"Jocelyne führt einen Kurzwarenladen im nordfranzösischen Arras. Die Kinder sind aus dem Haus, und Jocelynes ganze Leidenschaft gilt ihrem Internet-Blog übers Stricken und Nähen. Sie liebt ihr kleines Leben, liebt sogar ihren ungehobelten Mann - bis durch einen Lottogewinn alles aus den Fugen gerät.."
Dienstag, 23. Juni 2026
Delacourt, Grégoire "Alle meine Wünsche"
"Jocelyne führt einen Kurzwarenladen im nordfranzösischen Arras. Die Kinder sind aus dem Haus, und Jocelynes ganze Leidenschaft gilt ihrem Internet-Blog übers Stricken und Nähen. Sie liebt ihr kleines Leben, liebt sogar ihren ungehobelten Mann - bis durch einen Lottogewinn alles aus den Fugen gerät.."
Montag, 22. Juni 2026
Cela, Camilo José "Der Bienenkorb"
Für den "Classics Spin #44" fiel die Wahl auf Nummer 9 unserer Liste. Großartig, dachte ich: ein Nobelpreisträger. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Oft entdecke ich einen neuen Lieblingsautor, wenn ich ein Werk eines Nobelpreisträgers lese. War das diesmal auch so? Ich glaube nicht. Das Buch war ganz in Ordnung, aber nichts Besonderes. Dabei galt es angeblich als sein bestes, sein wichtigstes Werk.
Für meinen Geschmack war es ein ziemliches Durcheinander – oder, wie wir im Deutschen sagen: ein Kuddelmuddel. Es gab zu viele Kurzgeschichten, die zwar irgendwie miteinander verknüpft waren, aber die Sprünge zwischen den einzelnen Erzählungen waren so groß, dass man oft gar nicht mehr wusste, von wem gerade die Rede war. Ja, er wollte zeigen, wie sehr das Leben in Spanien während der Franco-Diktatur einem Bienenstock glich. Leider ist ihm das nur allzu gut gelungen.
Witzigerweise erwähnt er ein Buch, das bei F. Sempere & Co. in Valencia erschienen ist. Ich glaube zwar nicht, dass es eine Verbindung zu dem Verlag aus Carlos Ruiz Zafóns Reihe "Der Friedhof der Vergessenen Bücher" gibt, aber ich habe mich doch gefragt, ob das nun Zufall ist oder nicht. Ruiz Zafón war übrigens ein großartiger spanischer Autor – einer meiner Lieblinge.
Wie dem auch sei: Die Erzählweise war zerfahren, die Figuren wenig sympathisch, und das ganze Buch bot keinen wirklichen Einblick in das Leben der Charaktere. Wirklich schade.
Dies steht auf meinem Buchumschlag.
"Ganz allmählich steigt der Morgen herauf. Er krabbelt wie eine Raupe über die Herzen der Männer und Frauen der Stadt. Beihnach schmeichlerisch klopft er gegen halb erwachte Blicke, gegen Blicke, die niemals neue Horizonte entdecken oder neue Landschaften, neue Dekorationen. Der Morgen, dieser sich ewig wiederholende Morgen spielt ein wenig um das Gesicht der Stadt zu änder. Ein Grab ist sei, ein Klettermast, ein Bienenkorb."
Und das ist die Beschreibung, die im Internet steht.
"In diesem Roman entfaltet Literaturnobelpreisträger Camilo José Cela das Panoptikum des Allzumenschlichen - die Liebe, die Eifersucht, der Ehebruch vor dem Hintergrund des Franco Regimes.
Der Bienenkorb - das ist Madrid im Zweiten Weltkrieg, das ist das Cafe der Dona Rosa. Spiegel eines durch den Bürgerkrieg entwurzelten Kleinbürgertums und Drehpunkt vieler Lebensgeschichten. Von hier führen die Fäden in die Hinterhöfe, Parkanlagen und Absteigen Madrids, zu den Szenen von Liebe, Ehebruch und Eifersucht. So wird dieser beste Roman des Nobelpreisträgers zu einem eindrucksvollen Panoptikum aus dem Alltag einer faschistischen Gesellschaft.
Der nach diesem Roman gedrehte Film von Mario Camus gewann 1983 den 'Goldenen Bären' bei der Berlinale."
Camilo José Cela erhielt 1989 den Nobelpreis für Literatur "für seine reiche und eindringliche Prosakunst, die mit verhaltenem Mitgefühl eine herausfordernde Vision menschlichen Ausgesetztseins gestaltet."
Ich wirke an dieser Seite mit: Read the Nobels und Ihr könnt alle meine Blog-Einträge über Nobelpreisträger und ihre Bücher hier finden.
Samstag, 20. Juni 2026
Paull, Laline "Die Bienen"
"Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren.
Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit.."
Donnerstag, 18. Juni 2026
Schimmel, Betty "Werden wir uns wiedersehen"
"Als Betty Schimmel (geboren 1929) 9 Jahre alt ist, endet ihre behütete Kindheit. Ihre jüdische Familie lebt auf der Flucht vor der Naziverfolgung, zuletzt in Budapest, wo sie 1944 mit dem Einmarsch der Deutschen ihr letztes Zuhause verliert. Am Leben hält sie trotz Krankheit und Entkräftung die Hoffnung, ihre Jugendliebe wiederzusehen. Doch die Hoffnung bleibt unerfüllt, der Geliebte verschollen. Mit gemischten Gefühlen geht sie eine Ehe ein, emigriert nach Amerika, wird 3fache Mutter und fühlt sich doch immer innerlich leer. Über 30 Jahre später findet sie den Langgesuchten in Budapest, doch auch er ist verheiratet und hat 3 Kinder."
