Die Geschichte handelt von einer Biene, die sich nicht an die Regeln hält. Sie ist klüger als andere Bienen ihres Standes, sie steht "über ihren Verhältnissen".
Dieses Buch hat mir viel zu denken gegeben. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Geschichte hätte auch von mir handeln können. Ich fühle mich mit Flora, der Arbeiterbiene, sehr verbunden. Sie wurde in die unterste Schicht hineingeboren und hätte für alles dankbar sein sollen, was sie hatte. Aber sie war es nicht. Sie wollte mehr, sie wollte mehr erreichen, nicht nur mehr sein. Doch es ist schwer, auch nur eine Stufe auf der Karriereleiter zu erklimmen in einer Gesellschaft, die einen in eine Schublade steckt.
Die Geschichte ist jedenfalls sehr gut geschrieben, die gesamte Bienengesellschaft wird sehr detailliert beschrieben. Man merkt, dass die Autorin nicht nur über Bienen schreiben will, sondern über die Menschen und ihre Gesellschaft, darüber, wie wir mit jemandem umgehen, der anders ist, der nicht dazugehört, der nicht in eine bestimmte Norm passt. Passt überhaupt jemand wirklich dazu? Sind wir nicht alle dazu geboren, etwas Besonderes zu sein?
Was mir nicht so gut gefiel, war die Art und Weise, wie den Bienen eine Art menschenähnliche Religion zugeschrieben wurde. Sicherlich muss keine Biene die Königin verehren; alle arbeiten, damit sie und der ganze Bienenstock überleben können. Aber sie handeln instinktiv und nicht nach religiösen Regeln. Das ist eines meiner Probleme mit Science-Fiction und Fantasy: Manches menschliche Verhalten lässt sich einfach nicht auf das Tierreich oder den Weltraum übertragen. Der ganze religiöse Aspekt war mir etwas zu viel.
"Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren.
Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit.."


Kennst Du die "Biene Maja"? Dein Buch hier erinnert mich ein bißchen daran. Ein sehr schönes Buch, wo auch Bienen drin vorkommen, ist "Keeper of the Bees" von Gene Stratton Porter. Und schöne Kinderbücher über Bienen hat Jakob Streit geschrieben. Sein Vater war Bienenzüchter. Natürlich ist die Thematik in diesen Büchern eine andere als in Deinem Buch. Deins ist ja eher eine moderne Fabel mit einer Moral, oder?
AntwortenLöschenNa klar, kenne ich die Biene Maja. Das war in Deutschland kaum zu vermeiden. Mein kleiner Bruder hat sie immer im Fernsehen geguckt.
LöschenWitzig ist, in der nächsten Straße wohnen zwei Nachbarn, die vor ein paar Jahren Großeltern wurden. Das eine Kind heißt Maja, das andere Willi. LOL
Ach ja, ich war ja noch gar nicht zu Ende. Jakob Streit und Gene Stratton Porter kenne ich nicht. Aber Kinder kann man nicht zu oft über die Bedeutung und Wichtigkeit von Bienen informieren.
LöschenUnd ja, es ist eher wie eine Fabel, da hast du recht. Da passt auch Die Möwe Jonathan:
https://derbuecherwurm.blogspot.com/2026/02/bach-richard-die-mowe-jonathan.html
Die Namensgebung ist ja lustig! Hast Du das Buch "Die Biene Maja" gelesen? Ich habe es mal meinen Kindern vorgelesen. Wir hatten eine alte Ausgabe im Keller, die ich mit nach hier genommen habe. Das Buch ist sehr interessant, recht anders als der Zeichentrickfilm.
LöschenStimmt!
LöschenDas Buch habe ich nicht gelesen. Aber wir haben es im Fernsehen gesehen, als mein Bruder noch ganz klein war. Der ist jetzt 60 geworden, ist also schon ein Weilchen her.
LöschenWir durften das nicht im Fernsehen sehen, weil es ein Zeichentrickfilm war (so wie wir ja auch nicht Asterix lesen durften). Aber ich hatte so ein Album, wo man Biene Maja Bildchen reinkleben konnte. Die mußte man immer in kleine Tütchen kaufen. Leider waren dann auch doppelte darunter, da man nie wußte, was in den Tütchen drin war.
LöschenWas hatten deine Eltern denn gegen Zeichentrickfilme oder Comics?
LöschenDas mit den Alben kenne ich, die gibt es ja heute noch. Auch unsere Kinder haben das gerne gemacht. Da wurde dann in der Schule eifrig getauscht.
Mein Vater fand sie niveaulos und geschmacklos. Ich habe aber nie darunter gelitten, mir war das eigentlich egal, daß wir sie meistens nicht lesen oder sehen durften. Irgendwann haben wir mal im Kino "Bernard und Bianca" gesehen. Also, es gab schon Ausnahmen. Ja, solche Alben sind einfach schön für Kinder.
LöschenDas ist schade, denn es gibt viele wirklich gute Comics. Wir waren immer froh, wenn unsere Kinder mal deutsche Comics gelesen haben, da haben sie wenigstens mal ab und zu ihre Muttersprache gesehen.
LöschenBernard und Bianca fand ich, ehrlich gesagt, nicht so besonders.
Ich kann mich leider nicht daran erinnern, wie ich "Bernard und Bianca" gefunden habe :).
LöschenDann hat es wahrscheinlich keinen allzu großen Eindruck auf dich gemacht.
LöschenIch weiß nur, daß ich aufgeregt war, daß wir einen Zeichentrickfilm sehen durften!
LöschenDas kann ich mir denken, dann war es auf jeden Fall hervorragend für euch.
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