donnerstag, 22. Februar 2024

Rutherfurd, Edward "Sarum"

Rutherfurd, Edward "Sarum" (Englisch: Sarum: the Novel of England- 1987

Wie ich bereits in meiner Rezension zu "London" (London) geschrieben habe, bin ich ein großer England-Fan und dies ist nicht nur die Geschichte von Salisbury, es ist in erster Linie die Geschichte Englands, wie es zuerst besiedelt wurde, was dann geschah und wie die einfachen Leute im Laufe der Jahrhunderte lebten.

Edward Rutherfurd behielt seinen Stil bei, die Geschichte eines Landes oder einer Stadt anhand ihrer Bewohner zu beschreiben, nicht anhand der regierenden Könige, der Diktatoren oder der reichen Aristokratie, sondern anhand des "kleinen Mannes". Wir treffen die ersten Siedler, wir haben eine Vorstellung davon, wie Stonehenge gebaut worden sein könnte, wir erfahren, wie die Kathedrale von Salisbury (und viele andere Kathedralen dieser Art) gebaut wurde und welche Auswirkungen dies auf die Menschen hatte. Die Menschen fangen an, verschiedene Arten von Schafen zu züchten, die in dem Klima besser leben können, sie bauen verschiedene Arten von Feldfrüchten an und finden heraus, wie sie dadurch eine bessere Ernte erzielen, wo sie am besten überleben usw. Ich weiß, dass es wahrscheinlich in vielen europäischen Ländern mit ähnlichem Klima auch so war, sicherlich in meinem.

Ich liebe es, wie wir immer ein paar Leute treffen und dann sehen, was ihre Nachkommen so machen, wie eine Familienfehde über Generationen andauern kann, aber auch, wie sich die Zeiten ändern und sich das Blatt für manche wenden kann, nicht immer zum Positiven.

Dies ist ein umfangreiches Buch mit mehr als 1.300 Seiten. Wer es wirklich genießen möchte, liest möglichst nicht alles auf einmal, da man sonst möglicherweise überfordert  ist. Aber es lohnt sich auf jeden Fall und passt zu meiner Liebe zu dicken Büchern und meinem Wahlspruch "Ein Buch beginnt erst nach 500 Seiten". 😉

Dies war mein siebter Roman von Edward Rutherfurd und es war auch nicht der letzte; "New York" und "China" folgten. Ich würde mich freuen, wenn er einen Roman über Deutschland schreiben würde.

Und auf Seite 1112 (der englischen Ausgabe) gibt es ein hervorragendes Zitat:

"Mit großartigen Geistern in Gesellschaft ist ein Mann nie einsam." ("With great minds for company, a man is never lonely.") Ich denke, dem kann man nur zustimmen.

Buchbeschreibung:

"Der große Roman einer Stadt 7500 vor Christus: Der Jäger Hwll macht sich mit seiner Frau Akun und ihren Kindern auf den Weg Richtung Süden. Zusammen mit einer anderen Familie gründen sie eine Siedlung - damals Sarum, heute Salisbury genannt. Rutherfurd inszeniert anhand von fünf Familienschicksalen markante Ereignisse in der Geschichte einer geschichtsträchtigen und sagenumwobenen Gegend: den Bau von Stonehenge, die Eroberung Britanniens durch die Römer und vor allem die Errichtung der berühmten Kathedrale."

Links zu all meinen Original-Rezensionen sind hier.

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