Mittwoch, 17. Juni 2026
Pagnol, Marcel "Jean de Florette"
Dies war unsere Oktoberlektüre im Lesekreis, vorgeschlagen von unserem französischen Mitglied. Ein wirklich wertvoller Beitrag für unsere internationale Lesegruppe.
Ich habe den Film vor Jahren mit meinem Französisch-Konversationskurs gesehen und fand ihn recht interessant. Das Buch hat mir natürlich noch viel mehr Einblicke gegeben.
Es ist ein Buch über das Dorfleben und wie sehr die Dorfbewohner gegen jeden Neuankömmling zusammenhalten, wie sie fast wie Feinde behandelt werden, vielleicht sogar noch schlimmer. Ich habe das selbst erlebt und konnte mich daher sehr gut in die Geschichte hineinversetzen, in der Jean Cadoret einen Bauernhof erbt, die anderen Dorfbewohner ihn aber nicht dort haben wollen und alles tun, um seinen Erfolg zu verhindern.
Wir hatten eine interessante Diskussion über die unterschiedlichen Lebensweisen auf dem Land und in der Stadt, über die Vorurteile der Bewohner des einen gegenüber dem anderen und über die Sprachunterschiede, die damals sicherlich eine Rolle spielten.
Wir haben auch darüber gesprochen, wie viele kleine Dinge zu etwas Größerem führen. Das Buch bietet viel Gesprächsstoff.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch weil es mir die Gelegenheit gab, mein Französisch anzuwenden. Ich habe die Originalfassung gelesen.
Wir haben das im Oktober 2015 in unserem internationalen Lesekreis besprochen.
Buchbeschreibung:
"Marcel Pagnol führt uns in eine Provence der rauen Sitten ein, wo der Zweck die Mittel heiligt. César und Ugolin akzeptieren nicht, dass Jean sich in ihrem Dorf niederlässt, und werden ihn um sein Hab und Gut bringen."
Dienstag, 16. Juni 2026
Roberts, Gregory David "Shantaram"
"Die Welt wird von einer Million böser Männer, zehn Millionen dummer Männer und hundert Millionen Feiglingen regiert."
Buchbeschreibung:
"Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen
Montag, 15. Juni 2026
Jeffers, Honorée Fanonne " Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois"
Das ist so ein wunderschönes Buch. Lasst euch von den über 800 Seiten nicht abschrecken, es lohnt sich absolut. Barack Obama hat es auf seiner Leseliste. Es ist ein Oprah-Buch und wurde auch von verschiedenen anderen Leselisten empfohlen und ausgezeichnet. Eine klare Empfehlung in jeder Hinsicht.
W.E.B. Du Bois, der Mann im Titel, war ein US-amerikanischer Soziologe, Schriftsteller, Historiker und panafrikanischer Bürgerrechtler (1868–1963) und der erste Afroamerikaner, der an der Harvard University promovierte. In diesem Buch wird er häufig erwähnt. Ich habe sein Buch "Die Seelen der Schwarzen" (The Souls of Black Folk) gelesen, eine sehr umfassende Studie über die schwarze Kultur in den Vereinigten Staaten. Dieser Roman trägt zu diesem Thema bei.
Die Geschichte dreht sich um Ailey Pearl Garfield, ein schwarzes Mädchen, geboren 1973, und ihre Vorfahren, deren Ursprünge bis in die 1740er Jahre zurückreichen. Sie hat sowohl schwarze als auch indigene Vorfahren, und deren Geschichte wird ausführlich beleuchtet. Sie muss sich mit den Problemen auseinandersetzen, mit denen viele Frauen, insbesondere schwarze Frauen, zu kämpfen haben. Sie ist eine starke Frau, doch ihr werden viele Hindernisse in den Weg gelegt. Und wir erfahren, wie ihre Vorfahren, vor allem die Frauen, diese Herausforderungen gemeistert haben.
Meine einzige Kritik betrifft nicht die Geschichte oder das Buch selbst. Am Anfang gibt es zwar einen Stammbaum, aber dieser ist mitunter recht verwirrend. Ein Diagramm oder eine Nummerierung der Verwandtschaftsverhältnisse wären hilfreich gewesen. So wie es präsentiert wird, muss man viel suchen, um mehr zu erfahren. Falls ihr es noch lesen wollt: Ein Diagramm steht auf Wikipedia.
Abgesehen davon war das Buch einfach fantastisch, episch.
Buchbeschreibung:
"Jeden Sommer reist Ailey Pearl Garfield nach Chicasetta, einem Provinzort in Georgia, wo die Familie ihrer Mutter seit über 200 Jahren lebt. Dank ihres Onkels Root kommt sie nach Routledge, einem historisch Schwarzen College, setzt sich mit dem großen Denker W.E.B. Du Bois auseinander, sucht ihren Platz in der Welt. Dazu muss Ailey die Geschichte ihrer Familie verstehen, vom Sklavenhandel in Westafrika bis zu den Rassenunruhen ihrer Zeit. Denn als Nachfahrin von Schwarzen, Indigenen und Weißen trägt sie das Erbe von Unterdrückung und Widerstand, Gefangenschaft und Selbstermächtigung in sich."













